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Ende eines Reetdach-Ensembles

Pogeez Ende eines Reetdach-Ensembles

In der vergangenen Woche war es soweit: Das neu mit Reet eingedeckte Haus von Christoph Gützlaff aus Pogeez wurde wieder abgedeckt, es bekommt jetzt ein anderes Dach. Der Grund: ein Nachbar hatte Anstoß genommen und den Fall der Kreisverwaltung gemeldet.

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Das Fachwerkhaus von Christoph Gützlaff in Pogeez darf hauptsächlich aus Brandschutzgründen keine Reetdach haben. Die Dacheindeckung muss abgenommen werden – zum großen Unmut des Eigentümers.

Quelle: Foto: Gercken

Pogeez. Ein Reetdachdecker aus der Nähe von Rehna hat die Abdeckung zusammen mit einem Kollegen vorgenommen. Ihm blute das Herz, äußern wollte er sich zum Thema nicht. „Ist ja nicht gerade Werbung für mich“, so der Fachmann.

Das Problem: Mitte 2015, kurz nachdem das Dach fertig war, kam die Aufforderung des Kreisbauamtes, das Reet wieder abnehmen zu lassen. Es sei unzulässig – wegen zu geringem Abstand zu den benachbarten Häusern. Bei Reetdächern bestehe grundsätzlich größere Brandgefahr als bei anderen. Ein Abstand von mindestens zwölf Metern sei vorgeschrieben – statt der vorhandenen 9,20 Meter.

Gützlaffs Nachfragen bei der Kreisverwaltung ergaben: Die Reetdacheindeckung des ehemaligen Garagengebäudes ist nicht genehmigungsfähig, auch eine Vermietung als Ferienwohnung nicht zugelassen – allenfalls als Garagengebäude. Würde das Reet wieder abgenommen und das Dach mit Ziegeln gedeckt, wäre eine Wohnnutzung erlaubt.

Der „Stein des Anstoßes“ liegt in der Hauptstraße in Pogeez hinter dem „Knusperhäuschen“, das lange Zeit ein gut frequentiertes Restaurant im Reetdachhaus war. Sein Besitzer ging vor ein paar Jahren in die Insolvenz. Direkt daneben steht ein kleineres Wohnhaus, Fachwerk, ebenfalls Reetdach. Und dahinter eine ehemalige (Doppel-)Garage, vor Jahren umgebaut zu einem Wohnhaus mit 65 Quadratmetern Fläche. Auch mit Reet gedeckt. Das Zweierensemble gehört dem Pogeezer Hans-Christoph Gützlaff, der es vor zwei Jahren neu mit Reet eindecken ließ. Die alten Dächer waren 40 Jahre alt und marode.

Die Kreisbauverwaltung wies Gützlaff darauf hin, dass schon der einstige Umbau der Garage ohne Baugenehmigung durchgeführt worden sei. Die Kreisverwaltung mahnte, das Dach auszutauschen, andernfalls erfolge die Beseitigung des Gebäudes kostenpflichtig auf dem ordnungsrechtlichen Zwangswege.

Gützlaff fühlt sich verschaukelt. Während der Kaufphase habe es keine entsprechende Hinweise gegeben, auch vom Pogeezer Brandmeister nicht. Aufmerksam geworden war der Kreis wohl durch einen Nachbarn, der Anzeige beim Kreis erstattet hatte und der unterlegene Mitbieter sein soll. Gützlaff ist zwischenzeitlich „durch“ mit Pogeez: „Mich kostet das Geld, ansonsten ist Pogeez ein Ort für mich, an dem ich Immobilien hielt und einige Zeit verbracht habe. Es hat kein Potential für ein Zuhause, insbesondere aufgrund sehr dominanter Ureinwohner.“ Auf den ersten LN-Artikel, in dem die plötzliche Auflage geschildert worden war, hätten ihn mehr als 80 Leser angesprochen, die meisten zur „Gegenwehr“ aufgefordert.

„Besonders bodenlos wurde die damalige Stellungnahme unserer Bürgermeisterin empfunden“, so der Diplom-Volkswirt. Neben der Erfordernis der Neueindeckung (das Haus bekommt nun ein Metalldach mit Blechen in Schindelform) sei ihm auch untersagt worden, Kurzzeitvermietungen (Monteure oder Touristen) vorzunehmen, eine Nutzung, die im Rahmen des „Knusperhäuschenbetriebes“, aus dessen Bestand er die Häuser gekauft habe, sicherlich bestanden habe. „Nun gibt es mit Wissen der Bürgermeister von Pogeez und den Nachbargemeinden etliche solcher Nutzungen, die nicht genehmigungsfähig und häufig auch nicht als Gewerbe angemeldet und steuerlich erfasst sind. Aber die politisch Verantwortlichen unternehmen nichts, das läuft unkommentiert schon über viele Jahre“, wundert sich Gützlaff.

 Von Silke Geercken

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