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Lauenburg Feuerwehr Sandesneben zahlt ihren Aktiven jetzt eine Rente
Lokales Lauenburg Feuerwehr Sandesneben zahlt ihren Aktiven jetzt eine Rente
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20:16 12.02.2018
Stellvertretender Amtswehrführer Karl-Björn Petersen, Bürgermeister Erich Bünger, der stellvertretende Wehrführer Bernd Burmester und sein „Chef“ Holger Murjahn (v. l.).
Sandesneben

Zehn Euro pro Übungsabend – und die Freiwillige Wehr Sandesneben veranstaltet derer zwölf im Jahr – sowie drei Euro für jeden Einsatz. Das macht eine Mindestjahresrente von 120 Euro (Voraussetzung dabei allerdings: neun Übungsteilnahmen). „Wechselt man oder frau jetzt mit 16 Jahren in die aktive Wehr und bleibt ihr 50 Jahre lang bis zum normalen Renteneintritt treu, sind das Minimum 6000 Euro am Ende, zuzüglich der Gelder für jeden Einsatz!“, zählt Erich Bünger, rühriger Bürgermeister der Zentralgemeinde des gleichnamigen Amtes Sandesneben(-Nusse), die monetären Vorteile auf.

Gemeinsam mit seinem Wehrführer Holger Murjahn war er auf diese Werbe- und Betreuungsmethode gekommen. Die wurde erstmals vor acht Jahren im Örtchen Altenhof bei Eckernförde initiiert, einige Zeit später auch bei einer Wehr auf Fehmarn angewandt. Jetzt ist sie im Hamburger Randbereich im Amt Sandesneben-Nusse angekommen. Und geht es nach Bünger und Murjahn, sollte es hier einige Nachahmer geben.

„Die Feuerwehren leiden wie auch andere (Sport-)Vereine unter Nachwuchsmangel. Da muss man sich etwas einfallen lassen, um sich bei den jungen Leuten interessant zu machen oder sie längerfristig zu binden“, erklärt Bünger.

„Als Bürgermeister habe ich die Aufgabe, den Brandschutz für die Gemeinde sicherzustellen.“ Insofern habe er sich schon länger Gedanken gemacht, wie man sich dem Zeitgeist stellen könne.

Erste Erfolge haben er und Murjahn schon zu verzeichnen. In den vergangenen Jahren traten wieder mehr jüngere Kameraden der Wehr bei. Die Rente selbst wurde rückwirkend ab dem 1. Januar 2015 eingeführt. Zwei, drei Kameraden hätten schon davon profitiert, nachdem sie in die Ehrenabteilung gewechselt waren. Wenn auch auf niedrigstem Niveau. Dennoch ist auch dieses „Kleingeld“ eine zusätzliche Anerkennung für die eigentlich ehrenamtliche Leistung, die erbracht wird.

Und wie wird das Ganze finanziert? „Wir nehmen jährlich 6000 Euro aus dem normalen Gemeindehaushalt und zahlen sie in eine Sonderrücklage“, erklärt Bünger. Zurzeit stecken 24000 Euro in dieser Rücklage. Mehr als derzeit ausbezahlt werden muss. „Das Geld ist derzeit da – dank der guten wirtschaftlichen Konjunktur“, so Bünger. Insofern sei auch die weitere Modernisierung des Fahrzeugparks (vier Fahrzeuge) gesichert.

Ergebnisse und Ehrungen auf der Jahreshauptversammlung

57 aktive Mitglieder zählt die Sandesnebener Feuerwehr aktuell, darunter vier weibliche. Hinzu kommen 22 Ehren- und 41 fördernde Mitglieder sowie sieben Kameradinnen und Kameraden in der Jugendwehr.

Zu 110 Einsätzen rückten die Sandesnebener Blauröcke 2017 aus (Vorjahr: 111), davon 42 der Feuerwehr und 68 der First Responder (Ersthelfer).

Wahlen: Jan Kaven wurde neuer Gruppenführer der Gruppe 1; Gerätewart Holger Behnck wurde zum vierten Mal in seinem Amt bestätigt; neuer stellvertretender Gruppenführer Gruppe 3 wurde Malte Preisker.

Übernommen in die aktive Wehr wurden nach Teilnahme des Anwärter-Lehrgangs Victoria Stamer, Hendrik Jantscher und Daniel Lohse. Neu aufgenommen wurden Tessa Burmester und Lars Deichmann.

Befördert zum OFM wurden Lasse Dieckmann, Carsten Joneleit und Karsten Sorbe. Zum LM wurde Musikzugführer Sascha Thielsen.

Geehrt für 10 Jahre aktiven Dienst wurde Clarissa Stamer, für 20 Jahre Carsten Schultz, Markus Goldbeck und Marek Thielsen sowie für 30 Jahre Rolf Martens und Oliver Niemann. In die Ehrenabteilung überstellt wurden Holger Siemer und Alfred Rausch.

 Joachim Strunk

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