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Lauenburg Energiewende: Netzausbau belastet Stromkunden
Lokales Lauenburg Energiewende: Netzausbau belastet Stromkunden
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20:28 25.10.2016

„Das ist doch ein Fass ohne Boden. Wir brauchen dringend ein Umdenken bei der Energiewende“, fordert Bernd Hengst, Kreisvorsitzender der Stormarner Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT). Er kritisiert den für das kommenden Jahr geplanten Anstieg der Umlage im Rahmen des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes. Wegen der ebenfalls steigenden Netzdurchleitungsgebühren müssten Verbraucher mit höheren Preisen rechnen. Es gehe um rund fünf Euro pro Monat für einen Stromkunden, rechnet auch Manfred Priebsch von den Vereinigten Stadtwerken.

2017 soll nach Angaben der MIT die EEG-Umlage auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen. Kostentreiber seien die niedrigen Preise an der Strombörse, die Mehrwertsteuer auf Strom sowie der weiterhin geplante Ausbau der Windkraft, die in „hoffnungslos überlastete Leitungen“ eingespeist werde. „Da brauchen wir einen Systemwechsel. Nicht der Stromkunde sollte allein dafür zahlen. Das muss aus Haushaltsmittel, also aus Steuern, finanziert werden“, sagt Bernd Hengst.

Ein privater Haushalt werde zurzeit bei 3500 Kilowattstunden jährlich durch die EEG-Umlage und die Mehrwertsteuer mit 264 Euro belastet. Für 2017 müssten sich die Verbraucher auf höhere Kosten einstellen – rund 120 Euro mehr, weil es auch Kosten beim Netzausbau gebe. „Zuerst müssen die Netze ausgebaut werden, bevor weitere Windenergie eingespeist werden darf“, erklärt der MIT-Kreisvorsitzende.

Höhere Stromrechnungen werden aller Voraussicht nach die Vereinigten Stadtwerke ihren Kunden ausstellen. „Davon gehe ich aus“, sagt Sprecher Manfred Priebsch. Die Anhebung der EEG-Umlage, die von zurzeit von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen werde, sowie die höheren Netzdurchleitungsgebühren würden an den Verbraucher weitergegeben werden: „Das kann ein halber Cent für die Umlage und ein Cent für die Leitungsgebühren.“

Bei einem Bedarf von 3500 Kilowattstunden müsste der Kunde etwa 60 Euro mehr pro Jahr bezahlen. „An der Strombörse werden drei Cent je Kilowattstunde genommen – das ist jedoch der kleinste Teil der Kosten. Und nur den den können wir beeinflussen. Den größeren Teil machen EEG-Umlage, Steuern und die Netzgebühren aus“, erläutert Stadtwerke-Vertreter Manfred Priebsch.

Michael Thormählen

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