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Erleichterung in der Region über möglichen Kanalausbau

Mölln/Lübeck Erleichterung in der Region über möglichen Kanalausbau

Der mögliche Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals stößt in der Region durchweg auf Zustimmung. Profitieren könnte davon auch der Möllner Hafen.

Begegnungen zwischen Frachtschiffen wie hier dem Schubbugsierer „Wittenberge Herrenhof D“ und dem holländischen Binnenschiff „Fivel“ sind auf dem Elbe-Lübeck-Kanal in den vergangenen Jahren immer seltener geworden. Sollte der nun offenbar im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Ausbau des Kanals umgesetzt werden, könnten auch wieder größere Schiffe die Wasserstraße nutzen.

Quelle: Friedrich Flint

Mölln/Lübeck. Der mögliche Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals stößt in der Region durchweg auf Zustimmung. Profitieren könnte davon auch der Möllner Hafen. Vor allem Futtermittel und Raps könnten statt auf der Straße mit modernen Schiffen auf dem Wasserweg zwischen Hamburg und Mölln transportiert werden. Dafür wäre neben dem Schleusenneubau in Witzeeze aber auch der Neubau der Kanalbrücke bei Büchen erforderlich. Hier würde nun wieder der Bund allein in der Pflicht stehen.

LN-Bild

Der mögliche Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals stößt in der Region durchweg auf Zustimmung. Profitieren könnte davon auch der Möllner Hafen.

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„Ein Ausbau des Kanals dürfte die wesentliche Voraussetzung für die gewerbliche Weiterentwicklung der Hafenbereiche in Mölln und Lauenburg sein“, sagt Landrat Dr. Christoph Mager (CDU). Abgesehen davon profitiere der Kreis natürlich auch durch eine Verlagerung von der Straße auf das Wasser, was die Verkehrsdichte angeht — auch nach Schaffung der festen Fehmarnbeltquerung, so Mager.

Für Ludwig Striewe, Geschäftsführer ATR-Landhandel in Ratzeburg, hat der Elbe-Lübeck-Kanal eine Schlüsselposition. „Daher haben wir auch immer für einen zeitgemäßen Ausbau gekämpft und begrüßen die nun offenbar getroffene Entscheidung für den Bundesverkehrswegeplan“, sagt Striewe. Die Ostsee sei eines der am meisten befahrensten Meere und das deutsche Binnenwasserstraßennetz als das am besten ausgebauteste seiner Art weltweit. Der Elbe-Lübeck-Kanal verbinde beides. „Es ist wichtig, dass der Elbe-Lübeck-Kanal auch von den typischen Schiffstypen — wie sie auch auf dem Mittellandkanal verkehren — befahren werden kann“, sagt Striewe. Denn die kanaltauglichen 80-Meter-Schiffe würden am Logistikmarkt immer seltener werden und seien kaum noch zu bekommen. „Wir suchen teilweise Tage oder Wochen nach diesen Schiffen, um vor allem Dünger oder Raps zu transportieren. Ein Ausbau des Kanals für die 115-Meter-Schiffe würde uns ermöglichen, deutlich mehr Ladung über den Kanal zu transportieren“, sagt Striewe.

Ein Ausbau des Kanals würde auch bedeuten, dass Frachtschiffe mit Futtermittel oder Dünger aus dem Ostseeraum ihre Ladung im Lübecker Hafen auf Binnenschiffe umschlagen könnten. Bisher mussten sie über den Nord-Ostsee-Kanal bis Rotterdam fahren, um dort ihre Ladung über den Rhein auf das deutschen Binnenwasserstraßennetz zu bringen. Auch die Raiffeisen Mölln, die wie ATR Siloanlagen im Hafen betreibt, begrüßt die vorab bekanntgewordene Entscheidung. „Wir wollen auch in Zukunft den Hafen nutzen. Wie stark das möglich ist, hängt auch vom Ausbauzustand des Kanals ab“, sagt Prokurist Reinhard Wedell.

Für Büchen und das östlich des Kanals gelegene Umland könnte mit der Aufnahme des Kanals in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) auch Bewegung in den Neubau der Kanalbrücke kommen. In dem jahrzehntelangen Zuständigkeitsstreit zwischen Land und Bund hatten beide Parteien im Oktober vereinbart, dass im Falle einer Aufnahme des Kanals in den BVWP für einen Brückenneubau der Bund zuständig sei.

Güterumschlag

1261 Frachtschiffe wurden im vergangenen Jahr durch die bereits für moderne Güterschiffe ausgebaute Schleuse in Lauenburg geschleust.

An der alten Schleuse in Büssau waren es lediglich 844.

225 000 Tonnen Ladung wurden dabei in den Kanal gebracht oder abtransportiert. Allein auf den Bereich Baustoffe mit Kies und Schotter entfielen 150000 Tonnen. Hinzu kommen Holz, Getreide und Futtermittel in einer Menge von 45000 Tonnen sowie Düngemittel (23000 Tonnen) und chemische Erzeugnisse (2500 Tonnen).

Von Holger Marohn

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