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Eine Institution der Gelehrtenschule

Ratzeburg Eine Institution der Gelehrtenschule

Die Ratzeburger Schülerzeitung „Insulaner“ erscheint regelmäßig seit 1932 — und das soll auch so bleiben.

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Lehrer Martin Kosbab-Zillmann (43) und Luisa Marx (16), Chefredakteurin des „Insulaners“, zeigen die verschiedenen Ausgaben der Schülerzeitung im Gewand der jeweiligen Zeit.

Quelle: Florian Grombein

Ratzeburg. Er ist vielleicht die älteste Schülerzeitung Deutschlands — der „Insulaner“ der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg. Doch wirklich nachvollziehen kann das niemand. Schließlich gibt es kein Register für diese Art von Publikation. Fest steht: Die Schülerzeitung des sehr alten Gymnasiums wird seit dem 17. September 1932 ohne Pause herausgegeben.

Und bislang hat niemand protestiert, wenn die „Insulaner“ sich im Heft selbst oder auf der Homepage der Schule als ältestes Blatt dieser Art im ganzen Lande bezeichnet haben. Ein Einblick in das Schularchiv zeigt den „Insulaner“ als Spiegel der unterschiedlichen Epochen — sowohl inhaltlich als auch von der Gestaltung her. Seit Kurzem ist eine neue Generation von Schüler-Redakteuren am Start, die mit frischem Elan ans Werk geht.

„Schon in der vierten Klasse wusste ich, das ich einmal für den ,Insulaner‘ schreiben möchte“, erzählt Luisa Marx und lächelt verträumt. Sie sah ein Heft in der Stadtbibliothek Ratzeburg, wo stets ein Exemplar zum Lesen bereit stand. Heute ist die 16-Jährige sogar Chefredakteurin. Unter ihrer Führung sind derzeit 15 Schüler für die Zeitung tätig. Die beliebtesten Rubriken sind neben den Fotos aus dem Schulalltag die Porträts der neuen Lehrer und die Seite mit den Lehrerzitaten, berichtet Luisa. Im aktuellen Heft stellen Schüler aber auch ihre Lieblingsband vor, philosophieren über Nächstenliebe oder berichten, wie sich eine Klasse an einem Hilfsprojekt beteiligt hat.

„Als erstes gucken die Schüler in der Regel ins Heft, um zu sehen, ob sie darin abgebildet sind“, berichtet Martin Kosbab-Zillmann, der das Projekt von der Seite der Lehrerschaft her betreut. Er entschied sich vor etwa fünf Jahren, die Betreuung der Schülerzeitung zu übernehmen. Es gehöre doch zu den Kernaufgaben eines Gymnasiums, die Schüler zum kritischen Denken zu erziehen, erklärt er.

Der 43-Jährige lässt den Jugendlichen dabei alle Freiräume. Und er kann nützliche Tipps geben. Jahrelang schrieb er nebenberuflich selbst Artikel für Musikmagazine wie „Heavy“ oder „Rocks“. Der Insulaner sei eine richtige Schülerzeitung mit allen Stärken und Schwächen. Schwer sei es, Nachwuchs zu rekrutieren, der auch lange bei der Sache bleibe. Dafür sei der Eifer bei den Neuen sehr groß.

Mit Luisa Marx, die gerade von einem Auslandsjahr in den USA zurück kommt, ist er dabei voller Hoffnung. Die 16-Jährige schreibt für ihr Leben gern. „Es war ein geniales Gefühl, seinen Namen zum ersten Mal als Autorin in der Zeitung zu lesen“, berichtet sie von ihrer Leidenschaft. Am liebsten philosophiert sie in ihren Texten. Aktuell ist jedoch ein Artikel über die Geschichte des Insulaners im Gespräch. Außerdem möchte Sie über ihre Zeit in den USA berichten.

Die Schreiber der Schülerzeitung teilen sich einen Redaktionslaptop, auf dem auch das benötigte Layoutprogramm installiert ist. Die Fotos machen die Schüler mit ihren privaten Kameras. Mit dem Verkauf von Anzeigen wird der Druck finanziert. Die letzte Ausgabe ist leider schon ein Jahr alt. Das sei dem mehrfachen Wechsel der Chefredakteure geschuldet. Es ist eine Weihnachtsausgabe mit dem Titel „Nächstenliebe — Wen lässt du in dein Haus?“. Den Magazinrücken ziert der Spruch „Je suis Charlie“. Eine Verneigung vor den Opfern der Angriffe auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“.

Der Ehrgeiz der Redaktion wechselt von Generation zu Generation. Doch eingestellt wurde das Blatt noch nie. Und das soll auch so bleiben. Luisa Marx und Martin Kosbab-Zillmann haben ein Ziel: „Wir wollen gern regelmäßig zweimal im Jahr erscheinen.“

Von der Bleiwüste zum Magazin
Das Erscheinungsbild der Schülerzeitung hat sich je nach Epoche stark verändert. Die ersten Ausgaben waren wie die Zeitungen der damaligen Zeit „Bleiwüsten“ mit wenigen Bildern. In den 1970er Jahren wurde es bunt. Heute kommt der „Insulaner“ als Magazin in Farbe daher. Zunächst schrieben Lehrer und ehemalige Schüler, später wurde es zur reinen Schülerzeitung.



Eine zynische Todesanzeige in einer Ausgabe von 1978 für das RAF-Opfer Hanns Martin Schleyer sorgte laut Martin
Kosbab-Zillmann für einen Skandal an der Schule.

Florian Grombein

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