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Lauenburg Extrem schlechte Apfelernte: Mobile Mosterei steht still
Lokales Lauenburg Extrem schlechte Apfelernte: Mobile Mosterei steht still
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22:10 28.09.2017
Schwarzenbek

Nur eine halbe Stunde dauert der Aufbau, Reinigung und Abbau dagegen volle zwei Stunden: Richard Rau ist mit seiner mobilen Mosterei in dieser Saison zum ersten Mal in Schwarzenbek. Allerdings sind keine Kunden in Sicht – es gibt 80 bis 90 Prozent weniger Äpfel als in den Vorjahren.

Der Inhaber von Getränke Stapelfeldt Mölln zweifelt, ob er bei seiner Premiere überhaupt die Maschinen am Nachmittag reinigen muss. Seit 42 Monaten ist die mobile Anlage betriebsbereit und war schon in Südeuropa unterwegs. „Als es schon keine Kirschernte in diesem Sommer gab, war mir klar, dass auch die Äpfel in diesem Jahr ganz schwach werden“, sagt Rau. Er spricht von einem „Ernte-Ausfall“, wie es ihn „zuletzt vor 30 Jahren“ gegeben habe. Rau nimmt es humorig: „Der Boss ist Petrus, und der hat uns dieses Jahr im Regen stehen lassen. Aber das erdet uns und macht das Produkt noch wertvoller.“ Die Kälte und Nässe im Frühjahr macht er für die schlechte Ernte verantwortlich, dazu den Rückgang der Bienenpopulation. „Das Bienenproblem ist schon lange bekannt, dazu kommen Krankheiten und dass ganze Stämme aussterben“, sagt Rau.

Der große Anhänger mit Pumpen, Tanks, Abfüllanlage und modernster Technik bietet Einblicke in den Verarbeitungsprozess. Richard Rau hat die mobile Mosterei entwickelt und sie mit Patenten schützen lassen. „Wir sind die Einzigen, die mobil auch Flaschen abfüllen können. Wir arbeiten im Unterdruckverfahren“, erklärt er das Besondere an der mobilen Mosterei. „Es ist, wie Himbeeren durch die Flotte Lotte drehen“, sagt er. Und: „Eigentlich ist es eine große Küchenmaschine für Jungs!“

So gern Passanten auch gucken und staunen: Äpfel hat keiner dabei. Auch Heiko Schultz nicht. Seit 30 Jahren wohnt er in Schwarzenbek. Bis zu 900 Kilogramm Äpfel hat er in den letzten Jahren in seinem Garten ernten können. „Dieses Jahr sind es höchstens 50 Kilo“, klagt er. Auch Heiko Schultz macht das kalte Frühjahr verantwortlich. Für ihn sei es das schlechteste Erntejahr bisher. Dennoch informiert er sich über die Arbeitsweise der mobilen Mosterei, „vielleicht klappt’s im nächsten Jahr“. Richard Rau hat sich früh auf die schlechte Saison eingestellt und versaftet in diesem Jahr an seinen Standorten nur im 14-tägigen Rhythmus. Für die mobile Mosterei hat die Apfelsaison gerade erst begonnen. Auch wenn nur eine Handvoll Kunden am Tag kommen, wird er bis Mitte November seinen Terminplan einhalten. Durch den parallelen Betrieb seiner Brauerei kann Rau die schlechte Obstsaison wirtschaftlich etwas kompensieren. Neben Humor hilft auch Optimismus: „Kann ja sein, dass im Oktober noch etwas kommt.“

Thomas Biller

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