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Lauenburg „Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Sicherstellung der Tagesverfügbarkeit“
Lokales Lauenburg „Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Sicherstellung der Tagesverfügbarkeit“
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02:14 20.10.2016

Herr Raddatz, was ist die wichtigste Aufgabe des Kreiswehrführers in den kommenden sechs Jahren?

Michael Raddatz: Wir müssen den Digitalfunk in Betrieb nehmen, die Zusammenarbeit zwischen der Regionalleitstelle Süd und den Feuerwehren verbessern und wir müssen uns um die Beschaffung der Fahrzeuge kümmern, die häufig 20 Jahre alt und älter sind. Dabei müssen wir unser besonderes Augenmerk auf die taktische Ausrichtung der einzelnen Feuerwehren richten. Eine der wichtigsten Aufgaben aber ist die Sicherstellung der Tagesverfügbarkeit. Hier müssen dringend Konzepte erarbeitet werden. Selbstverständlich dürfen wir auch nicht nachlassen in unseren Bemühungen, neue Mitglieder zu werben.

Ist es ein Vorteil, das Amt des Kreiswehrführers schon sechs Jahre inne zu haben?

Raddatz: Unbedingt. Das Amt benötigt eine Einarbeitung. Da kann man schon zwei Jahre rechnen, bis man weiß, wie es im Kreis und im Land so läuft, wo die richtigen Ansprechpartner zu finden sind und was man alles bedenken und beachten muss.

Es ist zudem schon eine Erleichterung, wenn man – wie ich seit kurzer Zeit – Pensionär ist. Man kann jeden Termin wahrnehmen, man muss niemanden fragen, ob man frei bekommt und man hat daher auch deutlich mehr Zeit, sich um die Aufgaben zu kümmern, die man als Kreiswehrführer zu erledigen hat.

Warum gibt es immer noch so wenig Ausländer bei der Feuerwehr?

Raddatz: Ich weiß, dass in anderen Kulturkreisen solch ein ehrenamtliches System wie unsere Feuerwehr nicht so bekannt ist. Es wird immer wichtiger, diese Menschen anzusprechen. Wir müssen auf diese Menschen zugehen und nicht warten, bis der ein oder andere auf uns zukommt. Wir müssen ihnen die Berührungsängste nehmen.

Brauchen wir mehr Kinderfeuerwehren und wie wichtig sind sie für die Mitgliederzahlen?

Raddatz: Das ist ein wichtiger Baustein. Wir sind im Herzogtum Lauenburg auf einem guten Weg. Mit unseren derzeit elf Kinderabteilungen stehen wir im Landesvergleich gut da.

Wie kann man Kinder und Jugendliche dauerhaft an die Feuerwehr binden?

Raddatz: Man muss das Gemeinschaftsgefühl stärken. Das „Wir“ muss immer im Vordergrund stehen. Das darf nie gefährdet sein. Und wie gut uns das bisher gelingt, zeigen die vielen Veranstaltungen, die wir durchführen, sei es im Jugendbereich als auch bei den Erwachsenen. Wir wissen ja, dass die Mitgliederzahlen bei den Freiwilligen Feuerwehren stagnieren. Und da ist es natürlich von Vorteil, wenn man die Kinder möglichst zahlreich in die Jugendabteilung überstellt und später die gut ausgebildeten Jugendlichen dann auch in die Einsatzabteilungen übernimmt. Leider funktioniert das nicht immer, denn oftmals ist es die Lehre, die erste Arbeitsstelle, die dazu führen, dass einige Jugendliche dann die Feuerwehren verlassen.

Stichwort Feuerwehrmusik: Es gibt immer weniger Musiker bei der Feuerwehr. Wie will der Kreiswehrführer dem entgegen wirken?

Raddatz: Wir sind gerade dabei, im Kreisfeuerwehrverband eine Musikschule auf die Beine zu stellen. Das Problem in der Feuerwehrmusik ist ein Generationenkonflikt. Die Jüngeren können nicht alles spielen, Ältere aber fallen weg. Wir wollen zunächst die Ausbildung zentralisieren. Davon versprechen wir uns einiges und wir sind damit sogar Vorreiter im Land.

Interview: Jeb

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