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Lauenburg Familienarbeit braucht mehr Zuschüsse
Lokales Lauenburg Familienarbeit braucht mehr Zuschüsse
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16:14 30.08.2018
MdL Andrea Tschacher (CDU, re.) und Kathrin Wagner-Bockey (SPD, 2. v. li.) lassen sich von Conny Schermann (li.) Kerstin Dlugi (Mitte) und Marianne Trede-Beck Arbeit und aktuelle Fragestellungen bei der Familienbildungsstätte Schwarzenbek erläutern. Quelle: Matthias Wiemer
Schwarzenbek

„Das sind wir“, sagte die Leiterin der Schwarzenbeker FBS, Kerstin Dlugi, und fächerte am Dienstag gegenüber den Gästen aus Kiel, Andrea Tschacher (CDU) und Kathrin Wagner-Bockey (SPD), das lange Faltblatt mit der Kursusübersicht der Familienbildungsstätte auf – fast einen Meter lang. Aber dieses „Wir“, die Familienbildungsstätte Schwarzenbek, hat wie ihre beiden Nachbareinrichtungen im Kreis in Ratzeburg und Lauenburg auch ihre Probleme. Nämlich mit dem lieben Geld.

Denn das fließt leider nicht in dem Maße wie benötigt aus den Kassen der Öffentlichen Hand, beklagten die Leiterin Dlugi und auch die Marianne Trede-Beck von der Diakonie Schleswig-Holstein. Sie war extra aus Rendsburg gekommen, um den Politikerinnen darzulegen, dass das Problem der zunehmend spürbaren Unterfinanzierung ein landesweit anzutreffendes sei.

Bewährte Einrichtungen

Die Gastgeberinnen hatten alle relevanten Daten und Zahlen parat, sodass die Politikerinnen – der FDP-MdL Jan-Marcus Rossa hatte sich kurzfristig entschuldigt – nur noch notieren mussten. Die Familienbildungsstätten im Kreis sind gewachsene und über die Jahre erfolgreiche Einrichtungen. „Wir sind alt, aber knackig“, lachte Kerstin Dlugi. Die FBS Ratzeburg existiert seit 1966, die Lauenburger seit 1970, die Schwarzenbeker als Nachfolger der Mütterschule seit 1973.

Aus ursprünglich überschaubaren Angeboten wurden heute 304 mit 3580 Kursusstunden pro Jahr. Das vielfältige Angebot beginnt praktisch, wenn Kinder da sind und Eltern Hilfe benötigen oder sich schlicht fit machen wollen in ihrem Erziehungsalltag. Rund 2000 Menschen nutzen die von Honorarkräften abgehaltenen Kurse im Jahr. Dabei teilen sich die Bereiche in Wellcome, Familienpaten und demnächst auch Kindertagespflege-Qualifizierung (ab 2019).

Für ihre Arbeit benötigte die FBS Schwarzenbek in 2017 116000 Euro, die sich zu etwas mehr als der Hälfte (74000 Euro) aus Teilnehmergebühren, der Rest aus Zuschüssen und Spenden zusammensetzen.

Allerdings sei die Höhe der Zuschüsse vor allem vom Land nach einer drastischen Sparwelle vor etwa zehn Jahren auf einem niedrigen Niveau, nämlich 14000 Euro, eingefroren worden. Auch der Kreis gebe sich mit seinen 3000 Euro sehr zurückhaltend. Leiterin Dlugi: „Seit den Kürzungen ist trotz bekannt verbesserter Finanzlage der Öffentlichen Hand keine Aufstockung der Zuschüsse erfolgt. Wir müssen jedes Jahr aufs neue Klinken putzen gehen.“

Zwei Millionen mehr

Die Vertreterin der Landes-Diakonie, die die Evangelischen Familienbildungsstätten betreibt, beschrieb den Finanzbedarf landesweit auf zwei Millionen Euro mehr. „Dann könnten wir kostenlose Angebote für alle jährlich neu geborenen Kinder entwickeln, das sind rund 25000.“

In ihrer Darstellung und ihrem Anliegen liefen die FBS-Vertreterinnen bei den beiden Politikerinnen aus Kiel offene Türen ein. Allein, konkrete Zusagen konnten sie natürlich nicht machen. „Aber ich werde mich dafür einsetzen, dass die Zuschüsse aufgestockt werden“, versprach die CDU-Landtagsabgeordnete Tschacher. Und die SPD-Kollegin war der Meinung, dass auch der Kreis sich stärker engagieren müsse.

Matthias Wiemer

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