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„Fleißige Bienen“ schrubben Dreck von den Solarzellen

Klein Zecher — „Fleißige Bienen“ schrubben Dreck von den Solarzellen

Ein neues Unternehmen aus Klein Zecher reinigt Anlagen, die aus Sonnenlicht Strom machen — doch für einen hohen Ertrag müssen sie blitzblank sein.

Klein Zecher —. Meter für Meter schiebt Uwe Hoffmann die lange Stange mit der knallroten Bürste vorne dran über das Dach — genauer gesagt, über die dort montierten Solaranlagen. Wenn Hoffmann auf die Fläche zurückschaut, die er schon geschrubbt hat, fällt ihm ein deutlicher Unterschied zu den Solarzellen vor ihm auf: Hier blitzt und blinkt es, da sieht es eher matt aus. Doch Hoffmann, eine „Fleißige Biene“, wird das in wenigen Minuten ändern.

„Saubere Energie“ ist in diesen Zeiten ein häufig strapazierter Begriff. Das, worum sich die Fachfirma „Fleißige Bienen“ aus Klein Zecher kümmert, fällt auch in diesen Bereich — aber doch ganz anders als sonst üblich.

Solaranlagen auf dem Dach liefern ohne Frage saubere Energie. Das klappt aber im gewünschtem Umfang nur, wenn die entsprechenden Anlagen selbst sauber sind. Und da kommen die „Bienen“ ins Spiel. Das erst vor wenigen Monaten gegründete Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Solaranlagen zu putzen. „Nach jeder Reinigung ist sofort eine Steigerung des Ertrages messbar“, erklärt Betriebsleiter Frank Ahlers.

Ahlers ist seit 1997 Gebäudereinigermeister, seit 2005 auch Betriebswirt des Handwerks und seit fast einem Vierteljahrhundert in der Reinigungsbranche tätig. Vor wenigen Monaten gründete dann seine Lebensgefährtin Ingrid Chin die Firma mit dem niedlichen Namen, und Ahlers stieg sofort mit ein: „Wir erledigen jede Art von Gebäudereinigung, sind aber der einzige Betrieb im Kreis Herzogtum Lauenburg, der sich speziell um Solaranlagen kümmert.“

Ihn ärgert, dass manche Solar-Unternehmen ihren Kunden beim Kauf erzählen, um die einmal montierten Anlagen müssten sie sich jahrelang nicht kümmern. Frank Ahlers: „Das stimmt einfach nicht.

Umwelteinflüsse wie Regen, Schnee, Ruß, Pollen oder Erntestaub bilden eine Schicht auf den Solarmodulen, so dass die Sonnenstrahlen nur noch reduziert hindurch kommen und die Stromerzeugung erheblich reduziert wird.“ Pro Jahr könne das einen Ertragsverlust von 10 bis 20 Prozent bedeuten: „Schauen Sie sich mal ein Veluxfenster an, das jahrelang nicht geputzt wurde, dann wissen Sie, was sich da absetzt.“

Wenn jemand die „Bienen“ beauftragt, dann rücken die mit modernster Technik an. „Dampfstrahler oder Hochdruckreiniger gehen gar nicht. Der Wasserstrahl ist viel zu stark und könnte die empfindliche Oberfläche beschädigen“, sagt Frank Ahlers. Auch unbehandeltes Leitungswasser könne man nicht einsetzen, denn es enthalte Kalk und Salze: „Die bilden Rückstände und brennen sich in die Oberfläche ein.“ Also kommt ein spezielles „Reinstwassergerät“ zum Einsatz, das uns der Putz-Experte auch gleich vorführt: In dem Gerät läuft das Wasser durch einen Sandfilter und wird völlig entmineralisiert.

Wie lange hält so eine Schrubb-Aktion? „Wir empfehlen eine Reinigung zweimal pro Jahr, am besten im Frühjahr und im Herbst“, erläutert Ahlers. Wenn jahrelang nichts geschehen sei, müsse der vorhandene Dreck, der schon fast eine Kruste bilde, erst einmal aufgeweicht werden. Die „Fleißigen Bienen“ verwenden dafür ein tensidfreies Reinigungsmittel, das sich anschließend rückstandsfrei abspülen lässt.

Weil die Solarmodule sehr empfindlich sind und keinesfalls betreten werden dürfen, baut die Firma aus Klein Zecher meist ein mobiles Gerüst auf, das Stück für Stück am Gebäude vorbeigeschoben wird.

Die Mitarbeiter stehen oben auf der Arbeitsplattform und kommen mit der an einer bis zu 15 Meter langen Stange befestigten Bürste an jede Stelle des Daches heran. Geschrubbt wird gründlich, dennoch sind mehrere hundert Quadratmeter am Tag zu schaffen. Der Kunde muss nur einen Wasseranschluss zur Verfügung stellen. Und wenn die „Bienen“ schon mal umherschwirren, können auch Dächer von Wintergärten gesäubert werden. Der Preis für diese Leistung? „Je nach Verschmutzungsgrad ab 65 Cent pro Quadratmeter plus Mehrwertsteuer“, verrät Verkaufsberaterin Karin Schildt. Die Reinigungskosten könnten sogar steuerlich abgesetzt werden.

Norbert Dreessen

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