Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Flammen schrecken die Bismarcks auf
Lokales Lauenburg Flammen schrecken die Bismarcks auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:18 04.11.2013
Großeinsatz im Sachsenwald: Feuerwehrleute rückten mit sieben Fahrzeugen an, um den Brand in einem abgeschiedenen Jagdhaus zu löschen. Quelle: Fotos: LN
Friedrichsruh

Schreck für eine illustre Jagd-Gemeinde im Sachsenwald: Auf Einladung des Bismarck-Clans hatten sich am Sonnabend etwa 80 Gäste, darunter zahlreiche Prominente und Adelige, zur Jagd im Sachsenwald versammelt. Während man die heimelige Wärme eines rundherum verglasten Ofens im abgelegenen Jagdhaus genoss, breitete sich oben im Dachstuhl zunächst unbemerkt ein Feuer aus. Dann, gegen 13.40 Uhr — Groß-Alarm, Flammen lodern im Dachgebälk des „Brand-Hauses“, das nach dem Förster Brand benannt ist, der es gebaut hatte.

Das Haus liegt so versteckt im Wald, dass die zuerst alarmierten Feuerwehrleute aus Brunstorf mit der Ortsangabe Königsallee Mühe hatten, es zu finden. „Fast eine halbe Stunde lang hat es gedauert, überhaupt zum Haus zu kommen“, berichtete Thomas Kulp, der stellvertretende Amtswehrführer des Amtes Schwarzenbek-Land.

Als Brunstorfs Feuerwehrleute endlich am Einsatzort waren, forderten sie sofort Unterstützung aus Schwarzenbek und Dassendorf nach. Das brennende Haus wurde evakuiert, geschockte Jagd-Gäste und das Personal harrten auf dem weitläufigen Hof aus. „Einige der Anwesenden haben das wohl gar nicht für Ernst genommen, was da los war“, sagte ein Helfer. Die Feuerwehr hatte es schwer, sich eine Zufahrt für die Drehleiter zu schaffen. Kulp: „Hätte sich nicht jemand draußen über die scheinbar für den kleinen Ofen zu starke Rauchentwicklung am Schornstein gewundert, wäre es wohl weitaus schlimmer gekommen.“

So kann sich die Familie von Bismarck — das Jagdhaus gehört der Gutsverwaltung Schönau im Reinbeker Ortsteil Ohe — eigentlich nur bei den Feuerwehrleuten für deren beherztes und schnelles Eingreifen bedanken. „Die Feuerwehr hat im Haus so sparsam gearbeitet, dass nicht einmal nennenswerter Wasserschaden entstand“, berichtete ein Polizist vom Löscheinsatz.

Unter anderem von der Schwarzenbeker Drehleiter aus wurde das Feuer gelöscht. Dachpfannen und die Schornsteinverkleidung mussten aufgenommen werden, um mögliche Brandnester aufzuspüren. Doch davon bekamen die Gäste der Bismarcks dann nicht mehr viel mit. Carl Eduard von Bismarck, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der CDU, gab das Kommando zum Aufbruch. „Wir wollen zur Jagd“, rief er — und schon fuhren Mitarbeiter die Gäste in VW Bussen zu den Hochsitzen, die in breiten gerodeten Schneisen im Sachsenwald stehen.

Der Einsatz zog sich gut zwei Stunden lang hin. Ursache des Brandes dürfte laut Feuerwehr die enorme Hitze des angefeuerten Ofens gewesen sein, die im Dachbereich dafür sorgte, dass sich Holz und Dämmmaterial entzündeten.

ln

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!