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Lauenburg „ Eintauchen in eine fremde Welt“
Lokales Lauenburg „ Eintauchen in eine fremde Welt“
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18:13 20.08.2016
Kunst in einer Sporthalle ausstellen? Für Sabine Duwe, Anne Voigt, Sabine Stecker und Elga Voss (von links) ist das überhaupt kein Problem. Fotos (8): Petra Wlosik

Komplementär. Da war doch was – mit rot und grün? Wir haben es im Kunstunterricht gelernt: Komplementär kommt aus dem Französischen (complémentaire = ergänzend). Entsprechend sind Komplementärfarben so genannte Ergänzungsfarben, die sich gegenseitig auslöschen. Komplementär ist auch, was im Rahmen von „Dörfer zeigen Kunst“ zu sehen ist.

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Buchholzer Kontrastprogramm: Elisabeth Beck (Schmuck) und Christof Müller (Fundstücke).

Die Künstler, deren Arbeiten in Groß Grönau zu sehen sind, haben sich für die aktuelle Schau sogar das Sonderthema „komplementär“ gewählt. Es gibt viel Malerei zu sehen: von Gisela Andres, Siegfried und Ulrike Bausch, Marianne Haltermann, Simone Hamann, Klaus Schwinge und Kristine Wickert. Siegfried Bausch und Peter Wickert haben Bildhauerei beigetragen. Jürgen Blenk lädt die Besucher zum Verweilen vor seinen Fotografien ein, während seine Frau, Ursula Blenk, die Gäste mit ihrem Schmuck zum Kaufen verlockt. Thorsten Philipps macht das Angebot fürs Auge mit Fotografie und Videoinstallation komplett. Das Thema Komplementär findet sich mal in den Farb-Gegensätzen, mal im Material – Papier und Stift –, mal im Dargestellten (Mann und Frau). Und es findet sich auch darin, dass die einen sich recht streng an die Vorgabe gehalten haben, und die anderen weniger bis gar nicht.

Groß Grönau: Ev. Gemeindezentrum, Berliner Straße

Vier Künstler teilen sich den Ausstellungsraum in Pogeez – und bieten ein großes Maß an Abwechslung. Uschi Dechow hat eine Auswahl ihrer Druckgrafiken zusammengestellt. Dirk Drechsler – „ich bin der Drechsler Dirk“ – zeigt „Bilder des Intentionismus“, Arbeiten, die an die Achtsamkeit der Betrachtenden appellieren. Ebenso übrigens wie die Fotografie von Gisamone Grunwald.

Sie hat einen subjektiven Blick durchs Objektiv auf den Ratzeburger See geworfen. Das sind Arbeiten, die, lässt man sie wirken, Ringe ziehen – wie zum Beispiel der Autoreifen, der im Wasser dümpelt.

Schließlich sind da noch die Holzschnitte und Radierungen von Edith Holtz-Raber. „Ich habe hier ganz neue Kaltnadelradierungen, die sind bei Otto Beckmann entstanden“, berichtet die Künstlerin. Genau hinsehen lohnt sich – wer mag, lässt sich Techniken wie den „verlorenen Schnitt“ erklären.

Pogeez: Dorfgemeinschaftshaus, Seeweg

Augen auf – der kleine Ort Buchholz hat auch in diesem Jahr eine Menge zu bieten. Es gibt Schmuck, Malerei, Fundstücke, Installationen, Makrofotografie und Rostwerke. An der Schau sind Künstler von B bis U beteiligt: Elisabeth Beck, Elsbeth Buchfeld, Sabine Burmester, Bruni Jürss, Christof Müller, Maren Ruf, Klaus-Dieter Sehlcke und Maren Utzolino. Wer über den Namen Christof Müller stolpert: Genau, das ist der mit dem Verein „Alte Schule“, der darauf angesprochen vergnügt meint: „Eigentlich bin ich ein ganz anderer, aber dafür habe ich keine Zeit.“ Er hat Treibholz beigesteuert, glatt geschliffen von Wasser, Wellen und dem feinen Sand am Meeresstrand, außerdem beeindruckende Steine. Und dann ist da noch die Installation mit vielen Schuhen, darüber jeder Schuh einzeln fotografiert – alles Fundstücke, die er am Strand aufgesammelt hat. „Da bin ich akribisch“, berichtet Müller über sein Vorgehen. „Ich mache Fotos von der Fundstelle, bis ich zufrieden bin. Mit dieser Dokumentation bin ich pingelig.“ Und warum die ollen Treter? „Ich möchte sie so sichtbar machen, dass die Leute sich drüber freuen.“ Freude bereiten auch die Ausstellungsstücke in der gegenüberliegenden Ecke der Scheune. Und sie sind viel kleiner: Hier sind die Ketten von Elisabeth Beck liegend und hängend drapiert. Jedes Stück ein Unikat, liebevoll gefertigt aus Edelsteinen, afrikanischen Perlen, Silber und versilberten Teilen.

