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Lauenburg Erster Regio- und Designmarkt in Ratzeburg
Lokales Lauenburg Erster Regio- und Designmarkt in Ratzeburg
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13:16 08.11.2018
Das künstlerisch gestaltete Banner lädt zum ersten Regio- und Designmarkt im Ratzeburger Kreismuseum ein. Quelle: Egelhaaf/hfr
Ratzeburg

Gut Ding will Weile haben. Das sagt der Volksmund, und dass das zutrifft, wissen Sabine und Christian Egelhaaf nur allzu gut. Das Künstlerehepaar aus Mustin hat den ersten Regio- und Designmarkt initiiert, der am Wochenende im Ratzeburger Kreismuseum stattfinden wird. Ein liebevoll entwickeltes Projekt, ein gutes Ding, das seine Weile gedauert hat: „Ende August 2017 haben wir uns das erste Mal mit Klaus J. Dorsch, dem Leiter des Museums getroffen.“

Sabine Egelhaaf ist die Initiatorin des ersten Regio- und Designmarktes. Und natürlich bietet auch sie etwas schönes und nützliches aus eigener Hand an: Mispelgelee (das auch noch gut schmeckt!) und Geschirrhandtücher von bester Qualität, mit einem Foto einer Installation von ihr und einem Zitat von Kant bedruckt. Quelle: Dorothea Baumm

Die Idee, erzählt Sabine Egelhaaf, sei aus dem Nachdenken „wo wollen wir hin“ entstanden. „Die ganze, wunderbare Region östlich und westlich von Ratzeburg und vom Schaalsee – die bietet doch viel mehr als nur Tourismus und Landschaftsschutz. Hier wird doch gewirtschaftet und gelebt.“ Und da sei sie aufgestiegen in der Künstlerin, habe immer mehr Raum gefordert in ihrem (Nach-)Denken und ihren Träumen, die Frage: Wer ist hier eigentlich? Wer macht hier was?

In einem Workshop zum Thema „Wo wollen wir hin?“ wurden „alternative Ideen und Zukunftsperspektiven zur Entwicklung der Region Lauenburgische Seen und der Schaalsee-Region“ entwickelt und zusammengetragen. Fantastische Ideen, von denen einige Sabine Egelhaaf förmlich zur Entwicklung dieses sehr speziellen Marktes drängten. „Plötzlich war da so viel“, sagt sie. Stichworte wie „wohnungsnahe Nahrungsmittelproduktion“. Oder „Landschaftsgarten als Puffer zwischen Landwirtschaft und Seen“, genutzt für Anpflanzung und Weiterverarbeitung von selten gewordenen Pflanzen wie Walnüssen, Quitten, Mispeln, schwarzen Johannisbeeren, Trüffeln und anderen alten Kulturpflanzen.

Eindrücke von der Vorbereitung auf den ersten Regio- und Designmarkt

Die Gedanken überschlugen sich. Warum nicht noch weiterdenken? „Wir sprachen über neue Siedlungsformen für Selbstversorger. Über ökologisches Bauen mit heimischen Rohstoffen. Über energieautarke Dorfgemeinschaften. Über Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und, warum eigentlich nicht, über die Einführung einer Regionalwährung.“ Alles schon mal da gewesen, oder auch jetzt noch da, woanders.

Identität stiften

Das, davon sind die Egelhaafs überzeugt, macht das Leben auf dem Land und in dieser Region einzigartig und besonders. Das stiftet Identität der Region. Und ganz schnell zeigte sich: Die Mustiner Eheleute stehen nicht allein da. Viele Menschen in der Region ticken genauso.

Auch im Gespräch mit der Wismarer Kunstprofessorin Annette Leyener, die eine Führung durch die Ratzeburger Ausstellung „Identität“ angeboten hatte, waren diese Gedanken Thema. „Es müsste wieder mehr für ästhetische Grundlagen getan werden“, hatte Sabine Egelhaaf gefordert, „Die Baukultur! So schrecklich, wie die Leute alles verhunzen.“

Exquisit oder kümmerlich

Bei Leyener stieß sie damit auf Gegenliebe. Es sei heute alles entweder exquisit oder auf ein kümmerliches Niveau gesunken, sagte die Hochschullehrerin. Sie zeigte sich begeistert von der Idee, im Kreismuseum „gute Sachen und gutes Design“ zu präsentieren.

Den Markt im Kreismuseum stattfinden zu lassen: ein Geniestreich. Denn gezeigt wird viel altes Handwerk – und wo ließe sich das besser vorstellen, als vor historischer Kulisse? Seifen und Seifenproduktion in der alten Apotheke. Ein wunderschönes und forderndes Holzspiel beim historischen Spielzeug. „Besser geht es doch nicht!“ Egelhaafs sind begeistert von Klaus J. Dorschs Offenheit und Entgegenkommen.

Grenzübergreifendes Netzwerk

Fest steht: Es wird spannend am Wochenende. Das, was geboten wird, geht weit über das übliche Format eines Kunsthandwerkermarktes hinaus. Und es ist eine Veranstaltung, die den Stolz auf diese Region stärkt. „Wir hoffen ja, dass dieser Markt sich etabliert, und dass sich ein grenzübergreifendes Netzwerk aufbaut“, betont Sabine Egelhaaf.

„Ursprünglich sollte der Markt ganz regional begrenzt stattfinden.“ Aber es sollte eben auch ein Designmarkt sein, und deswegen wurde das Projekt ausgeweitet. Wer was zeigt, wurde detailliert abgesprochen. „Uns war wichtig, dass es keine Handelsware gibt. Das, was die Erzeuger zukaufen mussten, sollte fair produziert sein.“

Mehr als 20 Aussteller in historischer Kulisse

Am Wochenende, 10. und 11. November, ist es soweit: Der Lauenburgische Kunstverein veranstaltet zusammen mit dem Lauenburgischen Kreismuseum den ersten Regional- und Designmarkt. Mehr als 20 Aussteller präsentieren in den historischen Räumen des Museums eigene Erzeugnisse — keine Handelsware — aus den Bereichen Handwerk, Produkt- und Modedesign (Schmuck, Holz, Metall, Leder, Keramik, Glas und Textiles) sowie Essen und Trinken. Hobby-Brauer Wilfried Hohls ist mit seinem selbst gebrauten Bier nur am Sonnabend dabei,

Geöffnet ist Sonnabend von 12 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Sabine und Christian Egelhaaf sehen ihrem ersten Regio- und Designmarkt voller Freude entgegen. Für sie ist es Herzensangelegenheit und Pflichttermin gleichermaßen. Und, wie gesagt, ein Pflichttermin für alle, die es schön und nützlich, naturnah, regional und fair produziert lieben.

Hier lesen Sie mehr über den Markt

Dorothea Baumm

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