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Flüchtlinge: Nach Nothilfe-Chaos jetzt mehr Integration im Kreis

Ratzeburg Flüchtlinge: Nach Nothilfe-Chaos jetzt mehr Integration im Kreis

Seit weniger Flüchtlinge ankommen, bleibt auch Zeit, die Integration besser vorzubereiten. Die Flüchtlingskoordinatoren Uta Röpcke und Andreas Bockholdt haben ihre Arbeit aufgenommen.

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Andreas Bockholdt und Uta Röpcke sind die Flüchtlingskoordinatoren für den Kreis Herzogtum Lauenburg.

Quelle: Philip Schülermann

Dassendorf. Sie sind Experten auf ganz unterschiedlichen Gebieten — und ihre Ziele sind hochgesteckt.

„Im letzten Jahr ging es darum, eine große Zahl von Flüchtlingen unterzubringen, jetzt geht es um Integration.“ Christoph Mager, Landrat

Kontakt

Andreas Bockholdt , Telefon 04541/ 888478, E-Mail: bockholdt@kreis-rz.de

Uta Röpcke , Telefon 04541/ 888645, E-Mail: roepcke@kreis-rz.de

Pro Kreis sollen laut Flüchtlingspakt des Landes und seinen Partnern zwei Flüchtlingskoordinatoren eingesetzt werden, um die vorhandenen Strukturen noch stärker auf einander abzustimmen und zu verzahnen. Im Mai wurden die Stellen im Lauenburgischen geschaffen, im November hat Andreas Bockholdt seine Arbeit begonnen, seit Mitte März unterstützt ihn Uta Röpcke. „Im letzten Jahr ging es darum, eine große Zahl von Flüchtlingen unterzubringen“, sagt Landrat Christoph Mager. Bis Anfang Januar seien sie im Notfallmodus gewesen. Da war vor allem Schnelligkeit gefragt. Weil jetzt deutlich weniger Flüchtlinge im Kreis ankommen, kann die Verwaltung sie „integrationsorientiert“ auf die Kommunen verteilen — weil sie mehr Zeit dafür hat. „Jetzt ist Zeit zu gucken, wie wir nachsteuern können“, sagt Mager. Und bei so vielen haupt- und ehrenamtlichen Angeboten und Beratungsstellen im Kreis sei eine Anlaufstelle erforderlich gewesen, sagt der Landrat. Das ist eine der Aufgabe der Flüchtlingskoordinatoren. Er erhofft sich eine Vernetzung zwischen Haupt- und Ehrenamt und zwischen kommunaler Ebene und dem Land.

„Wir haben uns thematisch aufgeteilt — nach unseren Stärken“, sagt Andreas Bockholdt. Er kommt aus der Verwaltung und übernimmt administrative Aufgaben wie die Einführung der Gesundheitskarte und ist für den Nordkreis zuständig. Uta Röpcke ist Kulturwissenschaftlerin und Sprachlehrerin. Sie hat den Südkreis übernommen und kümmert sich um Sprachkurse und Bildungsangebote.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit wird sein, dass sie eine Sprachförderkette schaffen, so dass die Kurse in einander übergehen und sich die Angebote ergänzen. „Eine breite Palette, die es da gibt. Wir wollen das Dickicht lichten“, sagt Röpcke. Eine „Integrationslandkarte“ mit allen Mitwirkenden soll entstehen — erst auf Kreisebene, dann landesweit in Zusammenarbeit mit den anderen Kreisen.

Derzeit werde erhoben, wer welche Kapazitäten vorhalte. Dann könne man auch mal vom Verteilungsschlüssel abweichen, berichtet Landrat Mager. Genau dort setzt die „integrationsorientierte Unterbringung“ an: Flüchtlinge werden in Gemeinden untergebracht, in denen die Unterstützungsstrukturen zu ihnen passen. Dafür braucht es einen guten Überblick, den Röpcke und Bockholdt erstellen sollen.

An zwei Tagen in der Woche kommen etwa 20 Menschen im Kreishaus in Ratzeburg an. Vor nicht allzu langer Zeit habe die Zahl bei 50 am Tag gelegen, sagt Kreissprecher Karsten Steffen. 140 Flüchtlinge kamen im März, „im April haben wir die gleiche Größenordnung“, sagt Mager und im Mai würden die Zuweisungen wohl weiter zurück gehen. Das bedeutet auch, dass Ehrenamtler mal durchatmen könnten. Sie aber zusammenzuhalten, damit sie da sind, wenn wieder mehr Flüchtlinge kommen, sehen Röpcke und Bockholdt auch als ihre Aufgabe an.

Bis 2018 werden Uta Röpcke und Andreas Bockholdt vom Land bezahlt. Was danach ist, darauf müssten Land oder Kreis vorher eine Antwort finden, sagt Christoph Mager.

Im kommenden Jahr hat das Koordinatorenteam viel vor: Netzwerk und Träger laufend und gut informieren, Fort- und Weiterbildungen anbieten, effiziente und belastbare Strukturen sowie Transparenz schaffen, Ansätze einer Integrationsstrategie entwickeln und eine Regionalkonferenz organisieren nennt Röpcke. „Optimistisch aber möglich“, sagt sie. Ihrem Partner Bockholdt ist in erster Linie an der Gesundheitskarte gelegen. Ob die die Verwaltung letztlich wirklich entlaste, bleibe abzuwarten.

Viele Unbekannte bleiben in Sachen Flüchtlinge. Die teils chaotischen Zustände wie im vergangenen Jahr könnten sich legen, wenn Uta Röpcke und Andreas Bockhold genug Zeit bleibt, Strukturen zu schaffen und ihre hoch gesteckten Ziele zu erreichen.

Mölln feiert die kulturelle Vielfalt

Das Fest der Kulturen der Stiftung Herzogtum Lauenburg steht ganz im Zeichen der Ankunft vieler Flüchtlinge in unseren Städten und Gemeinden.

Die Feier findet heute von 14 bis 19 Uhr am Möllner Stadthauptmannshof statt. Der Eintritt ist frei.

Viele Künstler sind dabei: Ein Drum-Circle, bei dem jeder mittrommeln kann, ein großes Kunstprojekt des BBZ, die Ausstellung eines internationalen Projekts des Kinderschutzbundes und viele Beiträge von Künstlern aus Eritrea, Syrien, Armenien der Türkei oder dem Kreis.

Neben Kunst und Musik gibt es auch Essen und Getränke — natürlich internationale Küche.

Standards: Amt prüft Unterkünfte

Der Amtsausschuss Hohe Elbgeest hat Standards für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern beschlossen. Unterkünfte werden geprüft.

Der Flüchtlingsrat empfiehlt einen Raumbedarf von zehn Quadratmetern bei Einzelpersonen und acht Quadratmetern pro Person bei gemeinsamen Wohneinheiten. Bei Kindern sollte ein Raumbedarf von sechs Quadratmetern angerechnet werden. Das Land geht in seinen Förderrichtlinien für dezentrale Unterkünfte von einem Raumbedarf von sechs und zwei Quadratmetern mit einer zweckmäßigen und angemessenen Ausstattung aus. Für die Ausstattung wie Bett, Geschirr oder Wäsche gibt es einheitliche Standards — eine Empfehlung ohne rechtliche Verbindlichkeit.

„Wir sind jetzt dabei, die Unterkünfte anhand dieser Standards zu betrachten und falls nötig Änderungen vorzunehmen“, sagt die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow.

Von Philip Schülermann

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