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Lauenburg Eine Meise, die keine ist
Lokales Lauenburg Eine Meise, die keine ist
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20:23 12.11.2016
Mit dem kurzen Schnabel knabbert die Bartmeise die winzigen Schilffrüchte auf. Quelle: Wolfgang Buchhorn

Etwas exotisch wirkt dieser schmucke Vogel mit dem schwarzen Chinesenbart und dem orange-gelben Schnabel. Die Bartmeise will nicht so recht zu anderen einheimischen Vögeln passen. Wegen ihres rundlichen Kopfes mit dem kurzen Schnabel wurde sie früher den Meisen zugeordnet, was sich aber als falsch erwiesen hat. Nun ist sie alleinige Vertreterin der Familie Bartmeisen, ohne nähere Verwandtschaft.

Die Bartmeise ist total vom Schilfrohr, auch als Reet bekannt, abhängig. Sie verlässt das Schilf fast nie, verirrt sich kaum mal in benachbarte Weidengebüsche. Im Sommer findet sie im Schilf ihre Insektennahrung. Die winzigen Früchte aus den Schilfrispen dienen ihr als Winterfutter. Natürlich nistet die Bartmeise auch im Schilf, baut ihr Nest aus Schilfblättern und polstert es mit Schilfrispen aus. Die Bartmeise ist in Schleswig-Holstein nur punktuell verbreitet, weil sie auf ausgedehnte Schilfflächen angewiesen ist. Im Kreis Herzogtum Lauenburg brüten unregelmäßig einige wenige Paare am Schaalsee, da wo der Schilfgürtel am breitesten ist. Die nächste größere Bartmeisen-Population lebt im Naturschutzgebiet Schellbruch in Lübeck. Aber auch dort schwankt der Bestand stark, von drei bis 25 Brutpaaren, vor allem, weil in schneereichen Wintern viele Bartmeisen sterben.

Wo das Schilf für Reetdächer gemäht wird, fehlt der Bartmeise die Winternahrung. Heute wird das meiste Dachreet aus Rumänien und Ungarn importiert, in Schleswig-Holstein wird immer weniger gemäht – zum Wohle der Bartmeise.

Karsten Gärtner

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