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Lauenburg Eklat beim Besuch des Königs
Lokales Lauenburg Eklat beim Besuch des Königs
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18:13 22.12.2017
Im Inneren wurde die Büchener Marienkirche im Laufe von rund 800 Jahren mehrmals umgestaltet. Berühmt und inzwischen sorgsam restauriert sind die Wand- und Gewölbemalereien in der Büchener Kirche. Quelle: Fotos: Norbert Dreessen
Büchen

König Christian VIII., damals zugleich Herzog von Schleswig und Holstein, kam ein Jahr nach seiner Thronbesteigung nach Büchen, schaute sich in der Marienkirche um und war empört. Eine alte Chronik beschreibt die Reaktion des Monarchen so: „Der König war war entsetzt über den verwahrlosten Zustand des Kircheninneren. Erregt wandte er sich an den Landbaumeister Timmermann, stellte ihn zur Rede und forderte schleunige Abhilfe.“ Die Kritik des Königs bezog sich vor allem auf die teils blass gewordenen oder sogar abgeblätterten Dach- und Wandmalereien.

Die Marienkirche in Büchen-Dorf bietet in ihrem Inneren zahlreiche Kunstschätze und befindet sich in einem wirklich guten Zustand. Das aber war nicht immer so – sehr zum Missfallen des Königs von Dänemark, Christian VIII., der das Gotteshaus im Jahr 1840 besichtigte.

Die Kirchengemeinde

Drei Gotteshäuser gehören zur evangelischen Kirchengemeinde Büchen die Marienkirche in Büchen-Dorf, die St.-Georg-Kirche in Büchen-Pötrau und die Katharinenkapelle in Witzeeze.

An den Weihnachtstagen finden in diesen Kirchen insgesamt acht Gottesdienste statt, Silvester zwei weitere, am Neujahrstag einer. Gut besucht werden sie alle sein.

Baumeister Timmermann fiel keine bessere Lösung ein, als die Ausmalungen überkalken zu lassen. Als das jedoch Graf Reventlow, dem Vorsitzenden des Konsistoriums in Ratzeburg, zu Ohren kam, fuhr der schnellstens nach Büchen und stoppte das an den Wänden schon begonnene Zerstörungswerk.

So kann man heute noch den größten Teil der Malereien bewundern, inzwischen immer mal wieder behutsam restauriert. Im Dach des Mittelschiffes zum Beispiel sind die zwölf Apostel dargestellt – allerdings jeweils bei ihrer Hinrichtung. Der Westteil des Bauwerks ist schon vor 1230 errichtet worden, und zwar im Übergangsstil zwischen der romanischen und gotischen Bauweise. Im 15. Jahrhundert musste dann eine großzügige Erweiterung erfolgen, weil die Marienkirche eine Wallfahrtskirche geworden war, die stark frequentiert wurde. In der Kirche befand sich ein berühmtes Marienbild, das die Wallfahrer anbeteten und das, so glaubte man, heilende Kräfte besaß. Die Wallfahrer betraten die Kirche durch den Nordeingang, gingen an dem Marienbild vorbei und verließen das Gotteshaus durch den Südeingang, der heute zugemauert ist.

„Irgendwann in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges ist das Marienbild verlorengegangen“, erzählt der Büchener Pastor Dr. Jan Jackisch. Jahrhundertelang habe es als verschollen gegolten, dann wurde es in einer Kirche in Ungarn entdeckt. Dort hängt es heute noch. Es wurde jedoch eine Replik angefertigt, die heute in der katholischen Kapelle an der Holstenstraße in Büchen zu sehen ist. Der alte „Gotteskasten“ mit Geldeinwurfsöffnung, der einst das Marienbild enthielt, steht aber noch heute in der Marienkirche. Er wird auch Marienschrein genannt.

Viele Ausstattungsstücke der Kirche in Büchen-Dorf stammen aus dem ehemaligen Schloss in Franzhagen, das abgerissen wurde, darunter auch die Renaissancekanzel aus dem Jahr 1609. Das Bildnis des Herzogs von Sachsen-Lauenburg und seiner Familie, gemalt zu Beginn des 17. Jahrhunderts, hing ebenfalls bis 1711 im Schloss von Franzhagen. In der Büchener Marienkirche diente es bis 1960 als Altarbild, heute schmückt es eine Seitenwand.

Aus der Ursprungszeit der Kirche stammt das romanische Taufbecken. „Es wurde aus gotländischem Kalkstein gefertigt, wir benutzen es nach wie vor“, sagt Pastor Jackisch.

Weit jünger ist der Turm des Gotteshauses. Bis 1835 gab es hier gar keinen Kirchturm, der dann erbaute brannte nach nur zwei Jahren ab. Der Nachfolge-Turm hielt länger, doch auch er wurde 1911 ein Raub der Flammen. Dann wurde der jetzige Turm gebaut, und seitdem hängt in ihm eine neue Glocke, verziert mit den Bibelworten „Land, höre des Herrn Wort“ und „Sie sahen niemand als Jesus allein“ .

Allein am morgigen Heiligabend wird die Glocke hier dreimal zum Gottesdienst läuten.

Norbert Dreessen

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