Buchholz: Knabjohanns Scheune, Dorfstraße 30 – nur noch heute!

Don Quixote und Rosinante begrüßen die Gäste in Einhaus. Die sehr große, zweiteilige Skulptur von von Jürgen Prescher steht direkt gegenüber vom Eingang – und ist mit einer weiteren Skulptur von Prescher, die schon vor der Tür steht, das erste, was den Besuchern ins Auge fällt. „Willkommen“ heißt die Arbeit, die genau das signalisieren soll. Sich hier willkommen zu fühlen, ist ein leichtes. Unter anderem, weil die Besucher herzlich zum Mittun aufgefordert werden. Einhaus hat vom ersten Mal der Beteiligung zur Mitarbeit an einem Besucherkunstwerk aufgefordert.

In diesem Jahr werden kleine Quadrate bemalt, frei, inspiriert von Lust und Laune, die dann anschließend zu einem großen Bild zusammengefügt werden. Neu dabei ist in diesem Jahr die Teilnahme einer Familie aus dem Nordirak. „Die Familie ist gut in den Ort eingebunden, und wir finden es toll, dass sie hier ausgestellt hat.“

Einhaus: Dorfgemeinschaftshaus, Hauptstraße 26a – 9. Einhäuser Kunstnacht: 3. September ab 19 Uhr. Musikalisch und kulinarisch zu Besuch in New Orleans, mit den „New Orleans Seniors“ (Jazz). Die Ausstellung ist abends geöffnet, der Eintritt ist frei. Einweihung der neuen Skulpturen: 4. September, Parkplatz an der Freizeitwiese am Ortseingang. Die Holzkünstler stellen ihre Skulpturen vor

Ritter Rost steht vor der Tür. Er ist das Begrüßungskomitee in Groß Disnack, eine Skulptur von Thomas Sydow, die ein Schild mit dem Schriftzug „Willkommen“ in den Händen hält.

Die Sticker, die den Vorgarten zieren, sind ebenfalls aus der Werkstatt des Metallkünstlers – Schmuck für den heimischen Garten gefällig? Den Raum teilen sich Christa Jenkel mit ihren Strickarbeiten, Annette Gräper, die Keramik ausstellt, Karin Mund mit Kreativem aus Naturmaterialien, Carola Schlender mit Filzarbeiten, Iris Wunderlich mit Kunsthandwerk mit Holz sowie Jessica Bozme mit Bildern und Renate von Rimscha mit Taschen. Annette Gräpers Keramik ist nicht nur optisch ein Genuss – die großen Schalen sind auch von Material und Verarbeitung „für den täglichen Gebrauch und auch die Spülmaschine geeignet“, wie die Künstlerin betont.

Groß Disnack: Dorfgemeinschaftshaus, Dörpstraat – Workshop „Kleine Elfen aus Märchenwolle binden“: 28. August, 13 bis 18 Uhr, Anmeldung bei Carola Schlender, wichtelwerkstatt@t-online.de, Kostenbeitrag: 4 Euro. Konzert „pearls and tears“: 3. September, ab 16 Uhr, 4-stimmiger Gesang mit Gitarre, Oldies bis Pop, anschließend Grillen. Eintritt:

frei

Vier Frauen teilen sich den Ausstellungsraum in Seedorf. Kunst in einer Sporthalle – irgendwie sonderbar, oder? Nein, das findet das Quartett ganz und gar nicht. Sabine Duve ist mit Patchwork und Quilten vertreten, Elga Voss zeigt Skulpturen und Malerei und Sabine Stecker und Anne Vogt haben Malerei in die Sporthalle gebracht. Sabine Duwe, die übrigens die Schau organisiert hat, aber auch erste Vorsitzende des Sportvereins ist, findet, dass die Arbeiten die Stätte der Leibesertüchtigung außerordentlich schmücken. „Kunst ist, wenn die Stoffe mit mir sprechen“, sagt sie. Ihre Namensschwester, Sabine Stecker aus Stintenburg im Mecklenburgischen, malt expressionistisch und abstrakt. Sie definiert Kunst als „meinen Gefühlen durch Gestaltung Ausdruck zu verleihen“. Figürliche und abstrakte Malerei mit Acryl und Tusche hat Anne Vogt aus Maschen mitgebracht. Sie sagt: „Kunst ist das Eintauchen in eine fremde Welt, die ich mir selber gestalten kann.“ Elga Voss schließlich erklärt, „Kunst bedeutet, dass ich etwas nach außen transportieren möchte, was ich nicht in Worte fassen kann.“ Fest steht, dass Kunstwerke eine universelle Sprache sprechen. Worte überflüssig. Gucken. Staunen. Wirken lassen.

Seedorf: Sporthalle, Dorfstraße – Die Ausstellung endet am 28. August. Finissage: 27. August, 16 Uhr

Dorothea Baumm

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