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Lauenburg Firmen hoffen auf Umgehungen
Lokales Lauenburg Firmen hoffen auf Umgehungen
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20:30 14.07.2016
Fast 4,5 Millionen Euro investiert Worlée in Lauenburg. Beim Richtfest lobt Reinhold von Eben-Worlée die Arbeit der Bauleute. Quelle: Fotos: Holger Marohn

Das Chemieunternehmen Worlée in Lauenburg ist in Feierlaune. Bauarbeiter, Unternehmensführung und Mitarbeiter feierten gestern Richtfest für das neue Verwaltungsgebäude. 4,5 Millionen Euro investiert das Traditionsunternehmen. Damit soll der Standort gesichert werden. Doch allein reicht das nicht. Worlée und andere Firmen im Lauenburgischen warten auf die dringend benötigten Umgehungsstraßen. Alle vier im Kreis stehen derzeit im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes. Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Das Werk ist bislang nur ein Entwurf. Erst in der kommenden Woche soll daraus ein Kabinettsbeschluss, bis Weihnachten sollen dann die Ausbaugesetze im Bundestag beschlossen werden.

Seniorchef Dr. Albrecht von Eben-Worlée war dabei.

„Rechtlich verbindlich ist der Bundesverkehrswegeplan erst, wenn auch die Ausbaugesetze verabschiedet sind“, sagt Bundestagstagsabgeordneter Norbert Brackmann (CDU). In der Regel sei es aber so, dass aus dem Entwurf nichts mehr gestrichen werde. Allerdings bestehe die Gefahr, dass durch in dieser Phase zusätzlich aufgenommene Projekte das Planwerk „verwässert“ werde. Schon jetzt sehe es so aus, dass drei oder vier Maßnahmen für den Kabinettsbeschluss dazukommen würden.

In Lauenburg wird von den Firmen im Industriegebiet die Umgehungsstraße sehnlichst erwartet. Wie auch die anderen Unternehmen brauche man die Umgehungsstraße dringend, unterstrich jüngst erst Worlée-Betriebsleiter Gerd Reimann bei einem Besuch der IHK am Standort. „Wir arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb. Das bedeutet auch, dass rund um die Uhr angeliefert und Ware an unsere Kunden versandt wird“, so Reimann. Für den Betrieb wäre es eine schwierige Situation, wenn die Ortsdurchfahrt der B 5 in Lauenburg – wie schon einmal angedacht – nachts für den Schwerlastverkehr gesperrt werden würde, heißt es von dem Chemieunternehmen Worlée. Tempo 30 sei da eher noch zu verkraften. Hauptsache der Verkehr rolle. Gleichzeitig sei für das Unternehmen aber auch der Verlauf der Umgehungsstraße wichtig. Auch wenn man nur Fette und Öle verarbeite, habe man nach einer neuen EU-Richtlinie mit den Produktionanlagen einen größeren Abstand zu Straßen zu halten, sagt Reinhold von Eben-Worlée, geschäftsführender Gesellschafter. Würde die neue Umgehungsstraße zu dicht an möglichen Erweiterungsflächen für das Unternehmen verlaufen, könnte das die spätere Entwicklung beeinflussen.

Wirtschaftsförderer Ulf Hahn, Geschäftsführer der kreiseigenen WfL, hält den Bau der Umgehungsstraße für längst überfällig. „Trotz der digitalen Entwicklung ist für die wirtschaftliche Entwicklung die verkehrliche Anbindung eines Standortes eine absolute Grundvoraussetzung“, sagt Hahn. Wenn man den Anstieg der Wirtschaftkraft in anderen Kreises vergleiche, falle auf, dass dieser dort gut sei, wo eine gute verkehrliche Anbindung bestehe. Und ein weiteres Wachstum zu ermöglichen, sei unbedingt notwendig. „Das gilt für den Raum Mölln-Ratzeburg genauso wie für Lauenburg, Schwarzenbek und Geesthacht“, sagt Hahn.

Doch für die Umgehungen ist es nicht nur wichtig, dass sie im Plan stehen, sondern auch, dass für den Bau am Ende genug Geld da ist. Abgeordneter Brackmann fürchtet, dass angesichts des bevorstehenden Bundestagswahlkampfes noch verschiedene Abgeordnete versuchen werden, Projekten in ihrem Wahlkreis in das Planwerk hineinzudrücken. Je mehr aufgenommen würden, desto mehr verwässere der Plan, weil für die Umsetzung dann das Geld nicht reiche. „Ich sehe meine Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass keine Verwässerung eintritt“, sagt Brackmann, der in Berlin im Haushaltsausschuss als Hauptberichterstatter für den Bereich Verkehr maßgeblichen Einfluss hat.

Die Umgehungsstraßen im Entwurf

4 Umgehungsstraßen im Kreis stehen im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes. Für die 7,5 Kilometer lange Umgehung in Lauenburg sind im Bundesverkehrswegeplan-Entwurf 25,3 Millionen Euro veranschlagt, für Geesthacht sind es sogar 93.Die Ratzeburger Umgehung (25,3 Millionen) wird vom Land aus Finanz- und Naturschutzgründen noch zurückhaltend gesehen. In Schwarzenbek (17,5 Mio.) gab es bereits vor 15 Jahren fertige Pläne. Wegen eines Baugebietes musste neu geplant werden.

Holger Marohn

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