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Lauenburg Ein schwalbenfreundliches Haus
Lokales Lauenburg Ein schwalbenfreundliches Haus
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19:13 17.07.2017
Karl-Heinz Weber überreichte Stefan und Anke Hartung die Auszeichnung für deren „schwalbenfreundliches Haus“. Quelle: Fotos: Timo Jann

Zum ersten Mal ist im Kreis Herzogtum Lauenburg ein „schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet worden. Es steht am Steindamm in Basedow und erfreut mit seinen vielen Nisthilfen an der Traufe die Passanten. Der Naturschutzbund (Nabu) möchte mit der Auszeichnung auf das schwierige Umfeld, mit dem sich Schwalben arrangieren müssen, hinweisen. „Früher war jeder über Schwalben am Haus froh, sie sind ein Zeichen des Glücks. Heute sind viele Häuser abgedichtet, so dass keine Rauchschwalben mehr ins Gebäude kommen, außerdem wird der Dreck der Mehlschwalben gefürchtet“, erklärt Karl-Heinz Weber vom Nabu.

Erste Plakette im Lauenburgischen: Nabu zeichnete Stefan und Anke Hartung in Basedow aus.

Für Anke Hartung aus Basedow ist das alles kein Thema. 23 Nisthilfen hat sie am Haus montiert, 14 sind in diesem Jahr belegt. „Vor 17 Jahren hatte hier das erste Paar versucht, ein Nest zu bauen. Das hatte aber nicht geklappt, so dass ich damals mit meiner ersten Nisthilfe unterstützt habe“, berichtet die Basedowerin. Und so ging es seitdem ständig weiter. Um den Schmutz, den die Schwalben fallen lassen, macht sie sich keine Sorgen. „Das reinige ich nach der Saison und habe dann wunderbaren Dünger für den Garten“, erklärt Anke Hartung.

Weber überreichte ihr in einer kleinen Zeremonie eine Urkunde. Das Haus ziert jetzt ein Schild mit der verliehenen Auszeichnung. „Schwalben haben es nicht leicht, es fehlen Insekten als Nahrung, außerdem sind die Häuser heute abgeschottet“, berichten Frederike Schipp und Lena Hesselbach, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Nabu absolvieren. „Früher war es so, dass in vielen Dörfern die Wege unbefestigt waren und die Schwalben ihr Nestbaumaterial in Pfützen finden konnten“, sagt Dietrich Rahn vom Nabu. Ein „Baumarkt“, der den Schwalben heute weitestgehend fehlt. „Umso wichtiger sind Nisthilfen“, sagt Rahn. Doch auch Hygieneanforderungen in Ställen, die die Vertreter des Nabu für überzogen halten, verhindern den früher in vielen Ställen üblichen Nestbau heutzutage.

„Wir hoffen, dass wir mehr Menschen motivieren können, wie hier bei Anke Hartung Nester für Schwalben anzubieten“, sagt Weber.

Timo Jann

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