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Lauenburg Eisenbahnbrücke vor Ratzeburg tiefergelegt
Lokales Lauenburg Eisenbahnbrücke vor Ratzeburg tiefergelegt
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22:16 06.09.2013
Mit den hydraulischen Pressen (grüne Stempel) wurde die Brücke Zentimeter um Zentimeter auf die eigentlichen Betonlager herabgesenkt. Für 1,10 Meter Höhenunterschied brauchte es zweieinhalb Tage. Quelle: Foto: Mark Sauer/Stadt Ratzeburg/hfr

Ein eindrucksvolles Schauspiel konnte jetzt auf der Brückenbaustelle am Harmsdorfer Kreuz beobachtet werden. Die rund 600 Tonnen schwere und 43 Meter lange Eisenbahnbrücke wurde mittels hydraulischer Pressen um 1,10 Meter auf ihre endgültige Position herabgelassen. Etwa 40 Zentimeter täglich konnte das Bauwerk abgesenkt werden, so dass es nach zweieinhalb Tagen schließlich auf seinen Widerlagern und Pfeilern zum Ruhen kam.

Mit hydraulischen Pressen wurde die Brücke Zentimeter um Zentimeter abgesenkt. Das technisch aufwendige Verfahren war gewählt worden, um die Anfertigung des Brückenbauwerkes bei laufendem Bahnbetrieb auf der Strecke Lüneburg-Lübeck, die täglich von rund 40 Nahverkehrszügen und zahlreichen Güterzügen frequentiert wird, durchführen zu können. Alternativ hätten die Brückenpfeiler und Widerlager um rund einen Meter höher gestaltet werden müssen, was sich allerdings sehr ungünstig auf den Steigungswinkel der zuführenden Rampe ausgewirkt hätte. Die Herausforderung: Brückenbau bei laufendem Bahnbetrieb. Parallel zum „Tieferlegen“ der Brücke wurden die einzelnen Brückensegmente gespannt. Der scheinbar starre Brückenkörper wurde mit starkem Druck an innenliegenden Stahllitzen auf Spannung gebracht und nach oben gewölbt. Rund 16 Zentimeter konnten die Stahllitzen auf diese Weise aus dem Bauwerk herausgezogen werden. Das Vor- und Entspannen der Brücke erfolgte mit einer Bündelspannpresse.

Mit der absehbaren Fertigstellung der Eisenbahnbrücke wird ein wichtiges Etappenziel bei der Vollendung des Harmsdorfer Kreuzes erreicht. Anschließend stehen die Bauarbeiten zur Einrichtung der neuen Straßentrasse an. Mit einer endgültigen Fertigstellung wird im Jahr 2015 gerechnet.

Ziel der Baumaßnahme, für die der Landesbetrieb für Straßenbau- und Verkehr Schleswig-Holstein, Niederlassung Lübeck, die Verantwortung trägt, ist es, die durch den beschränkten Bahnübergang am Ratzeburger Ortseingang verursachten Verkehrsbehinderungen auf der B 208, die als Verbindungsstraße zwischen dem Kreis Herzogtum Lauenburg im Westen und dem Landkreis Nordwestmecklenburg im Osten eine bedeutende Achse darstellt und mit dem Harmsdorfer Kreuz (B207 + B208) das Fernstraßennetz zu den Bundesautobahnen A 20 im Norden und A 24 im Süden anbindet, endgültig zu beseitigen. Parallel dazu soll auch eine Anbindung des Ratzeburger Gewerbegebietes West an die B 208 erfolgen.

Kosten aufgeteilt

4,3 Millionen Euro werden als Baukosten für die Baumaßnahme veranschlagt, die sich der Bund und die Deutsche Bahn AG teilen müssen.
Die Stadt Ratzeburg trägt die Kosten für die Anbindung an die Robert-Bosch-Straße in Höhe von 320 000 Euro.

LN

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