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Lauenburg FDP warnt vor „grüner Panikmache“
Lokales Lauenburg FDP warnt vor „grüner Panikmache“
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12:54 16.10.2015
Moderne Güterzüge wie hier in Büchen fahren mit Elektrolokomotiven. Dafür ist die Strecke Lübeck-Lüneburg bislang nicht entsprechend ausgebaut. Quelle: Holger Marohn

Immer wieder warnen die Grünen mit dem Möllner Bundestagsabgeordneten Dr. Konstantin von Notz aber auch vor lauten Güterzügen, die durch die Orte an der Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg rattern könnten. Aus der Antwort auf eine Kleinen Anfrage des Nusser Landtagsabgeordneten Christopher Vogt (FDP) geht nun hervor, dass vor allem auch die Kieler Landesregierung unter grüner Beteiligung einen Ausbau der Strecke für mehr Güterverkehr im Bundesverkehrswegeplan beantragt hat, die Umsetzung gleichzeitig aber als unrealistisch bezeichnet. Vogt wirft von Notz nun vor, „Sorgen der Anwohner zu schüren, um politisch davon profitieren zu können“.

So heißt es in der Antwort des Landes, der zweigleisige elektrifizierte Ausbau der Strecke über Ratzeburg, Mölln, Büchen und Lauenburg nach Lüneburg sei vom Land zwar „in erster Linie als Bypass für den überlasteten Knoten Hamburg angemeldet“. Ein Ausbau wäre jedoch „schwierig, daher ist die Strecke nicht gut geeignet.“ Da auch die Deutsche Bahn den Ausbau der Strecke nicht befürworte, sei nicht zu erwarten, „dass das Bundesministerium für Verkehr diesem Vorschlag folgt“.

„Entweder hat Konstantin von Notz genauere Informationen, von denen weder die rot-grün-blaue Landesregierung noch die Bahn Kenntnis hat oder es handelt sich bei seinen Äußerungen um reine Mutmaßungen. Offenbar ist Letzteres der Fall“, sagt Vogt. Als „sehr merkwürdig“ bezeichnet der Landtagsabgeordnete auch das Verhalten der Landesregierung. „Erst meldet sie den Ausbau dieser Bahnstrecke beim Bund an und dann erklärt sie mir in der Antwort auf meine Kleine Anfrage, warum eine Umsetzung unrealistisch ist.“ Nachdem ihm auch die Konzernbevollmächtigte der Bahn bestätigt habe, dass es keine entsprechenden Pläne gebe, gehe er davon aus, dass sich im Herzogtum Lauenburg demnach „niemand ernsthafte Sorgen machen muss, dass diese Bahnstrecke in Zukunft für regelmäßige Güterzugverbindungen genutzt“ werde. „Wenn die Grünen sich hier aber tatsächlich ernsthafte Sorgen machen sollten, sollten sie zunächst einmal mit ihren grünen Ministern in Kiel und Hannover sprechen, anstatt hier die Anwohner verrückt zu machen“, sagt Vogt.

Vorwürfe, die von Notz zurückweist: Die Warnungen der Grünen hätten „nichts mit Panikmache“ zu tun. Wenn nach der Eröffnung des Belttunnels, täglich 70 bis zu 800 Meter lange Güterzüge von und nach Schweden unterwegs seien, müssten die irgendwo lang. Schon jetzt würden gelegentlich ICEs auf der Strecke verkehren. „Und da ist es eine total realistische Einschätzung, dass auch Güterzüge hier fahren werden — auf jeden Fall durch den Hamburger Rand“, so von Notz. Wer das verneine, müsse dann auch sagen, wo der Verkehr sonst langfahren soll.

Lübeck-Lüneburg
77 Kilometer ist die Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg lang. 1851 wurde der Abschnitt Lübeck-Büchen eröffnet. Ab 1864 sorgte eine Eisenbahnfähre für eine Anbindung an das südlich der Elbe gelegene Bahnnetz. 1878 wurde dann eine erste Brücke gebaut.
Eine Elektrifizierung der Strecke ist im Gegensatz zu den Güterzugtrassen Lübeck-Hamburg und Büchen-Berlin bislang nicht erfolgt.

Holger Marohn

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