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Lauenburg Ein kleiner Wühler, der gerne Vorratskammern anlegt
Lokales Lauenburg Ein kleiner Wühler, der gerne Vorratskammern anlegt
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00:00 06.01.2013

Jungs, bringt doch mal wieder einen kleinen Eimer voll Erde von Maulwurfshügeln mit; die ist gut für die Zimmerpflanzen.“ Und dann kam, mehr oder weniger witzig, die Antwort: „Ja, wird gemacht; auf der Wiese des Nachbarn gibt es mehr als genug Blumento-Pferde!“ Fertige, aufgeschichtete schwarze Hügel satt, aber viel interessanter war die Entstehung eines solchen Hügels. Da quoll wie von Geisterhand schwarzes Erdreich an die Oberfläche, und wir lauerten geduldig, bis der unterirdische Wühler sein Werk vollendet hatte. Wir kannten auch die „Geräte“, mit denen der Maulwurf das Erdreich nach oben schaufelte. Wir hatten einmal einen toten Maulwurf entdeckt, und wir staunten über die Vorderfüße aus breiten, handförmigen Schaufeln mit langen, kräftigen Krallen.

Nicht überall war der Maulwurf so beliebt wie bei uns. Die Bauern schimpften über die Erdhügel auf ihren Wiesen. Da ging wertvolles Weideland für die Kühe verloren. Aktuell am Rande vermerkt:

Erheblich schädlicher als Maulwurfshügel wirken sich heute „pflügende“ Wildschweine auf Wiesenflächen aus.

Ein ausgewachsener Maulwurf gräbt manchmal an einem Tag bis zu 60 Zentimeter tiefe Röhren von sechs Metern Länge. Nicht zu seinem Vergnügen, sondern weil er Nahrung sucht. Tauwürmer sind seine Lieblingsspeise. Wenn der Meisterschaufler auf eine größere Würmersammlung stößt, frisst er sich daran satt. Und er legt sich einen Vorrat an, indem er die Würmer durch einen Kopfbiss bewegungsunfähig macht, ohne sie zu töten. In solchen Vorratskammern sind schon an die hundert Würmer entdeckt worden.

An die Oberfläche kommt der Maulwurf eher selten. Denn oben warten viele Feinde: Greifvögel, aber auch Iltis, Marder, Fuchs und Dachs. Früher gingen auch Menschen auf Maulwurfsjagd. Sie zogen den Wühlern das Fell über die Ohren. Es war bei Kürschnern sehr beliebt als Ärmel- und Kragenbesatz und zum Füttern wertvoller Mäntel. Jährlich wurden massenhaft Felle verarbeitet, und die Maulwurffänger verdienten sich ein gutes Zubrot.

Als Jungen, die fleißig Regenwürmer zum Angeln suchten, ahmten wir die Erdvibration des Maulwurfs mit einer Forke nach, und wir freuten uns über die Würmer, die auf der Flucht vor dem vermeintlichen Maulwurf an die Oberfläche kamen. Einen andauernden Winterschlaf kennt der lichtscheue Maulwurf nicht; etwa 60 Zentimeter unter der Erde überlebt er auch eiskalte Wintereinbrüche. Schläft er einfach auf kühlem, ungemütlichem Erdreich? Von wegen! In seinem unterirdischen Höhlensystem hat sich der Maulwurf rechtzeitig einen mit Heu gepolsterten Schlafsessel eingerichtet. Wer wollte jetzt wohl noch von einem „dummen Maulwurf“ sprechen?

Georg Peinemann

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