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Fit für den Notfall

Mölln Fit für den Notfall

Was tun, wenn beim Wandern, oder Klettern etwas passiert? Alle, die regelmäßig im Gelände unterwegs sind, können jetzt in Mölln Erste Hilfe lernen. Draußen.

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Atmet der Patient noch? Die Teilnehmer des Erste-Hilfe-Outdoor-Seminars lernen, wie man Bewusstlose in die stabile Seitenlage bringt.

Quelle: Majka Gehrke

Mölln. Eine grüne Wiese im Möllner Naturparkzentrum Uhlenkolk. Auf Isomatten sitzen an diesem windigen Tag 14 warm eingepackte Menschen und messen gegenseitig ihren Puls. Sie sind Teilnehmer eines ganz besonderen Seminars, das die Outdoorschule Süd aus Freiburg veranstaltet. Vier Tage lang lernen sie in dem Intensivkursus, wie man im Notfall draußen Erste Hilfe leisten kann, wenn der nächste Arzt Stunden entfernt ist.

Denn anders als in einem normalen Erste-Hilfe-Kursus richtet sich das Basisseminar an alle Outdoorfreunde, die beruflich oder privat gerne mal abseits der Zivilisation unterwegs sind. Ein verstauchter Fuß oder ein Schwächeanfall in abgelegenen Gegenden kann da schon mal zu einer große Herausforderung werden. „Unser Kursus ist für Leute gedacht, die sich nicht nur in einem städtischen Umfeld bewegen“, sagt Rettungssanitäter und Trainer Marco Stelter. Gemeinsam mit Franziska Holzer veranstaltet der Möllner das Seminar bereits zum zweiten Mal im Naturparkzentrum Uhlenkolk. „Normalerweise bieten wir den Basiskursus nur in Süddeutschland an“, sagt er. Doch die Anfragen aus dem Norden nahmen immer mehr zu.

Das Gelände mit seinem „grünen Klassenzimmer“ bietet die perfekte Umgebung. Rund um einen teilüberdachten Pavillon stehen sechs Holzhütten, in denen die Teilnehmer übernachten. Der Wald ist nur ein paar Schritte entfernt. „Hier sind wir sehr nahe dran an der Realität“, sagt Marco Stelter. Am ersten Vormittag üben die zehn Frauen und vier Männer sich im Outdoor-Notfallmanagement. „RUM“ nennen die Trainer die Einheit. Dabei geht es darum, Risiken beim Retten zu erkennen, das Umfeld zu beachten und dann zu managen, wie geholfen werden kann, und wer etwas macht. Beim Basisseminar lernen die Teilnehmer in den Einheiten nicht nur Theorie. Die Trainer inszenieren auch ernste Notfallsituationen, die es dann zu regeln gilt. „Das macht unseren Kursus aus“, sagt Stelter.

Während Franziska Holzer auf der Wiese mit der Gruppe übt, wie man einen Bewusstlosen in die stabile Seitenlage bringt, ertönt aus dem Pavillon plötzlich ein ohrenbetäubender Schrei. Dort wälzt sich Marco Stelter neben einer Feuerschale auf dem Boden, sein linker Ärmel hängt in Fetzen, die Haut bös verbrannt. „Aua, aua. Hilfe. Ich brenne“, brüllt er. Michaela Rist, Timo Rexin und Laura Becker-Rexin greifen schnell zum Notfallrucksack. Die drei Outdoorfans sind als Ersthelfer ernannt worden. Der Rest der Gruppe guckt zu, sie sind später dran.

Die drei Ersthelfer wissen, dass es eine Übung ist, dennoch sind sie aufgeregt und verunsichert durch die realistische Darbietung von Stelter. Doch nach einer Schreckminute fangen sie sich, innerhalb von Minuten ist der Verletzte stabilisiert, versorgt und beruhigt. „Ich war anfangs völlig überfordert und hab alles vergessen, was wir gelernt haben“, gibt Laura Becker-Rexin hinterher zu. „Ihr habt das gut gemacht. Das erste Fallbeispiel macht immer am hilflosesten“, tröstet Marco Stelter. Das Ehepaar Becker-Rexin wandert in der Freizeit gerne. „Bis jetzt ist noch nie was passiert. Aber man weiß ja nie“, sagt Timo Rexin. Michaela Rist aus Seevetal gibt Nordic-Walking-Kurse und läuft dabei gern durch die Lüneburger Heide. Ihre Teilnehmerinnen sind oft schon etwas älter, die Älteste ist 93 Jahre. „Mir geht es darum, einen roten Faden zu bekommen, was zu tun ist, wenn etwas passiert“, sagt sie. Gerade die Übungen gefallen ihr. „Ich habe gezielt nach so einem Kursus gesucht und bin froh, dass er im Norden veranstaltet wird“, sagt Rist.

Von Majka Gerke

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