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Lauenburg Endgültiges Aus für Norddeutsche Teppichfabrik
Lokales Lauenburg Endgültiges Aus für Norddeutsche Teppichfabrik
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10:39 09.08.2016
Die Teppichproduktion in Geesthacht (Foto) soll im Oktober endgültig eingestellt werden. 80 Mitarbeiter verlieren dann ihre Arbeitsplätze, nur acht können nach Hameln zu Vorwerk wechseln. Quelle: Timo Jann

Im Oktober soll endgültig Schluss sein. Nach der Insolvenz des Geesthachter Traditionsunternehmens vor drei Jahren hatte der Hamelner Konkurrent Vorwerk die Produktion in Geesthacht seit Anfang 2014 noch unter dem bekannten Markennamen „Nordpfeil“ fortgeführt. Der in der Branche geschätzte Name wird bleiben – aber ohne jede Verbindung nach Geesthacht.

Nachnutzung offen

Politisch gibt es für die künftige Nutzung des Geländes bisher keine eindeutige Richtung. Sowohl Gewerbe als auch Wohnen oder eine Kombination von beidem sind möglich.

„Das Vorgehen folgt dem bereits Ende 2015 definierten 'Fünf-Punkte-Plan', der neben Investitionen in den Ausbau der Marktstellung sowie in innovative Angebote unter anderem neue Vermarktungskonzepte vorsieht, die gemeinsam mit Fach- und Großhandelspartnern entwickelt werden“, erklärt Melanie Münzberg, Sprecherin von Vorwerk. „Zudem wird das Stammwerk in Hameln durch Investitionen gestärkt und die Produktionsanlagen zu den innovativsten der gesamten Branche ausgebaut“, sagt sie. „Nordpfeil“ werde künftig ausschließlich in Hameln produziert.

Acht Mitarbeitern aus Geesthacht wird Vorwerk laut Melanie Münzberg in Hameln einen Arbeitsplatz anbieten. 80 Mitarbeiter werden damit künftig arbeitslos sein und sich nach einem neuen Job umsehen müssen. Vor der Insolvenz hatten 350 Mitarbeiter in der Norddeutschen Teppichfabrik gearbeitet. Doch der Boom von Laminatböden führte dazu, dass immer seltener Teppichware verkauft wurde. Obwohl „Nordpfeil“ vor allem als Lieferant für Hotels, Bürokomplexe oder Banken gilt, reichte dies nicht aus, um den Standort zu sichern.

„Die Produktion im Teppichwerk in Geesthacht wird bis zum 30. Oktober dieses Jahres fortgesetzt, die endgültige Schließung und Rückgabe des Werks an den Eigentümer erfolgt zum Jahresende 2016“, erklärt Melanie Münzberg das weitere Vorgehen. Eigentümer des 25 Hektar Areals ist Insolvenzverwalter Udo Müller aus Hannover. „Mit Vorwerk übernimmt ein Unternehmen die Geschäfte, das eine glaubwürdige und nachhaltige Fortführung der Vermarktung der Nordpfeil-Produkte sicherstellen kann“, hatte sich Müller noch im Jahr 2014 gefreut.

Tatsächlich sicherte sich Vorwerk nur die Marke „Nordpfeil“. Müller muss jetzt sehen, dass er das Grundstück, das als Industriegebiet klassifiziert ist, an einen Investor verkauft bekommt. Bevor das möglich sei, müsse er aber die Altlasten-Analyse abwarten, teilte Müller gestern auf Anfrage mit. Wie berichtet, gibt es mehrere Verdachtsflächen, die nach dem Auszug von Vorwerk untersucht werden sollen.

 Timo Jann

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