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Lauenburg Es war einmal ein Großstadt-Rotkäppchen
Lokales Lauenburg Es war einmal ein Großstadt-Rotkäppchen
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18:20 27.08.2016

Vor seinem Laptop sitzt er, das Drehbuch in der linken Hand, und liest Rotkäppchen vor. Der 25-jährige Samuel Klein ist begeistert von Märchen. Als Kind wurden sie ihm vorgelesen, als junger Mann will er sie auf die Leinwand bringen. In seinem ersten Kurzfilm „Elle“ stellt er die 200 Jahre alte Moral von Rotkäppchen auf moderne Art dar.

Ein junges Mädchen allein im Großstadtdschungel. Sie kommt vom Weg ab, läuft durch einen dunklen Park und begegnet dem bösen Wolf. Der 25 bis 30-minütige Streifen zeigt, dass nicht immer gute Absichten hinter einem Lächeln stecken. „Junge Frauen seid nicht naiv, sondern achtet darauf, mit wem ihr mitgeht“, sagt Samuel Klein.

Vor etwa einem Jahr hatte er die Idee zum Film und arbeitete mit der Hamburger Drehbuchautorin Justina-Marie Jürgensen das Grundgerüst aus. Nikolas Baumgartner, auch Drehbuchautor aus Hamburg, schrieb die Geschichte fertig. Nun muss sie nur noch in den Kasten. Gedreht wird ab Ende September, größtenteils in Hamburg. Das Team will innerhalb von acht bis neun Drehtagen fertig sein. Am Wochenende vor Weihnachten wird der Kurzfilm das erste Mal bei der Premiere im Burgtheater Ratzeburg gezeigt.

Der Produzent will mit dem Pilotprojekt „Elle“ eine Serie von Kurzfilmen starten und alte Märchen in unsere Zeit übertragen. „Wir verfilmen deutsche Märchen der Gebrüder Grimm und dänische nach Hans Christian Andersen“, sagt er. Wieviele es insgesamt werden, ist noch nicht abzuschätzen. Das hängt davon ab, wie gut sie ankommen.

Viele kreative Köpfe aus der Region, Filmemacher und Schauspieler, sind von Samuel Klein’s Projekt begeistert. „Ich habe allein mit einigen Helfern begonnen. Nun sind wir schon ein etwa 20-köpfiges professionelles Filmteam“, sagt der junge Kommunikationsdesigner. Er hat seine Mitstreiter über Filmemachergruppen auf Facebook gefunden. Sie alle arbeiten ehrenamtlich an dem Projekt. Niemand von ihnen bekommt vorab eine Bezahlung. Sollte der Film gut laufen, werden Gagen vergeben. „Unsere Filme sind unabhängig. Wir haben kein großes Label hinter uns“, sagt Samuel Klein. Die Produktionskosten seien mit 10000 bis 20000 Euro niedrig angesetzt und werden zum großen Teil vom Filmclub Ratzeburg und durch das Burgtheater Ratzeburg getragen. Der Weiße Ring Lübeck unterstützt durch eine Sonderveranstaltung für den Film und zum Thema Missbrauch. Außerdem hat das Team um die Kreativagentur Momento, die Samuel Klein gegründet hat, einen Crowdfundingaufruf gestartet. Damit wollen sie die restlichen 6000 bis 12500 Euro durch Spenden bekommen. Da Crowdfunding auf dem Prinzip der Gegenleistung basiert, bekommt jeder Geldgeber je nach Höhe der Spende ein Geschenk, wie zum Beispiel einen Gutschein für einen Tag am Set.

Stefanie Ender

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