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Eine Idee soll Schulbusse billiger machen

Ratzeburg Eine Idee soll Schulbusse billiger machen

Ein Computer berechnet die Route, die Fahrgäste bestimmen den Weg per Chip — möglich macht das ein e-Ticket.

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So voll sind die Busse auf dem Land durch sinkende Schülerzahlen und einen uneinheitlichen Schulschluss nur noch selten.

Quelle: Fotos: Hm, Phs, Ln-Archiv

Ratzeburg. Immer weniger Schüler, die dafür aber aufgrund offener und somit freiwilliger Ganztagsschulangebote zu unterschiedlichsten Zeiten auf die Dörfer nach Hause wollen: Der Kreis hat beim Schülertransport ein logistisches Problem. Um nicht für teures Geld leere Busse durch die Gegend fahren zu lassen, könnte künftig anhand der einsteigenden Schüler entschieden werden, wo der Bus langfährt und welche Haltestellen überhaupt angefahren werden. Im Regionalausschuss des Kreises stellte die Verwaltung jetzt ein entsprechendes Konzept vor.

Möglich soll die bedarfsgerechten Routen das neue e-Ticket machen. Nach dem Sommer soll bereits ein Pilotbetrieb in ausgewählten Bereichen starten.

„Wir haben im ländlichen Raum Busse, die nach der zweiten Haltestelle nur noch heiße Luft transportieren“, sagt Kreis-Regionalplaner Michael Birgel. Zustände, die sich der chronisch klamme Kreis angesichts eines jährlichen Defizites von sieben Millionen Euro allein im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf der Straße nicht leisten kann und will. Die Idee: Ausgestattet mit der digitalen Schülerfahrkarte, die auch die übliche Heimathaltestelle gespeichert hat, loggen sich die Schüler beim Einsteigen ein. Die Wunschausstiege anderer Fahrgäste werden mit dem Lösen der Fahrkarte über ein Touchpad eingegeben. Ein vernetztes System errechnet dann vor der Abfahrt innerhalb weniger Sekunden, welche Haltestellen und welche Dörfer ausgelassen werden können und optimiert die Fahrstrecke. „Die Schüler, die an der Schule einsteigen, bestimmen so den Fahrweg des Busses“, sagte Birgel. Gleichzeitig weist Birgel auch darauf hin, dass ein solches System vor allem im ländlichen Raum Einsparungen bringen könne und weniger beim Stadtverkehr.

Seit fast drei Jahren arbeitet der Kreis in dem über die Metropolregion gesteuerten Teilprojekt zur Daseinsvorsorge „Optimierung des ÖPNV (insbesondere des Schülerverkehrs) durch bedarfsgerechten Einsatz flexibler Bedienformen im Kreis Herzogtum Lauenburg“ an dem Problem. Zunächst hatte die Kreisverwaltung gehofft, über Datenbanken der Schulen mit den individuellen Stundenplänen der Schüler effektivere und kostengünstigere Fahrwege errechnen zu können. Aufgrund uneinheitlicher Datensätze, der Art und Weise wie die Schulen ihre Daten pflegen und das teilweise noch vorhandene Arbeiten mit Karteikarten wäre es jedoch nicht möglich gewesen, „regelmäßig aktuelle Aussagen zu bekommen“, musste Birgel eingestehen. Daher habe man das Konzept mit den e-Tickets entwickelt.

Neben den Schülern soll das System auch für normale Fahrgäste angelegt werden. Deren Zielwünsche würden dann mit dem Fahrkartenkauf vom Busfahrer erfasst werden. Fahrgäste, die unterwegs einsteigen wollen, könnten ähnlich wie beim Anrufbus ihre Fahrt vorher über das Handy oder den heimischen Computer anmelden und so die Fahrtroute beeinflussen.

Allerdings gibt es aus dem politischen Raum auch Bedenken. „Wir sehen schon das Problem, das Leute, die nur alle Jubeljahre mit dem Bus fahren dann nicht wegkommen, weil sie das System nicht verstehen“, warnte Ralf Johannsen (SPD). Doch das neue System soll gerade auch für den Jedermann-Fahrer im ländlichen Raum Vorteile bringen. „Das Geld, das wir durch die kürzeren Strecken einsparen, soll dann dem Jedermann-Verkehr zugute kommen“, verspricht Kreis-Verkehrsplaner Tim Leufker.

Öffentlicher Nahverkehr

22 Millionen Euro gibt der Kreis im Jahr für den öffentlichen Busverkehr im Lauenburgischen aus. Vom Land gibt es dafür so genannte Regionalisierungsmittel. Die Gemeinden beteiligen sich anteilig an den Schülerbeförderungskosten. Dennoch bleibt beim Kreis ein Minus von jährlich rund sieben Millionen Euro hängen. Die Kosten für die Züge zwischen Lauenburg und Lübeck sowie Büchen und Aumühle trägt das Land.

Ende 2002 wurde das gesamte Kreisgebiet in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) integriert.

Von Holger Marohn

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