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Lauenburg Ex-Kreisvorsitzender verlässt AfD: „Braune Rattenfänger“
Lokales Lauenburg Ex-Kreisvorsitzender verlässt AfD: „Braune Rattenfänger“
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15:27 10.01.2017
Quelle: Schülermann
Kiel

Als „braune Rattenfänger, nur in anderem Gewand“ hat der Ex-Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg, Nico Gallandt, die schleswig-holsteinischen AfD-Spitze kritisiert und seinen sofortigen Austritt erklärt. „Leider muss ich zur Kenntnis nehmen, dass das, was Alternative heißt, sich in undemokratischem parteiinternen Umgang erschöpft, keinerlei politische Programmatik erzeugt und offenbar nur dazu dient, „Extreme“ in Parlamentarier-Versorgung zu bringen“, begründete Gallandt am Dienstag in Güster den Austritt. Gallandt war zuvor 40 Jahre CDU-Mitglied gewesen.

Unverantwortlich sei auch die Verpflichtung des von Medien als „NPD-Anwalt“ bezeichneten Juristen Björn Clemens durch die AfD. Am Montag hatte Clemens im „Schleswig-Holstein Magazin“ im NDR Fernsehen auf die Frage, ob es den Holocaust gegeben habe, ausweichend geantwortet. In einer vom NDR ausgestrahlten älteren Rede hatte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik „Völkermord“ vorgeworfen - offensichtlich auf das deutsche Volk gemünzt.

Es sei unglaublich, dass AfD-Landesvorstandsmitglied Doris von Sayn-Wittgenstein - ebenfalls Anwältin - am Montag im Landgericht Kiel Clemens zur Begrüßung herzlich umarmt habe, sagte Gallandt. Dabei ging es um eine Klage des abgewählten Ex-Landesvorsitzenden Thomas Thomsen, der wie Gallandt die Wahl des neuen Landesvorstandes als nicht rechtmäßig empfindet. Das Gericht hat noch keine Entscheidung getroffen.

dpa

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