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Energie-Revolution an der Elbe

Geesthacht Energie-Revolution an der Elbe

Geesthachter Helmholtz-Forscher wollen mit Sonnenenergie Wasserstoff gewinnen und speichern. Für 6,4 Millionen Euro entsteht eine neues Entwicklungszentrum dafür.

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Auch architektonisch setzt der Entwurf des Kieler Büros Schmieder.Dau für das neue „Polymer and hydrogen Technology Centre“ am Helmholtz-Zentrum Geesthacht ein zukunftsweisendes Zeichen.

Quelle: HZG/hfr

Geesthacht. Wasserstoff direkt mit Sonnenlicht herstellen oder Autos ohne Abgase als Regel auf Deutschlands Straßen fahren lassen – Geesthachts Forscher im Helmholtz-Zentrum (HZG) haben zahlreiche Träume. Einigen von ihnen sind sie nun wieder ein Stück näher gekommen. Im kommenden Frühjahr soll das neue „Polymer and hydrogen Technology Centre“ (PHTC) seinen Betrieb aufnehmen.

LN-Bild

Geesthachter Helmholtz-Forscher wollen mit Sonnenenergie Wasserstoff gewinnen und speichern – Für 6,4 Millionen Euro entsteht eine neues Entwicklungszentrum dafür.

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Beim Richtfest am Montag (die LN berichteten) war die Vorfreude auf den 6,4 Millionen Euro teuren Neubau bereits groß. Und der wird nicht nur durch seine Hochtechnologie-Einrichtung – allein die kostet zusätzlich noch einmal 1,5 Millionen Euro – bestechen, sondern auch durch seine Architektur. Sein dreieckiges Äußeres, das an Teile eines Kolbenmotors oder auch an das Plektrum eines Gitarristen erinnere, ist ein Entwurf des Kieler Architekturbüros Schmieder.Dau. „Auch wenn das etwas teuerer wird, aber die anderen Schuhkartons konnten da einfach nicht mithalten“, sagt Prof. Dr.

Thomas Klassen, Leiter des Institutes für Werkstoffforschung. In dem Gebäude stehen den Forschern 700 Quadratmeter Laboratorien, Funktions- und Büroflächen zur Verfügung.

„Das neue Centre ist für uns ein wichtiger Schritt zur Anwendung unserer Entwicklungen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Kaysser, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums-Geesthacht. Statt im Reagenzglas könnten die Membranen aus Polymeren in größeren Einheiten produziert werden. Die entsprechende Größer solches Batches sei wichtig, um bei den späteren Experimenten in Zusammenarbeit mit der Industrie besser verwertbare Ergebnisse zu bekommen. Nur wenn die produzierten Polymere für die Membranen vollkommen identisch seien, also aus dem selben Laborversuch stammten, könnten in der vergleichenden Anwendung entsprechende Schlüsse gezogen werden. Auch wenn die Rezepturen gleich seien, würde die Vergleichbarkeit für Forschungszwecke bei nacheinander produzierten Chargen fehlen.

Das ändere sich durch die neuen Labore. Die dann mögliche Zusammenarbeit mit der Industrie öffne außerdem Türen zu wichtigen Drittmitteln. Nicht zuletzt schafft der Neubau auch zusätzliche Arbeitsplätze für Wissenschaftler. Die genaue Zahl wollte Kaysser allerdings noch nicht nennen.

Schon bei der Produktion der Membranen im Labor soll der Umweltschutz noch stärker als bisher schon im Blickpunkt stehen. So wollen die Forscher verstärkt auf eine lösungsmittelfreie Herstellung von Membranen setzen und die dennoch benötigten Lösungsmittel so weit wie möglich recyceln. Eine neue Anlage soll sogar komplett auf Lösungsmittel verzichten.

Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit im neuen PHTC soll das „künstliche Blatt“ sein. Mithilfe von Sonnenlicht soll direkt Wasserstoff hergestellt und so Solarenergie speicherbar gemacht werden. In dafür eingerichteten Laborräumen sollen hocheffiziente „Blätter“ als Prototyp einer solchen Solarzelle entwickelt und Tanks für die Wasserstoff-Speicherung gebaut werden. In einem Dreivierteljahr sollen die Forscher in den neuen Laboratorien ihre Forschungsergebnisse weiterentwickeln können – oder wie es Werkstoffkundler Prof. Dr. Thomas Klassen ausdrückt: „Wir müssen dann zeigen, dass wir das realisieren können, was wir versprochen haben.“

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht: Wissen schafft Nutzen

800 Mitarbeiter hat das Helmholtz- Zentrum Geesthacht mit seiner Außenstelle Teltow als Zentrum für Material- und Küstenforschung. Dem Leitsatz „Wissen schafft Nutzen“ folgend, erarbeiten die Mitarbeiter wissenschaftliche Erkenntnisse und entwickeln daraus konkrete Nutzungsoptionen für Gegenwart und Zukunft.

Als Mitglied der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft, leistet das Helmholtz-Zentrum Geesthacht substanzielle Beiträge zur Klärung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die Gesamtinvestitionen für das neue „Polymer and hydrogen Technology Centre“ in der Höhe von 7,9 Millionen Euro inklusive Ausstattung trägt das Helmholtz-Zentrum Geesthacht komplett aus Eigenmitteln.

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht ist seit 2010 Nachfolger der 1956 gegründeten Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt mbH GKSS.

 Holger Marohn

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