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Lauenburg Fahren ohne Fahrer bald auch in Lauenburg
Lokales Lauenburg Fahren ohne Fahrer bald auch in Lauenburg
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18:46 17.04.2018
Lauenburg/Berlin

Mit zehn Stundenkilometern schnurrt der kleine Elektrobus über die Straße. Ein Pilotbetrieb, wie er seit Ende März an der Berliner Klinik Charité stattfindet. Doch dann stoppt das Gefährt abrupt. Ein Radfahrer hat den gelben Elektrobus überholt und knapp vor ihm den Weg geschnitten. Zu nah und zu unvermittelt offenbar für die Sensoren. Der Bus Model EZ 10 des französischen Herstellers Easymile steht erst einmal.

Eigentlich war vorgesehen, solch einen Nothalt im Rahmen der Vorführung nur zu simulieren. Doch nun haben die Sensoren angeschlagen wie im Realbetrieb. „So soll es eigentlich sein“, sagt Sabine Fischer. Die ehemalige Fahrerin einer Straßenbahn fährt als Begleitperson in dem gut vier Meter langen Bus mit. Derzeit noch, um den Betrieb zu überwachen und notfalls einzugreifen, in der Übergangsphase später nur, um den Passagieren das Gefühl zu geben, mit der Technik nicht allein zu sein. Die Strecke, die der kleine Elektrobus ohne Fahrer absolviert, ist vorher genau eingemessen worden.

Das Berliner Projekt ist Teil eines groß angelegten Forschungsvorhabens, zu dem demnächst auch Lauenburg gehören wird. Automatisiert fahrende Busse könnten möglicherweise gleich mehrere Probleme lösen. In einer Zeit fehlender Fahrer könnten sie zukünftig Kapazitätsengpässe beseitigen. Im ländlichen Raum könnten automatisiert fahrende Busse auch eingesetzt werden, um Regionen besser zu versorgen, die bislang nur schlecht oder gar nicht an den ÖPNV angebunden sind. „Die letzte Meile in einem Flächenkreis ist für eine dauerhafte Linie nur schwer darzustellen“, sagt Kreis-Verkehrsplaner Andrew Yomi. Vorstellbar wäre, dass die automatisierten Busse bei Bedarf als Zubringer fungieren.

Bei dem Forschungsprojekt in Berlin gibt es nach gut drei Wochen bereits die ersten Erkenntnisse. „An den kalten Wintertagen hatten wir hier kalte Füße, aber immerhin heiße Köpfe“, sagt Begleiterin Fischer und verweist auf die Heizung über den Köpfen.

In Lauenburg soll zunächst ein Rundfahrbetrieb zwischen ZOB und Schloss eingerichtet und später um ein Einfädeln auf die B 5 erweitert werden. In einem dritten Schritt soll es dann auch in die Unterstadt gehen.

Nach seinen Nothalt an der Charité sollte der fahrerlose Bus automatisch wieder anfahren. Eigentlich. Doch auch ein manuelles Starten mit der Smartphone-App von Begleitung Fischer funktioniert nicht. Sie manövriert das Gefährt mit ihrem umgehängten Bedienpult zur Haltestelle. Dort wird dann die Software komplett neu gestartet.

Jeder Dritte würde kein selbstfahrendes Auto nutzen

Jeder dritte Deutsche (35 Prozent) lehnt es ab, zukünftig ein selbstfahrendes Fahrzeug zu nutzen. Damit begegnen die Bundesbürger dem autonomen Fahren laut einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos in 28 Ländern weltweit mit der größten Ablehnung. Immerhin: ein Viertel (24 Prozent) der Deutschen gab auch an, ein autonom agierendes Fahrzeug besitzen zu wollen.

Die Deutschen rechnen damit, dass selbstfahrende Pkw das Autofahren komfortabler (64 Prozent), entspannender (58 Prozent) und einfacher (54 Prozent) machen werden. Auf eine sicherere Fahrt vertrauen dagegen nur vier von zehn Bundesbürgern (41 Prozent). Auch in den USA (38 Prozent), Frankreich (34 Prozent) und Großbritannien (33 Prozent) glauben deutlich weniger Befragte als der weltweite Durchschnitt (51 Prozent) an eine gesteigerte Fahrsicherheit.

Für die internationale Stichprobe wurden 21549 Erwachsene (16 bis 64 Jahre alt) befragt (Alterspanne in Kanada und den USA 18 bis 64 Jahre). In Deutschland nahmen gut 1000 teil.

Alternative Busprojekte im Norden

Das Büro autoBus betreut derzeit vier Projekte mit automatisiert fahrenden Gefährten in Schleswig-Holstein.

In Nordfriesland sollen von Juni 2018 an selbstfahrende Busse getestet werden. In Wahlstedt im Kreis Segeberg gibt es eine positive Grundsatzentscheidung.

Überlegungen gibt es auch in Eutin und Weissenhäuser Strand in Ostholstein.

In Lauenburg soll mit dem TaBuLa ein Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg entstehen. Lauenburg gilt aufgrund seiner anspruchsvollen Strecke mit den Steigungen, engen Gassen und dem Kopfsteinpflaster der Altstadt als forschungsrelevant.

BMW baut Auto der Zukunft mit 2000 Ingenieuren

BMW hat im Münchner Vorort Unterschleißheim sein Entwicklungszentrum für selbstfahrende Autos eröffnet. In dem Campus sollen in Kürze rund 2000 Ingenieure und IT-Experten am Auto der Zukunft arbeiten. Bis 2021 will BMW sein erstes autonom fahrendes Serienauto vom Band rollen lassen.

Bei der Eröffnung des Campus mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich auch mit Blick auf die Unfälle selbstfahrender Autos von Tesla und Uber in den USA: „Die Herausforderungen beim autonomen Fahren sind enorm.“ Aber es könne die Unfallzahlen senken, den Verkehrsfluss verbessern und neue Geschäftsmodelle für die Autobauer eröffnen.

Holger Marohn

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