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Lauenburg Familienbad: Fliesen kleben im Akkord
Lokales Lauenburg Familienbad: Fliesen kleben im Akkord
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11:01 21.01.2016
Sichtlich stolz auf den Sechs-Millionen-Bau ist Stadtwerke-Geschäftsführer Heinz Grothkopp. Quelle: Fotos: Holger Marohn

Mit kritischem Blick hält Helga Schmidt, Stadtwerke-Projektleiterin, vor dem künftigen Kinderbecken des neuen Möllner Familienbades eine Platte mit Mosaik-Fliesen ins Licht. „Die sollen im Planschbecken später einen Bach andeuten“, sagt Schmidt. Der gesamten Bereich solle so an eine Bachlandschaft im Wald erinnern. Gut acht Monate vor der für den Herbst vorgesehen Eröffnung sind davon bislang nur die Betongerippe zu sehen. Gemeinsam mit Schmidt und Stadtwerke-Geschäftsführer Heinz Grothkopp haben sich die Lübecker Nachrichten den schon weit über das Rohbaustadium fortgeschrittenen Bau angesehen. Mit dem Baufortschritt seien beide sehr zufrieden, heißt es.

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Der Rohbau des neuen Möllner Familienbades "ist dicht". Für das Regenwasser gibt es noch behelfsmäßige Abflüsse. Bis zu 240 Millimeter Dämmung sollen die Wärme im Gebäude halten.

„Unser Ziel war, vor dem Winter das Gebäude dicht zu haben und die Heizung ans Laufen zu bringen. Das haben wir geschafft“, sagt Schmidt. Bereits vor Wochen hätten die Becken aus wasserdichtem Spezialbeton ihre erste Bewährungsprobe bestanden. Drei Wochen waren sie randvoll mit Wasser gefüllt, ohne dass auch nur ein Tropfen durchgesickert sei, heißt es. Erst dann haben die Spezialisten er niederländischen Firma Pelikaan die zwei weiteren bis zu zehn Millimeter starken Dichtungsschichten aufgebracht. Erst darauf werden nun die Fliesen geklebt. „Im gesamten Schwimmbad müssen etwa 1300 Quadratmeter gefliest werden“, sagt Pelikaan-Bauleiter Sjef van Brunschot.

Während die Becken schon fleißig gekachelt werden, sind die Arbeiter im Bereich der künftigen Saunalandschaft noch mit dem Verlegen von Leitungen und Kabeln beschäftigt. Ein Dampfbad sowie eine finnische und eine Niedrigtemperatur-Sauna sollen später zusammen mit dem Kaminzimmer, einem Ruheraum und dem Saunagarten — alles hochwertig ausgestattet — die Möllner verwöhnen. „In der Bauphase haben wir immer wieder auch noch ein paar kleine Änderungen“, sagt Projektleiterin Schmidt. Da man im Gegenzug an anderer Stelle auf etwas verzichte, würden auch die Kosten von sechs Millionen Euro nicht überschritten.

Und wenn dann mal etwas fehlt oder ein Plan geändert werden muss, reicht für von Brunschot eine kurze Mail in die niederländische Firmenzentrale. Besonders hilfreich: Sein Büro hat einen Glasfaseranschluss der Stadtwerke mit 100 Megabit. „Das ist wahrscheinlich bundesweit die einzige Baubude mit so schnellem Internet“, scherzt Schmidt. Eine Serviceleistung, die von Brunschot zu schätzen weiß. „Ich kann hier schneller auf unseren Server in Holland zugreifen, als wenn ich in unserer Zentrale nur ein paar Zimmer weiter sitze.“ Da wundert es wenig, dass auch das Bad entsprechend schnelle Leitungen erhält. „Ein Gebäude heute nicht für eine Breitbandversorgung auszulegen, wäre ja auch naiv“, sagt Grothkopp.

Denn über die Leitungen soll später auch die Technik wie die Lüftungsanlage ferngesteuert werden können. Diese bereits vormontiert angelieferten Anlagen wälzen später 31000 Kubikmeter etwa 33 Grad Warme Luft pro Stunde allein in der Beckenhalle um. Eine zweite versorgt Umkleiden und Sauna mit 8900 Kubikmeter Luft. „Dabei wird auch immer ein Teil über Wärmetauscher vorgeheizte Frischluft zugemischt“, sagt Schmidt. Ein paar Gänge weiter stehen aufgereiht die mannshohen Wasserfilter. Eine Technik, die die kurz vor der Rente stehende Projektleiterin Schmidt immer wieder beeindruckt. Bei der Eröffnung des Familienbades will sie aber auf jeden Fall noch im Dienst sein. Schon allein deshalb müsse der Termin gehalten werden. „Sie glauben doch nicht, dass ich mir den Spaß nehmen lasse“, sagt Schmidt und lacht.

• Eine Bildergalerie zur Baustelle gibt es unter ln-online.de.

Wie soll das neue Familienbad heißen?
„Familienbad ist nur ein Arbeitstitel“, sagt Heinz Grothkopp, Geschäftsführer der Stadtwerke. Es solle einen Namen bekommen, mit dem sich die Bürger identifizieren können. Deshalb sollen sie den Namen aussuchen. Der Hauptausschuss der Stadt Mölln wird dann über die Einsendungen beraten und den Sieger küren.
Die Aktion läuft bis zum 11. März. Unter www.vereinigte-stadtwerke.de/familienbad-moelln kann jeder einen Vorschlag abgeben. Oder per Post an: Vereinigte Stadtwerke GmbH, Schweriner Straße 90, 23909 Ratzeburg, Stichwort „Namenswettbewerb“.
Zu gewinnen gibt es für den ersten Platz eine Jahreskarte inklusive Sauna, für den zweiten Platz eine Wertkarte über 200 Euro, für den dritten Platz einen Aqua-Fitness-Kursus, für den vierten bis siebten Platz eine Wertkarte über 50 Euro und für die Plätze acht bis zehn freien Eintritt für zwei Personen.

Holger Marohn

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