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Lauenburg Experten bieten Fitnesskur für Museen
Lokales Lauenburg Experten bieten Fitnesskur für Museen
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21:13 20.09.2016
Merle Lungfiel (v. l., Geschäftsführerin Landeskulturverband), Andrea Funk (Geschäftsführerin Stiftung Herzogtum Lauenburg) und Dagmar Rösner (Projektleitung Museumsberatung) wollen Museen im ganzen Land auf die Beine helfen. Das landesweite Projekt startet in Mölln. Quelle: Grombein

Kultur ist schon für viele städtische Museen ein teures Geschäft. Häufig muss die öffentliche Hand die Verluste der touristischen Einrichtungen ausgleichen, um deren Bestand zu sichern. Noch schwerer haben es kleinere und mittlere Museen in privater Hand. 51 Prozent der schleswig-holsteinischen Museen werden rein ehrenamtlich geführt, viele Stadtmuseen sind lediglich mit einer Museumsleitung mit einer halben bis ganzen Stelle besetzt. Weil sich der Wert von Kultur nicht immer mit Besuchererfolg messen lässt, sondern viele Betreiber mit Herzblut einen Beitrag zum Erhalt eines kollektiven Gedächtnisses tragen, will das Kultusministerium nun helfen. Am 26. September soll in Mölln der Grundstein für das Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein“ gelegt werden.

„Am Anfang nehmen wir uns die Zeit und besuchen die Museen für einen ganzen Tag“, erklärt Dagmar Rösner, studierte Kunsthistorikerin und Leiterin des Projektes. Sie hat tiefe Einblicke in die Museumslandschaft in ganz Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit Merle Lungfiel, Geschäftsführerin des Landeskulturverbandes und den Akteuren der fünf Kulturknotenpunkte im Land, will sie regionale Museumsnetzwerke knüpfen. Den Auftakt macht der Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg/Stormarn unter der Federführung der Stiftung Herzogtum Lauenburg mit einem Netzwerktreffen am 26. September im Möllner Stadthauptmannshof.

Konkret dürfen sich alle Museen im Land um eine Zertifizierung durch die neu geschaffene Museumsberatung bewerben. Dann erfolgt ein intensiver Besuch von Dagmar Rösner und einem weiteren Museumsfachmann. Dabei wird von den Museumsprofis alles unter die Lupe genommen – von der Garderobe, über Sonderausstellungen bis hin zum Depot mit den Exponaten. Es folgt ein bis zu 14-seitiger Bericht mit Veränderungsvorschlägen. Nach erfolgreicher Zertifizierung sind die beratenen Häuser ein Teil des jeweiligen Kulturknotenpunktes und werden zweimal im Jahr zu den Netzwerktreffen eingeladen. „Manchmal ist es nur eine altmodische Homepage, die wir entstauben müssen“, so die Kunsthistorikerin. Ausstellungsgestaltung und kompetente Vermittlungsarbeit seien unerlässlich, um Besucher von heute und morgen zu begeistern. In Schleswig-Holstein gibt es 232 Museen, 110 von ihnen zählen zu den Volkskunde- und Heimatmuseen.

„Ich wünsche mir, dass sich auch die größeren Museen der Region an unseren Netzwerktreffen beteiligen und ihre wertvollen Erfahrungen an die kleineren Museen weitergeben“, sagt Rösner. Beim ersten Netzwerktreffen geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse. Im zweiten Schritt sollen dann ganz konkrete Kontakte zwischen freien Museumspädagogen und den Museen hergestellt werden. „Wir freuen uns, wenn sich auch freie Museumspädagogen oder an einer Vermittlungsarbeit im Museum Interessierte zum Netzwerktreffen am 26. September anmelden“, sagt Rösner. In den regionalen Museumsnetzwerken können sich nun die Mitarbeiter einer Region regelmäßig austauschen und Synergieeffekte nutzen. Jedes Treffen soll sich einem anderen für Museen relevanten Thema widmen: Neben der „Vermittlung“ wird es auch um „Barrierefreiheit“, „gesellschaftliche Teilhabe im Museum“, „Kulturtourismus“, „Servicequalität“, „Kultursponsoring“ und „präventive Konservierung“ gehen.

Das Projekt ist in der Trägerschaft des Museumsverbands Schleswig-Holstein und Hamburg, des Nordkollegs Rendsburg und des Landesverbandes der Volkshochschulen. Es wird zu 80 Prozent vom Kulturministerium finanziert und durch die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein gefördert.

Anmeldung zum Netzwerktreffen unter info@stiftung-herzogtum.de oder Telefon 04542/87000.

Netzwerktreffen im ganzen Land

Laut Museumsberatung sollen nicht nur Museen unterstützt werden, die eine Zertifizierung erhalten. So gibt es ein breites Fortbildungsprogramm.

Weitere Treffen der Kulturkontenpunkte gibt es am 4. Oktober beim Kulturknotenpunkt Pinneberg/Elbmarschen, am 10. Oktober beim Kulturknotenpunkt Nordfriesland und Nordschleswig sowie am 31. Oktober beim Kulturknotenpunkt Plön/Eutin.

Mehr Informationen zum Fortbildungsprogramm gibt es im Internet auf www.museumsberatung-sh.de.

Florian Grombein

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