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Fall Schulze bleibt mysteriös

Geesthacht Fall Schulze bleibt mysteriös

Wo sind Sylvia und Miriam Schulze geblieben? Diese Frage beschäftigt Anwohner aus der Gemeinde Drage und die Polizei seit genau einem Jahr, nachdem im Juli 2015 Familienvater Marco Schulze (41) tot aus der Elbe bei Lauenburg geborgen worden war. Bis heute fehlt von Mutter (43) und Tochter (12) jede Spur.

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Der Fall der Familie Schulze bleibt mysteriös. Vater Marco Schulze wurde tot aus der Elbe geborgen, Frau und Tochter werden trotz umfangreicher Suchmaßnahmen noch immer vermisst.

Quelle: Fotos: Timo Jann

Geesthacht. Die Eheleute hatten in Geesthacht gearbeitet, sie bei einem Discounter, er in einem Chemiewerk. Am 22. Juli wurden Miriam und Sylvia Schulze zuletzt lebend gesehen, am 23. Juli morgens gegen 7.30 Uhr sahen Zeugen Marco Schulze noch.

LN-Bild

Heute vor einem Jahr wurden Sylvia und Miriam Schulze aus Drage zuletzt gesehen – Polizei ohne neue Spur.

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Öffentlichkeitsfahndung

Mit der Vermisstensache Schulze war die Polizei bereits drei Tage nach den Hinweisen aus dem Umfeld der Familie an die Öffentlichkeit gegangen. Erstaunlich früh für so eine Sache. Dennoch brachte diese schnelle Bitte um Mithilfe der Öffentlichkeit keine konkreten Hinweise.

Hoffnungen auf neue Hinweise aus der Bevölkerung setzte die Polizei auf eine Sondersendung der ZDF-Reihe „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“. Doch auch die Sondersendung über vermisste Kinder am 29. Juni, in der auch der Fall der Familie Schulze noch einmal aufgerollt wurde, brachte keinen Durchbruch. Es gingen 40 neue Hinweise bei der Polizei ein. Viele Zeugen hätten angegeben, Mutter und Tochter gesehen zu haben. Es gab Hinweise für das In- wie auch für das Ausland. „Eine klare heiße Spur ist nicht dabei“, sagte Jan Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Bereits im August 2015 war der Fall Thema in der Sendung gewesen. Damals gab es einen Hinweis auf einen See, an dem die Familie gesehen worden sein soll. Doch auch diese Suche blieb erfolglos. Damals hatte die Polizei noch Hoffnung auf entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung. Johannes Voskors, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Harburg, betonte, auch nach langer Zeit könnte durchaus noch etwas, was Ansätze für neue Ermittlungen gibt, bekannt werden.

Die ehemals 25 Mann starke Sonderkommission ist längst aufgelöst, ihr ehemaliger Leiter Michael Düker arbeitet nur noch sporadisch an dem Fall. Wie im November, als nach Hinweisen auf Verwesungsgeruch am Elbufer bei Tesperhude nach Leichen gesucht wurde. Erfolglos, der Fall bleibt mysteriös.

Schon kurz nach dem Fund der Leiche von Marco Schulze waren sich die Ermittler sicher, dass er sich das Leben genommen hatte, indem er von der Lauenburger Elbbrücke sprang. Dazu soll er selbst einen schweren Betonklotz von einer Baustellenabsicherung auf der Brücke an seinem Körper befestigt haben und damit über das Geländer in die Tiefe gesprungen sein. Dennoch trieb die Leiche nach einer Woche auf und wurde an der Elbuferpromenade aus dem Wasser gefischt. Damals trug Schulze Bauhandschuhe, die nicht richtig auf den Fingern saßen. Das kam der Polizei zwar merkwürdig vor, doch leitete man keine Fremdeinwirkung ab.

Die Theorie der Ermittler: Marco Schulze hat Frau und Tochter wohl am 22. Juli ermordet und sich dann selbst das Leben genommen. Zuletzt hatte ein Interview mit einer erwachsenen Tochter von Sylvia Schulze für Aufsehen gesorgt. Die hatte darin gemutmaßt, ihr Stiefvater könnte sich an seinem Arbeitsplatz Chemikalien besorgt haben, um die beiden Leichen aufzulösen und sie so zu beseitigen.

Voskors: „Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mann an seiner Arbeitsstelle Chemikalien besorgt und damit Frau und Tochter aufgelöst haben könnte.“ Außerdem sei es schwierig, einen Menschen rückstandslos zu beseitigen, heißt es.

So bleibt es bis heute ein Rätsel, wo die vermuteten Leichen von Miriam und Sylvia Schulze sein könnten. Auch gestern bestätigte Polizeisprecher Voskors: „Keine neuen Erkenntnisse.“

Timo Jann

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