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Lauenburg Eisige Naturschauspiele auf den lauenburgischen Gewässern
Lokales Lauenburg Eisige Naturschauspiele auf den lauenburgischen Gewässern
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23:02 06.01.2016
Frostige Winteridylle am Feuerlöschteich in Kulpin bei Ratzeburg: Im Hintergrund ist das alte Herrenhaus des Gutes Kulpin zu sehen. Im Mittelalter stand an dieser Stelle eine Raubritterburg. Quelle: Joachim Strunk
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Geesthacht

Eiszeit auch auf der Elbe: Drei klirrend kalte Nächte haben ausgereicht, um den Fluss mit Eisschollen zu bedecken. „Für die Schifffahrt ist das noch keine nennenswerte Beeinträchtigung und auch unsere Eisbrecher liegen noch alle im Hafen“, erklärte am Mittwoch Andreas Schultz, Leiter der in Geesthacht stationierten Eisbrecher-Flotte. Die Spezialschiffe des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) müssen erst raus, wenn das Eis zu mächtig wird. Dann müssen sie den Wasserabfluss sicherstellen, damit sich kein Rückstau bildet. Außerdem könnten Eisschollen bei Hochwasser die Deiche beschädigen. Schultz: „Danach sieht es nicht aus, es sind ja schon wieder mildere Temperaturen angekündigt.“

Dennoch ist es ein besonderes Naturschauspiel, das man jetzt am Elbufer beobachten kann. Knirschend reiben sich die Schollen aneinander und backen zu großen Schollen zusammen. Am Stauwehr unterhalb der Geesthachter Elbbrücke rauschen sie dann etwa zwei Meter in die Tiefe in den Tiedebereich der Elbe und zerbrechen dabei.

Das Eis der Elbe bildet sich bei strengem Frost am Grund, es handelt sich um so genanntes Grundeis. Das Eis schwimmt dann auf und treibt als Schollen an der Oberfläche. Ist es lange sehr kalt, stauen sich die Eisschollen und bilden große Barrieren im Fluss.

Für den Elbe-Lübeck-Kanal wurden zwar Behinderungen gemeldet, es staut sich aber vor allem Eis vor den Schleusen. Die Wasserstraße ist befahrbar. Die Nordkammer der Schleuse in Geesthacht ist aber laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bis auf Widerruf dicht. Die Tore schöpfen das Eis aus dem Wasser und das könnte hinunterfallen.

Auf dem Möllner Mühlenteich bleibt den Enten nur noch wenig Platz zum Schwimmen. Rund um sie herum ist der Teich zugefroren. Dick ist die Eisschicht aber nicht.

Erst, wenn die Eisdecke auf der Elbe geschlossen ist, schlägt die Stunde der Eisbrecher. Das war zuletzt 2012 erforderlich, als die zehn Spezialschiffe des WSA zum bisher letzten Mal auf der Elbe massiv gefordert waren, schrammte man knapp an einer Katastrophe vorbei: Damals hatte sich ein Eiswall gebildet, hinter dem sich rasend schnell das Wasser staute. Im letzten Moment gelang es den Eisbrechern, am Stauwehr einen Durchbruch für den Wasserabfluss zu schaffen.

Eine ähnliche, gefährliche Situation gab es 1986, damals mussten Pioniere der Bundeswehr unterhalb von Geesthacht eine Eisbarriere auf der Elbe sprengen.

Schlittschuhlaufen auf dem Dorfteich
Der Giesensdorfer Dorfteich hat dieser Tage erstmals eine zugefrorene Eisfläche. Mischa Sütel-Stooß (29, Foto) wagte einen Test zur Tragfähigkeit. Acht Zentimeter hat er gemessen und gleich eine Runde gedreht. Die Wettervorhersage weist für die nächsten Tage aber sinkende Temperturen aus.
Generell warnen die Behörden und Feuerwehren vor dem Betreten des Eises, da nur wenige Tage Frosttemperaturen keine Gewähr dafür bieten, dass die natürlichen Eisflächen auch sicher tragen. Foto: Friedrich Flint

Timo Jann und Philip Schülermann

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Utecht, Ratzeburger See
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