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Lauenburg Vorreiter: Do-it-yourself in der MachBar
Lokales Lauenburg Vorreiter: Do-it-yourself in der MachBar
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13:01 01.12.2018
Die MachBar - erste Do-it-yourself-Bar im Norden. Daniela Frackmann und Sabine Bierschenk-Edsen laden zu Workshops, Austausch und Inspirationen nach Ratzeburg in die Herrenstraße 15. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Mit eigenen Händen etwas vollbringen, basteln, bauen, kreativ sein, Spaß haben – das alles ist unter dem neudeutschen Begriff „DIY – Do it yourself“ (Mach’ es doch einfach selbst) – zu verstehen. Für Daniela Frackmann und Sabine Bierschenk-Edsen war diese Idee bislang ein gemeinsames Hobby, dem sie frönten.

Seit Anfang des Monats haben sie aus ihrer Freizeitbeschäftigung ein Unternehmensprojekt gemacht. „Wir sind Nachbarn in einem Reihenhaus. Zwischen uns wohnt allerdings eine andere Partei, so dass wir, wenn wir an der Nähmaschine oder am Basteltisch gesessen haben, uns unsere Sachen, Objekte, Ideen und Fragen immer telefonisch oder per WhatsApp mitgeteilt haben“, erzählt Daniela Frackmann.

Andere Leute teilhaben lassen

Und wenn sie sich dann gegenseitig besuchten, ging es immer darum, ob man nicht einen größeren Raum als die eigene Bastelstube für das gemeinsame Hobby finden könnte. Und ob nicht auch andere Leute Lust am Basteln und am Austausch von Ideen haben könnten.

Alles ist MachBar in Ratzeburg!

So ist Anfang des Jahres die Fantasie zur Geschäftsidee geworden. Die beiden erstellten einen Businessplan, eine Finanzkalkulation und formulierten das Besondere an ihrer Idee, das zum Geschäftserfolg führen soll: „Wir glauben, dass wenn man etwas selbst macht, man diesen Produkten eine ganz andere Wertschätzung entgegenbringt“, sagt Daniela Frackmann.

Aktive Gestalter ihrer Zeit und Ideen

Sabine Bierschenk-Edsen ergänzt: „Das ist Nachhaltigkeit. Solche selbst hergestellten Dinge wird man nicht schnell hergeben oder wegwerfen, weil es etwas Eigenes ist.“ Außerdem: „Wir möchten, dass Menschen ihre kreativen Kräfte wieder neu entdecken und aktive Gestalter werden: ihrer Qualitätszeit, ihrer Ideen und in letzter Konsequenz auch unserer Gesellschaft“.

Workshop-Infos

Bis Mitte Dezember sind einige der ersten Workshops bereits ausgebucht. Bei anderen lohnt sich eine Nachfrage.

Die Kursusgebühren betragen je nach Dauer und Material zwischen 15 und 45 Euro. Die Kurse leiten Daniela Frackmann und Sabine Bierschenk-Edsen, aber auch Gastdozenten.

Detaillierte Infos zu den noch freien Kursen und Terminen gibt es auf www.die-machbar.com, E-Mail: info@die-machbar.com. Reguläre Öffnungszeiten: donnerstags 14-18 Uhr, freitags 11-18 Uhr, sonnabends 11-14 Uhr. Workshops finden meist außerhalb dieser Zeiten statt.

Und so machten sie sich auf die Suche – nach geeigneten Räumlichkeiten zur Miete, die klein, aber fein in der Herrenstraße 15 in Ratzeburg gefunden wurden. Das Mobiliar und die Ausstattung besteht – bis auf zwei gekaufte Stühle und Rollregale von Ikea – aus eigenen Beständen und aus Spenden oder Leihgaben von Freunden und Bekannten.

Alte Sachen im Schrank oder Keller

Das „Upcycling“, also die Nutzung und Aufbereitung alter, gebrauchter Materialien oder Stoffe ist übrigens ein wesentliches Merkmal ihrer Idee. „Wer hat nicht alles alte Sachen noch im Schrank oder Keller stehen oder liegen, aus denen man etwas neues, schönes machen kann?“, fragen sie rhetorisch.

Die Kontaktaufnahme ist übrigens ganz problemlos. Wer an der Herrenstraße 15 vorbei kommt, schaut durchs Fenster und sogar gleich in den Laden hinein. „Besucher können ohne Anmeldung kommen und zum Kaffee statt Kuchen ein Kreativprojekt bestellen, sich inspirieren lassen oder einen Workshop buchen“, sagt Frackmann.

Keine Konkurrenz zur VHS

Arbeitsplätze und Nähmaschinen sowie Beispiele aus dem DIY-Bereich stehen zur Verfügung. Apropos Workshop. Auf eine Feststellung legen die beiden Unternehmerinnen großen Wert: „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zur Volkshochschule. Dort kann man über ein ganzes Semester einen Kursus oder Lehrgang belegen. Wir bieten dagegen immer nur kurze, mehrstündige oder höchstens Tageskurse an.“

Für Karsta Dworschak aus Lassahn und Laura Audorff aus Ratzeburg, die in der „NähBar“ den Anfängerkursus „Das erste Mal an der Nähmaschine“ gebucht haben, ist gerade der Workshop ein ausschlaggebendes Argument. „Für einen längeren Zeitraum hätte ich gar nicht die Zeit“, sagt Audorff. Aber diese kurze Workshopform komme ihr gelegen. „Ich habe schon weitere gebucht.“

Dworschak findet es zudem „für mich besser als bei der VHS, weil die Gruppe nicht so groß ist, man individueller betreut wird“. Die Gruppengröße besteht maximal aus sechs Personen.

Joachim Strunk

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