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Lauenburg Eine Möllner Erfolgsgeschichte
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18:29 09.11.2013
Manfred Ohldag mit einem 40 Jahre alten Fernsehgerät von Phillips vor den großen TV-Geräten der heutigen Zeit. Der Radio- und Fersehtechniker-Meister sammelt alte Geräte, vorzugsweise der Firma Braun. Quelle: Jens Burmester

Gelernt hat er bei Ing. W. Stillert in der Möllner Hauptstraße. Nach erfolgreicher Lehre als Radio- und Fernsehtechniker und bestandener Meisterprüfung träumte Manfred Ohldag von einem eigenen Geschäft und einer eigenen Werkstatt. Nun feiert der erfolgreiche Geschäftsmann sein 40-jähriges Jubiläum als Unternehmer.

Im Lager des Bestatters und Tischlers Willms in der Mühlenstraße mussten erst einmal die Särge aus dem Lager geräumt werden, ehe Ohldag sich dort einrichten konnte. Dafür hatte er selbst 2000 D-Mark gespart und noch einmal 3000 D-Mark dazu geliehen. Und so startete Manfred Ohldag mit seiner Verlobten Petra, die er einige Wochen später heiratete, sein Unternehmen „Selbstständigkeit“ mit einem gebrauchten VW, zwei Farb-, einem Schwarzweiß- und einem Portable-Fernseher sowie zwei Cassetten- und zwei Radiorecordern als Erstausstattung in seinem kleinen Laden. Neben den Reparaturarbeiten in der kleinen Werkstatt gehörte auch der Antennenbau auf den Dächern Möllns und der Umgebung zu Ohldags Arbeiten.

„Die drei Buchstaben M-O-S, die für Manfred-Ohldag-Service stehen, sprachen sich schnell herum. „Ohne MOS nichts los“, wurde zum geflügelten Wort, und so manches Mal wurde ich als Herr MOS angesprochen“, erinnert sich Ohldag gern an die alten Zeiten zurück. Inzwischen waren die Räume viel zu klein geworden. Ohldag erweiterte sein Geschäft an derselben Stelle in der Mühlenstraße und stattete den Laden mit einer modernen Einrichtung aus. Inzwischen war die Zahl der Mitarbeiter auf fünf angewachsen. Dank guter Werbung setzte sich Ohldag seinerzeit am Markt durch, obwohl er sich als Neuling gegen vier alt eingesessene Radio- und Fernsehgeschäfte in der Möllner Hauptstraße, nämlich Kienast, Stillert, Deutschmann und Petersen, durchsetzen musste. 1982 zog M-O-S dann von der Mühlenstraße in größere Räume um. Fortan gab es Fernsehgeräte, Stereoanlagen und vieles mehr im neuen Geschäft am Kurgarten. Dort war die Möllner Sparkasse gerade ausgezogen. Im Untergeschoss wurde noch eine Videothek eingerichtet, denn das Geschäft mit dem Filmverleih boomte damals. „Wir haben uns immer bemüht, den Nachwuchs auszubilden und hatten in jedem Jahr zwei Lehrlinge“, sagt Ohldag.

Doch die Zeiten waren auch in den 1980er Jahren nicht einfach, und so schloss sich Ohldag zunächst dem Großhandel „ep:electronic-partner“ an, wechselte ein Jahr später in die Händlergnossenschaft „Interfunk“, die heute „Euronics“ heißt. „Weil wir damals viel mehr Platz für unsere Werkstatt brauchten, gliederten wir die Videothek aus in den ehemaligen Konsum am Wasserkrüger Weg“, weiß Ohldag.

Sein Ladengeschäft wurde ständig modernisiert und auch farblich stets angepasst.

„1996 sahen meine Frau und ich dann die Veränderungen in unserer Branche, riesige Märkte entstanden, das Verbraucherverhalten, besonders der jüngeren Kunden, änderte sich. Daher beschlossen wir, auch in Mölln einen solchen Elektrofachmarkt zu eröffnen“, so Ohldag. Längs seien seine Flächen zu klein geworden. Insbesondere die Parkplatzsituation in der Innenstadt hätten ihn gezwungen, eine geeignete Fläche am Stadtrand zu suchen. „Und das sollte in Mölln und nirgendwo anders sein“, sagt Ohldag.

1999 ergab sich dann endlich die Möglichkeit, im neuen Gewerbegebiet Mölln-Nord das Wunschgrundstück zu bekommen. Ein Jahr später war dann unsere Halle mit 1 500 m² Fläche fertig. Unsere Kunden können seitdem auf 60 Parkplätzen kostenlos parken, und wir haben nun nicht nur Unterhaltungselektronik,Computertechnik und Telekommunikation, sondern auch das größte Angebot an Haushaltsgeräten in Mölln und Umgebung. Inzwischen arbeiten siebzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Firma, die zunächst Mega Company Mölln GmbH hieß. Die letzte große Änderung gab es im Jahr 2010, als aus der Mega Company Mölln der Fachmarkt Euronics XXL Mölln wurde. „Bis heute haben mich weder der plötzliche Tod meiner Frau, noch der Weggang meines designierten Nachfolgers und Geschäftsführers und auch nicht der dreiste Einbruch, als Unbekannte mit einem Auto in den Eingang rasten, umgeworfen.“

Seit Dienstag läuft nun ein großer Sonderverkauf zum Jubiläum, der zwei Wochen dauern wird.

Zur Person
Manfred Ohldag blickt in diesen Tagen auf 40 Jahre Unternehmertätigkeit zurück. Er hat sich in dieser Zeit als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender in der Euronics Deutschland e.G engagiert, wurde in die Vollversammlung der IHK zu Lübeck gewählt und war zwei Jahre Vorsitzender von „Mölln Marketing“.


Außerdem war der Unternehmer über 20 Jahre Kreisvorsitzender des Einzelhandelsverbandes Nord-Ost e.V.

Jens Burmester

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