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Lauenburg Eine Gans, die ihr Nest in Erdhöhlen baut
Lokales Lauenburg Eine Gans, die ihr Nest in Erdhöhlen baut
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21:19 06.07.2013
Der markante rote Schnabel und das auffällige Gefieder mit einem rotbraunen Brustband kennzeichnen die Brandgänse. Die Weibchen brüten im Mai/Juni acht bis zehn Eier aus. Quelle: Foto: Wolfgang Buchhorn

Ein Graugans-Männchen erreicht gut genährt fast vier Kilogramm Gewicht. Eine Brandgans ist dagegen mit 1,5 Kilogramm nicht einmal halb so schwer. Wenn es aber (aus menschlicher Sicht) um die Schönheit geht, liegt unsere Brandgans weit vorn: schwarzgrüner Kopf, roter Schnabel, rotbraunes Brustband.

Ihre Nester bauen die Brandgänse, und das ist eher ungewöhnlich, in Erdhöhlen. Zum Beispiel in Kranichbaue in dichter Vegetation, eher sparsam mit Pflanzen, dafür aber reichlich mit Dunen und Federn gepolstert. Das Weibchen brütet im Mai/Juni acht bis zehn Eier aus; Graugänse nur vier bis sechs. Auch in der Nahrung gibt es erhebliche Unterschiede.

Die Graugans ist eine Pflanzenfresserin, die Brandgans lebt von Weichtieren und, wenn vorhanden, besonders gern von kleinen Krebsen. In den Zeiten, als Feinschmecker noch intensiv „krebsten“, verfolgte man Brandgänse als ungeliebte Konkurrenten. Aber sie konnten sich gut verstecken. Nicht von ungefähr nannte man die Brandgans deshalb auch „Höhlengans“.

In manchen Gegenden wurden Brandgänse gezähmt und als Haustiere gehalten. In der so genannten freien Wildbahn fühlten Brandgänse sich im Wattenmeer der Nordsee besonders wohl. Dort sollen sich früher Tausende von Brandgänsen versammelt haben; von über 100 000 wird in einer alten Chronik berichtet. Selbst wenn wir diese Zahl halbieren, bleibt es noch immer ein beachtliches Brandgans-Wunder.

An den Meeresküsten baute man früher künstliche Nisthöhlen. Hilfe für die Brandgänse? Eher das Gegenteil: die Gelege im Nest wurden höher eingeschätzt als Hühnereier. Es gab aber Vorschriften, die Gelege nicht restlos zu plündern. Man war durchaus am Überleben der Brandgans interessiert.

Schlimm geht es aus, wenn eine Brandgans bei der Höhlensuche an einen bewohnten Fuchsbau gerät. Dann kommt Reineke überraschend, ohne Anschleichen, zu einer Sonderration Gänsefleisch.

Auch in unseren heimischen Gewässern kommen Brandgänse vor. Sie sind zum Beispiel am Lanzer See beobachtet worden. Und knallt dann die Büchse? Auch die Jäger begnügen sich mit dem Anblick von „Tadorna tadorna“, denn Brandgänse gehören nicht zum „jagdbaren Wild“. Legen wir den Flugruf „gagaga“ als ein Dankeschön der Höhlengans aus.

Georg Peinemann

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