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Experten sicher: Wolf trieb sich bei Weede rum

Weede/Mustin/Tasdorf Experten sicher: Wolf trieb sich bei Weede rum

Der genetische Beweis ist eindeutig: Ende August hat ein Wolf bei Söhren, Gemeinde Weede, zwei Rehe getötet. Ein Tag vor dem Fund der Tierkadaver war das Tier von einem landwirtschaftlichen Helfer auf dem Feld gesehen worden. Insgesamt gab es in Schleswig-Holstein drei Wolfsnachweise.

In der Gemeinde Weede (Kreis Segeberg) hatte ein Wolf zwei Rehkadaver in einem Rapsfeld gerissen.

Quelle: dpa

Weede/Mustin/Tasdorf. Weede scheint sich dabei zum Anziehungspunkt für Isegrim zu entwickeln. Bereits im April 2015 hatte dort ein Wolf auf einer Weide an den Klärteichen ein Schaf gerissen. Da es in der Nähe eine A-20-Unterführung für das Flüsschen Bißnitz gibt, die auch von Tieren gefahrlos genutzt werden kann, vermutet Jäger Johann Klein aus Weede, dass „der Wolf hier auf seinem Weg nach Norden häufiger durchzieht“. Und vor Wochen habe ein Landwirt beobachtet, dass seine Rinderherde im Freien unruhig wurde.

LN-Bild

Der genetische Beweis ist eindeutig: Ende August hat ein Wolf bei Söhren, Gemeinde Weede, zwei Rehe getötet. Ein Tag vor dem Fund der Tierkadaver war das Tier von einem landwirtschaftlichen Helfer auf dem Feld gesehen worden. Insgesamt gab es in Schleswig-Holstein drei Wolfsnachweise.

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Ende August war es wieder soweit: Ein landwirtschaftlicher Gehilfe hatte einen Wolf in der Feldmark beobachtet. Der Augenzeuge habe – obwohl er oben auf dem Trecker saß – „ein mulmiges Gefühl“ gehabt, berichtet Klein. Aber der einsame Wolf „wollte offensichtlich nur schnell durchziehen“. Und einen Tag nach dieser seltenen Beobachtung wurden im Rapsfeld beim Dreschen die toten Rehe gefunden.

Bei der Begutachtung der Kadaver sei Klein sofort klar gewesen, es konnte sich nur um den Wolf als Verursacher handeln. „Wölfe gehen direkt an die Kehle, dort waren auch Bissspuren zu finden“, sagt der erfahrene Jäger. „Typisch Wolf“ habe dieser auch erst den Verdauungstrakt des ersten Rehwilds zur Seite geschleudert und dann das noch warme Fleisch „verwertet“. An dem ersten Reh habe sich der Wolf sattgefressen, das zweite Tier habe er nur getötet und liegengelassen, vielleicht um es später zu fressen. Klein zu dem Anblick: „Das war nicht ganz so angenehm.“

Der Jäger aus Söhren verhielt sich nach dem Fund vorbildlich und benachrichtigte die Experten des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements. Die an den beiden Kadavern entnommen Genproben seien bei einem Forschungsinstitut in Gelnhausen bei Frankfurt untersucht worden. „In beiden Fällen konnte ein Wolf eindeutig als Verursacher identifiziert werden“, teilte gestern das Kieler Umweltministerium mit. Beide Kadaver seien als „relativ frisch“ beurteilt worden, so die Sprecherin Jana Ohlhoff auf LN-Nachfrage. Da belastbare Rückschlüsse allein aufgrund der Kadaver problematisch seien, würden – wenn die gesicherten Spuren das erlauben – genetische Untersuchungen in Auftrag gegeben. Das Wolfsmanagement gehe jedem Hinweis aus der Bevölkerung nach. Bisher haben aber alle in Schleswig-Holstein festgestellten Wölfe das Land nach mehr oder weniger kurzer Zeit verlassen.

Neben Weede konnten noch an weiteren Orten im Land Wölfe nachgewiesen werden. So sei nach Mitteilung des Kieler Umweltministeriums ein Wolf im Juli 2017 in der Gemeinde Mustin (Kreis Herzogtum Lauenburg) von einer Wildkamera fotografiert worden, genauso ein weiterer am 31. August in der Gemeinde Tasdorf im Kreis Plön nahe Neumünster. Die aktuellen Nachweise seien der 37., 38. und 39. Fall, bei denen das Auftreten eines Wolfes in Schleswig-Holstein sicher nachgewiesen werden konnte.

„Der Tisch in der Gegend um Weede ist reichlich für den Wolf gedeckt“, weiß Jäger Johann Klein. Hier gebe es viel Wild. Doch gleichzeitig befürchte er, dass es durch das schnelle Wachstum der Räuber-Population in Deutschland doch eines Tages zum Kontakt mit dem Menschen kommen könne. In Weede werde das Auftreten des Wolfes gelassen hingenommen. Johann Klein: „Ich hoffe nur nicht, dass man mal auf einen Wolf trifft, der sich nicht an die Spielregeln hält.“

 Von Wolfgang Glombik

 

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