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Lauenburg Es gibt vorerst kein Zurück in die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service Gesellschaft
Lokales Lauenburg Es gibt vorerst kein Zurück in die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service Gesellschaft
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21:47 21.06.2016
Zehn gegen zehn: Bei der Abstimmung über den Wiedereintritt der Stadt Ratzeburg in die HLMS kam es zum Patt. Weder der Antrag der CDU für eine Rückkehr zu alten Bedingungen, noch der Kompromissvorschlag einer reduzierten Mitgliedschaft fand eine Mehrheit. Quelle: Fotos: Strunk

Ursprünglich sollte der Antrag zum Wiedereintritt in die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service Gesellschaft in nicht-öffentlicher Sitzung der Ratzeburger Stadtvertretung beraten werden. Doch dagegen wehrten sich die Freien Wähler. So kam die überschaubare Zuhörerschaft in den Genuss eines Schlagabtauschs zwischen den Befürwortern einer Rückkehr und deren Gegnern.

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Patt in der Stadtvertretung zwischen Befürwortern eines Wiedereintritts und Gegnern – Mit den eingesparten Beiträgen sollen künftig eigene Projekte finanziert werden.

Eine „große Koalition“ aus CDU, BfR/FDP und Grünen hatte den Antrag gestellt, die im vergangenen Dezember ausgesprochene Kündigung bei der HLMS zum Jahresende 2016 rückgängig zu machen, beziehungsweise wieder in die HLMS einzutreten. Sami El Basiouni, Fraktionsvorsitzender der BfR/FDP, begründete dies so: „Es gibt Gründe für den Austritt, trotzdem ist es unabdingbar, dass wir als Kreisstadt in der HLMS bleiben“. Die Folgen eines Austritts wären wohl erst in zwei bis drei Jahren erkennbar. „Unterschätzen Sie nicht, was überregionale Tourismuswerbung für uns bedeutet!“

Thomas Kuehn von der FDP pflichtete ihm bei: Im Kreistag seien mit der Reaktivierung des Tourismusbeirats deutliche Signale in Richtung Ratzeburg ausgesandt worden. Zudem sei es wichtig, mit Städten wie Mölln „auf Augenhöhe“ zu verhandeln. Dies sei nur möglich bei einem Verbleib in der HLMS. Dies unterstrich auch Wilhelm Thiele, Fraktionschef der CDU. Bei den in absehbarer Zeit zu treffenden richtungsweisenden Entscheidungen im Tourismus sei es enorm wichtig, dass Ratzeburg seine volle Mitgliedschaft mit zehn Prozent der Anteile behalte. Hier müsse Ratzeburg Verlässlichkeit beweisen.

Zum Teil vehementer Widerspruch kam von der FRW. Andreas von Gropper erklärte, „eine Rückkehr in die HLMS ohne Korrekturen an den kritisierten Strukturen der Gesellschaft und auch an den Beiträgen geht nicht“. Die FRW lehne die Mitgliedschaft weiterhin ab – könne sich allerdings zu einem Kompromissvorschlag bereit erklären, wie Bürgermeister Rainer Voß ihn in der Beschlussvorlage formuliert hatte. Demnach sollten die Beiträge auf 2,5 Prozent reduziert werden, also statt 38000 Euro Jahresbeitrag nur noch knapp 10000 Euro. Das eingesparte Geld könne dann den Wirtschaftsbetrieben der Stadt, insbesondere der eigenen Stadttourismus-Abteilung, zufließen. Voß: „Bislang können wir eigene Projekte mit keinem Cent unterstützen, sondern sind ausschließlich auf Spenden angewiesen.“

Diese drastische Reduzierung gefiel den HLMS-Befürwortern nicht. Sie fürchten, dann ein geringeres oder überhaupt kein Mitspracherecht im Aufsichtsrat zu haben. Dieses Argument widerlegten die Opponenten mit dem Hinweis, auch größere Städte wie Lauenburg oder Geesthacht hätten nur Anteile von jeweils 4,5 Prozent und trotzdem ein Aufsichtratsmandat.

So kamen am Ende zwei Beschlussvorschläge zur Abstimmung. Den Wiedereintritt zu alten Bedingungen lehnten die neun Stadtvertreter von SPD und Freien Wählern gemeinsam mit dem AWTS-Vorsitzenden Claus Nickel (CDU) ab, den Kompromissvorschlag über einen nur noch fünfprozentigen Anteil wiederum die übrigen zehn Abgeordneten von CDU, FDP/BfR und Grünen. Stand der Dinge: Es bleibt vorerst, wie es ist.

Ottfried Feußner verabschiedet Andreas Hagenkötter

Mit einer Urkunde und einer Silbermünze der Sonderprägung anlässlich des 950-jährigen Stadtjubiläums dankte Bürgervorsteher Ottfried Feußner dem Ratsherrn der Freien Wähler, Andreas Hagenkötter. Der Rechtsanwalt ist seit 2006 Stadtvertreter gewesen, Mitglied in allen Ausschüssen der Stadt und des Schulverbandes entweder als Mitglied oder als Vertreter, stellvertretender Bürgervorsteher (2006-2008) und auch Erster Stadtrat (2008). Hagenkötter zieht es aus beruflichen und privaten Gründen nach Lübeck und er beendet damit seine politische Laufbahn in der lauenburgischen Kreisstadt.

Für ihn rückt Sigrid Klötzl in die Stadtvertretung nach. Sie sitzt schon seit Jahren als bürgerliches Mitglied für die FRW in verschiedenen Ausschüssen. Nachfolger von Matthias Bardowicks, der ebenfalls Ratzeburg verlässt, wird im Wirtschafts- und Tourismusausschuss Dieter Schumacher.

 Joachim Strunk

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