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Lauenburg Ein warmes Gefühl auf Rädern
Lokales Lauenburg Ein warmes Gefühl auf Rädern
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18:10 07.10.2017
Ziethen

Aber ihr geht es auch noch um andere Wärme; menschliche Wärme, von der sie weiß, dass sie überall fehlt. Seit eineinhalb Jahren betreibt die Zietherin eine eigene Firma mit dem Namen Seiferts Service mit Herz. Mit ihrer kleinen Essen-auf-Rädern-Firma schließt sie eine Lücke, die sich auftat und zahlreiche betroffene Menschen vor ein Problem stellte: Wie bekomme ich jetzt etwas Warmes auf den Tisch? Die 48-jährige ehemalige DRK-Mitarbeiterin fasste sich spontan ein Herz und handelte.

Das Metier ist der Existenzgründerin wohl bekannt. Beim DRK Ratzeburg hat sie selbst die Logistik für Essen-auf-Rädern betrieben. „Doch plötzlich hieß es damals beim DRK, man müsse diesen Dienst einstellen, es sei betriebswirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, berichtet die Mutter dreier erwachsener Kinder. Sie war es dann aber auch, die erlebte, welch schlechte Nachricht das für die betroffenen Menschen – überwiegend ältere, bedürftige Kunden – war. „Und das tat in einigen Fällen richtig weh“, berichtet Christina Seifert. „Einige haben am Telefon geweint.“ Erlebnisse wie diese hätten die tatkräftige Frau bald dazu gebracht zu überlegen, wie man den Menschen helfen könnte. Nach langen Unterhaltungen mit ihrem ebenfalls beim DRK Ratzeburg beschäftigten Mann Olaf, die in Kalkulationen und Risikoabschätzungen mündeten, kam sie zu dem Ergebnis, den Essensfahrdienst selbst auf die Beine zu stellen. „Die Idee für die eigene Firma war geboren“, erinnert sich Olaf Seifert an diese Stunde.

Mit drei Autos holen Christina Seifert und vier Mitarbeiter jeden Tag Mahlzeiten von der Küche des Krankenhauses in Ratzeburg ab und liefern zwischen 80 und 85 Portionen aus. Nach Ratzeburg, Ziethen, Einhaus, Mustin, Bäk und Mölln. Der begrenzte Radius ergibt sich aus der Tatsache eines engen Zeitfensters. „Wir holen das heiße Essen ab und transportieren es in unseren Wagen mit Heizgeräten direkt zur Mittagszeit zum Kunden“, erklärt Christina Seifert.

Nach einer Phase voller Unsicherheit, womöglich einen falschen Weg eingeschlagen zu haben, hat sich ihr kleines Unternehmen gefestigt. Und seit April dieses Jahres ist noch ein weiteres Betätigungsfeld hinzu gekommen: ein zertifiziertes Dienstleistungsangebot für Senioren und andere Menschen, die bestimmte Tätigkeiten wie Einkaufen, Behördengänge und anderes mehr, was außerhalb der Pflege angesiedelt ist, nicht mehr alleine bewerkstelligen können. Bei diesem Punkt schauen beide nachdenklich. „Es ist erstaunlich, wie viele Menschen auf solche kleinen Hilfen angewiesen sind und wie dankbar sie dafür sind.“ Dieses Angebot, in dem zwei weitere Mitarbeiter/innen beschäftigt sind, wird über den Pflegestützpunkt in Mölln vermittelt.

Das jung gebliebene Ehepaar, das sich schon quasi „aus dem Sandkasten“ kennt, lehnt sich lächelnd zurück. Reich könne man damit nicht werden, „doch es trägt sich“, sagt die Ziethenerin. Aber: „Mut gehört einfach dazu.“

Von Matthias Wiemer

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