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Lauenburg Experte für die feine Form in der Kachel
Lokales Lauenburg Experte für die feine Form in der Kachel
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18:18 07.11.2018
Andreas Stau, Ausbilder in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Baugewerbeinnung Herzogtum Lauenburg in Mölln (li.), und Fliesenlegermeister Nico Luttermann geben dem jungen Sieger beim Landeswettbewerb der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Jan Drexlmayer, letzte Tipps für seine Teilnahme beim Bundeswettbewerb in Erfurt. Quelle: Matthias Wiemer
Mölln

Es sieht fast wie in einem Werbespott für einen Baumarkt aus, wenn man Jan Drexlmayer arbeiten sieht. Lächelnd nimmt er Fugenmasse auf die Zahnkelle und klatscht alles an die Wand. Ein paar geschickte Bewegungen, und die Fläche ist bereit zum Aufbringen von Fliesen. Dem 19-Jährigen aus Brunstorf macht die Arbeit sichtlich Spaß. Spaß, Können und Lust am Wettbewerb – das war offensichtlich der richtige Mix für den jungen Mann, beim Landeswettbewerb der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger zu gewinnen. Am kommenden Sonntag, 11. November, fährt Jan Drexlmayer nach Erfurt zum Bundeswettbewerb.

So sah die Aufgabe für den Landeswettbewerb aus, den Jan Drexlmayer gewonnen hat. Quelle: Matthias Wiemer

Andreas Stau, Ausbilder in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Baugewerbeinnung Herzogtum Lauenburg in Mölln, und Fliesenlegermeister Nico Luttermann aus Mölln sind sichtlich stolz auf ihren Schützling. Sie schauen sich in der Bauhalle, dem Übungsbereich der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Baugewerbeinnung Herzogtum Lauenburg in Mölln, die Werke des jungen Nachwuchsfliesenlegers an. Eine knappe Woche lang vor dem Bundeswettbewerb gehört in der Bauhalle eine zimmergroße Ecke ihm. Dort verfliest er Wände mit verschiedenen Kacheln und Platten, erstellt Muster und Ornamente. Und übt sich vor allem darin, was am schwierigsten ist beim Verlegen von Fliesen und Kacheln: feine runde Formen auszuarbeiten.

Schwierige Rundschnitte

Aber der 19-Jährige lächelt immer noch, nichts scheint ihm zu schwer zu sein. „Runde Schnitte sind die große Herausforderung“, sagt er und zeigt auf die Wand neben sich mit einem runden blauen Element inmitten einer schwarzen Fläche. „Da dürfen die Fugen nicht ungleich sein, die Kanten der rund geschnittenen Kacheln dürfen nicht ausgebrochen sein.“ Die Herausforderung besteht auch darin, dass bei Prüfungen und Wettbewerben keine elektrischen Geräte und sonstigen aktuellen Hilfsmittel zur Verarbeitung von Fliesen genutzt werden dürfen, berichtet der junge Mann. Er wurde bei Fliesen-Sass in Geesthacht ausgebildet und hat schnell einen guten Job als Geselle bei Göttling Fliesentechnik in Hamburg bekommen.

Jan ist ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde zum Fliesenleger geworden: „Ich hatte nach dem Hauptschulabschluss noch gar keine klaren Berufsvorstellungen, ja – dann bin ich eben Fliesenleger geworden.“ Und damit ist er jetzt sehr zufrieden, zumal die erfolgreiche Ausbildung auch wie ein Realschulabschluss gewertet wird.

Wenn der junge Landessieger sich mit den rund zehn bis 13 Mitbewerbern in Erfurt beim Bundeswettbewerb messen wird, muss er mit einer Wundertüte rechnen. „Da bekommt man eine unbekannte Aufgabe in Form einer Zeichnung, die dann direkt umzusetzen ist“, sagt Innungsmeister Luttermann.

Weniger Ausbildungsbetriebe

Der freut sich übrigens besonders über den Erfolg seines Schützlings aus Brunstorf. Denn seitdem das Fliesenlegerhandwerk die Meisterpflicht als Voraussetzung für die Betriebseröffnung verloren hat, seien die Ausbildungsaktivitäten in der Branche zurückgegangen. Folge einer EU-Regelung, die die Fliesenleger-Innung nicht gutheißt.

Freude auch bei Ausbilder Andreas Stau. Bei jungen Leuten wie Jan könne man gut erkennen, wo der Unterschied zwischen qualifizierter Handwerksarbeit und Billigpfusch des selbst ernannten „Fachmannes“ irgendeines Betriebs liege. Besonders bei den aktuellen Vorlieben der Kunden für großflächige und hochwertige Materialien würden Kenntnislücken schnell deutlich. Dann sei vieles uneben und schief. Stau: „Insofern sind diese Wettbewerbe für uns sehr wichtig und wir freuen uns, dass die Betriebe die jungen Leute dafür dankenswerterweise freistellen. Und dass Firmen wie Hass & Hatje in Ratzeburg uns das Material zur Verfügung stellen.“

Erfolgreiche Innung

Die lauenburgische Baugewerbeinnung zählt zu den Erfolgreichen in der Region. Bei den Maurern gab es 2013 einen Bundessieger, 2016 stellten die jungen Zimmerer auf Landesebene einen Gewinner. Fast jährlich qualifizieren sich junge Frauen und Männer im lauenburgischen Handwerk für die Teilnahme an Landeswettbewerben. Die beliebt sind, weil sie sich finanziell lohnen und auch die Jobchancen verbessern.

Matthias Wiemer

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