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Lauenburg Fitzener retten Rehkitze mit Drohne
Lokales Lauenburg Fitzener retten Rehkitze mit Drohne
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22:59 30.05.2018
Rehkitze müssen mit Gras angefasst werden, damit sie nicht menschlichen Geruch annehmen und von der Ricke verstoßen werden. Quelle: Foto: Hfr
Fitzen

„Leider gibt es immer wieder Zwischenfälle mit Rehkitzen bei der Grasernte“, sagt Heitmann. Der 20-Jährige schüttelt bedächtig den Kopf. Das Problem sei seit Jahrzehnten das Gleiche. Zur Grasernte in der ersten Jahreshälfte hätten Rehe Nachwuchs. Die Ricken brächten ihre Kitze ins hohe Gras, legten sich selbst jedoch in einiger Entfernung hin. Wenn Feinde wie Wildschweine oder Füchse sich nähern, laufen die erwachsenen Tiere weg und lenken gleichzeitig von ihrem Nachwuchs ab.

Da im Mai und Juni jedoch auch das Gras geerntet werde, das den Landwirten im Winter in Form von Silage als Viehfutter diene, müssen die Landwirte Schlimmeres verhindern. Traditionell seien es die Jäger, die mit ihren Familien Menschenketten im Feld bildeten, um die Tiere zu vertreiben und Rehkitze in Sicherheit zu bringen, bevor die Maschinen zum Mähen anrückten. „Dafür sind wir den Jägern sehr dankbar“, sagt Heitmann.

In Fitzen geht man wie auch andernorts nun jedoch neue, modernere Wege. Gerau und Heitmann sind gemeinsam im so genannten „Unimog-Team Fitzen“. Sie teilen die Leidenschaft für die Maschinen von Mercedes. Auf einem Youtube-Kanal veröffentlichen sie Videos von der Arbeit in der Landwirtschaft mit dem Gefährt. Dazu haben sie unter anderem eine Drohne angeschafft. Jetzt im Mai ist auch ein Video zur Rehrettung erschienen, das mit Abstand am erfolgreichsten von den Beiträgen im Kanal ist. Über 7000 Mal wurde es angesehen und außerdem ist die Absprungrate des Videos gering. Der Fachmann im Team für den Drohnenflug, das Filmen und Schneiden ist Moritz Gerau. „Ich hatte bereits vorher Erfahrungen gesammelt. Nun bin ich immer öfter in Fitzen bei Henning“, sagt der 18-Jährige.

Quelle: Florian Grombein

In seinen Videos sieht man eindrucksvoll, wie das Brummen der Drohnenrotoren die Tiere im Feld aufschreckt und auch wie Heitmann, der erklärende Mann vor der Kamera, ein gerettetes Reh hält. „Kitze müssen immer mit Gras angefasst werden, damit sie nicht verstoßen werden“, sagt er.

Für die Grasernte auf 45 Hektar Land braucht er etwa 18 Stunden an mehreren Tagen. Durch die parallelen Rehsichtungen verlängert sich der Aufwand. „Keiner möchte am Steuer sitzen, wenn ein Reh angefahren wird“, sagt er. Außerdem würden Kadaver die Silage vernichten. Die Gefahr von Botulismus, einer Fleischvergiftung, würde das eigene Vieh gefährden.

Die Drohne

Die Drohne, die Moritz Gerau fliegt kann, bis zu 500 Meter an Höhe erreichen. Erlaubt ohne weitere Lizenzen sind allerdings nur 100 Meter.

GPS-Sensoren an der Front und unter der Drohne verhindern, dass sie abstürzt oder mit Hindernissen kollidiert. Die Kamera filmt in 4K.

Im Sportmodus erreicht sie eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Km/h.

Kontakt: www.facebook.com/unimogteamfitzen

 Florian Grombein

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