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Lauenburg Eine Sandburg gegen das Insektensterben
Lokales Lauenburg Eine Sandburg gegen das Insektensterben
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22:13 25.07.2018
Das Rund im Süden wirkt als Wärmefalle, die beblumte Nordseite als Futterplatz. Quelle: Foto: Holger Marohn
Kuddewörde

Überall summt und schwirrt es an den gelben, blauen und roten Blüten. Immer wieder landen nur wenige Millimeter kleine Tierchen auf der benachbarten Sandfläche und krabbeln in kleine Löcher. „Drei Viertel aller Bienenarten graben ihre Brutröhren im Boden“, sagt Stamer. Dass viele Bienenarten nur etwa drei Millimeter groß sind, sei auch ihm lange nicht bewusst gewesen.

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Umso bewusster hat er sich hingegen an seine neueste „Erfindung“ gemacht – die Insektenburg mit Wärmefalle. Monatelang hat Stamer an Aufbau und Ausrichtung der bienenfreundlichen Anlage getüftelt, gebuddelt und gestapelt. Ein bunt gezeichneter Zettel – mit BUND-Stempel – zeugt von seinen ersten Ideen und der Entwicklung. Kaum waren Frost und der späte Osterschnee verschwunden, entstand im Vorgarten des Hauses seiner Lebensgefährtin das entsprechende Loch von rund drei Metern Durchmesser.

Starkregen als Test steht aus

Grassoden und der ausgehobene Boden wurde in der nördlichen Hälfte aufgetürmt und bienenfreundliche Wildblumemsaat eingearbeitet, Loch und die nach Süden gerichtete Innenseite des Walls mit Sand verfüllt. „Der nach Süden ausgerichtete Halbkreis aus Sand bietet den Bienen als Wärmefalle zusammen mit der Nähe zu dem üppig blühenden Blumenhang optimale Bedingungen, ist sich Stamer sicher. Denn wichtig sei für alle Insekten die Nähe zwischen Brutplatz und Nahrungsquelle. Rund drei Monate später haben Wildbienenarten, Schwebfliegen, Schlupfwespen ein Loch neben dem anderen in den Sandhang gegraben. Bis zu 60 Zentimeter können die Röhren laut Stamer in den Sandhang hineingehen.

Ein echter Test steht dem Bollwerk gegen das Insektensterben allerdings noch aus: ein Gewitter mit Starkregen, der die sandige Böschung wegspülen könnte. Allerdings ist Umweltingenieur Stamer auch in dieser Richtung zuversichtlich. „Das wird die Natur schon regeln“, sagt Stamer. Schließlich gebe es für jede Art von Boden einen natürlichen Böschungswinkel.

Link: www.bund-herzogtum-lauenburg

Von Holger Marohn

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