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Lauenburg Eisbrecher nach Hamburg verlegt
Lokales Lauenburg Eisbrecher nach Hamburg verlegt
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22:04 02.03.2018
Ein Teil der Geesthachter Eisbrecherflotte in der eigentlich gesperrten Schleuse: Die Spezialschiffe liefen Freitagnachmittag aus, um von Hamburg aus gegebenenfalls einen Eisaufbruch starten zu können. Quelle: Timo Jann
Geesthacht

Wir müssen die Schiffe vorsorglich verlegen, weil wir einen möglichen Eisaufbruch nur gegen den Strom starten können, damit das gebrochene Eis hinter uns abfließen kann“, erklärte Andreas Schultz, der Einsatzleiter der in Geesthacht stationierten Eisbrecherflotte. Theoretisch würden sich die Spezialschiffe bis Magdeburg durcharbeiten müssen, sollte die Elbe zufrieren, wenn das Treibeis zum Stillstand kommt. Das war 1996 der Fall, damals konnte man den Fluss zu Fuss überqueren. Würde man die Spezialschiffe jetzt nicht verlegen, kämen sie bei einer Eisblockade nicht an ihren Einsatzort.

„Von der Heftigkeit, mit der sich auf der Elbe jetzt Eis gebildet hat, wurden wir überrascht“, räumt Andreas Dohms, der amtierende Leiter des WSA in Lauenburg, ein. Die WSA- Experten  waren Anfang der Woche noch davon ausgegangen, dass die Wassertemperatur nicht kalt genug zur Bildung von Grundeis wäre, weil die Sonne tagsüber schon recht hoch steht. Das Grundeis bildet sich bei strengem Frost, steigt dann auf und treibt an der Wasseroberfläche als Schollen flussabwärts. Vier Nächte haben dafür ausgereicht, dass der Fluss zum Großteil mit Schollen bedeckt ist.

Ob die Eisbrecher auf der Elbe zum Einsatz kommen, ist noch unklar. Wenn sich in der kommenden Woche das Wetter milder zeigt, soll jedenfalls – sobald die Lage an der Elbe entspannt ist – der Eisaufbruch im Elbe-Lübeck-Kanal beginnen. „Solange bleibt uns nur abzuwarten und die Lage zu beobachten“, sagt Schultz. 2012 musste er mit seinen Kollegen erstmals in der Historie des Eisaufbruchs selbst nachts ran, was als besonders gefährlich gilt. Damals hatte sich eine massive Eisbarriere gebildet, die den Wasserablaufs gen Nordsee stark behinderte. tja

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