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Lauenburg Erntezeit – Schritttempo auf den Straßen
Lokales Lauenburg Erntezeit – Schritttempo auf den Straßen
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19:27 26.08.2017
Gelenkt wird über die Hinterräder. 530 PS für 24 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht: Claas Lexion 760 von U. und J. Barkmann.

Stockender Verkehr bei strahlendem Sonnenschein auf der Bundesstraße nahe Mustin. Autofahrer mit Kennzeichen verschiedenster Herkunft sind auf dem Weg zu einer Badestelle und dann geht es eine Weile nur im Schritttempo voran: Zwei Mähdrescher auf dem Weg zum Ernteeinsatz begegnen sich und suchen auf der Allee eine Möglichkeit, schadenfrei einander zu passieren. Kein seltenes Bild in den vergangenen Tagen.

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Große Maschinen fahren mit Sondergenehmigung – Jeder trockene Tag ist kostbar für Landwirte.

Weizen unter Dach und Fach

Laut Jörg Barkmann ist die Weizenernte in diesen Tagen abgeschlossen. Nach Regen braucht es jeweils zwei trockene Tage, um den Weizen einfahren zu können. Im September geht es mit Zuckerrüben, Mais und dem Grasschnitt weiter.

Urlauber und Einheimische lechzen nach etwas sommerlicher Erholung bei den wenigen Sonnenstunden dieses Sommers, die Landwirte sind zum Einbringen der Ernte auf trockene Bedingungen angewiesen.

Dabei sind für die großen Maschinen nur bestimmte Straßen zugelassen und eine Sondergenehmigung ist erforderlich. „Auf der Straße hat der Claas Lexion 770 eine Breite von 3,79 Metern“, erklärt Landwirt Reinhard Jahnke auf einem Feld bei Seedorf. „Mit dem Schneidwerk vorne misst er 10,8 Meter“, so Jahnke, der auch Vorsitzender des Kreisbauernverbandes ist. 580 PS treiben das Gerät an, laut Jahnke können damit in einer Stunde etwa fünf Hektar Raps gedroschen werden. 300 PS hat der Schlepper, mit dem das Dreschgut dann abgefahren wird. Reinhard Jahnke: „Es kommt in diesem Sommer auf jeden Tag an. Leider sind die Böden so nass, dass viel mehr Dreck auf die Straßen gebracht wird“.

In Berkenthin stehen die Landmaschinen der Firma Barkmann und warten auf die nächsten Einsätze. Am Vortag gab es ergiebige Niederschläge, so dass auch heute eine Zwangspause eingelegt werden muss.

„Das haben wir so zuletzt vor 30 Jahren erlebt“, berichtet Jörg Barkmann, Inhaber   in dritter Generation. „Derzeit geht in der Landwirtschaft durch den vielen Regen nichts mehr“, sagt Barkmann. Und erklärt: „Ohne Raupe am Mähdrescher sackt man beim kleinsten Hügel ein. Derzeit wird nur die Hälfte geschafft wie sonst um diese Zeit. Die Böden werden kaputt gefahren und das, was auf der Straße als Dreck wahrgenommen wird, ist eigentlich wertvoller Boden.“ Die Maschinen sind in den vergangenen Jahren sehr viel größer geworden. In die Halle von Jörg Barkmann passten vor einigen Jahren sechs Fahrzeuge hinein. Heute sind es gerade einmal drei. Dabei hat sich der Fuhrpark in Berkenthin in den vergangenen sieben Jahren auch mengenmäßig vergrößert. „Das liegt an dem Boom der Biogasanlagen“, weiß der Firmenchef. Eine persönliche Empfehlung gibt Jörg Barkmann den Autofahrern, die mit Tempo 30 hinter einem Mähdrescher herfahren: „Wenn ich während der Fahrt rechts blinke und das Tempo nicht verlangsame, soll das den Nachfahrenden signalisieren: derzeit kein Gegenverkehr, es könnte überholt werden.“

 Thomas Biller

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