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Lauenburg „Flüchtlinge aufzunehmen ist Christentum“
Lokales Lauenburg „Flüchtlinge aufzunehmen ist Christentum“
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20:10 16.10.2015
Sie bilden das Netzwerk Breitenfelde (vorn v. l.): Ella Hartkop, Annecathrin Stamer, Martina Peters, Marcus Worm und Jennifer Köhn. Hinten von links: Bürgermeisterin Anne Fröhlich, Michael Peters, Harry Freund, Ernst-Georg Köhn und Pastor Frank Lotichius. Quelle: Privat
Breitenfelde

Zum Jahresende 2014 gründete sich das „Netzwerk Breitenfelde“ in dem Bewusstsein, dass Flüchtlinge auch die Gemeinde im Lauenburgischen erreichen werden und helfende Hände gebraucht werden. Heute zählt der Kern des Netzwerkes zehn Personen, die die wesentlichen Aufgaben zur Unterstützung von Flüchtlingen wahrnehmen.

„Schon die Weihnachtsgeschichte lehrt uns, dass Josef und Maria Flüchtlinge waren — sie flohen vor Herodes. Flüchtlinge aufzunehmen, ist daher eine direkte Umsetzung der Weihnachtsbotschaft.“ Pastor Frank Lotichius sitzt in seinem Büro, während er Auskunft über dieses Thema gibt, das ganz Deutschland beschäftigt. In Breitenfelde kamen Anfang des Jahres drei muslimische Männer aus Syrien an, die in einem Haus der Gemeinde untergebracht wurden. Kurze Zeit später folgte eine christliche Familie mit zwei Jungen aus Syrien. „Die Angst in den Augen der Familie werde ich nicht vergessen“, sagt Pastor Lotichius. Schlimmes müssen sie erlebt haben. Für alle wurden Deutschkurse organisiert, die ersten Erfolge stellten sich schnell ein. Für einen Syrer konnte bereits eine Wohnung in Lübeck und ein Praktikum an der Uni-Klinik gefunden werden, ein anderer geht nach Mölln, der dritte kann, wenn alles klappt, bald Frau und Kind in die Arme schließen. „Sie alle sind mittlerweile als Flüchtlinge anerkannt, haben eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre und dürfen eine Arbeit aufnehmen“, informiert der Pastor. „Arbeiten, ihr eigenes Geld verdienen, wollen fast alle. Da unterscheiden sie sich gar nicht so sehr von uns Deutschen, die wir auch arbeiten und ein gutes Leben führen wollen.“

Was das Netzwerk vermeiden möchte, sind Container zur Unterbringung von Flüchtlingen. Container habe es in Breitenfelde schon in den 1970er Jahren gegeben, auch damals gab es Asylbewerber: „Es sollen schlechte Zeiten für beide Seiten gewesen sein“.

Was künftig gebraucht werde, sei „Manpower“: „Möbel, Anziehsachen und Sachspenden gibt es viele. Tatkräftige Unterstützung, Zeit, um zum Amt oder zum Arzt zu fahren, Kinderbetreuung und Begleitung bei alltäglichen Gängen, das wird gefragt sein“, sagt Lotichius.

Spendenkonto
Wer für die Flüchtlingsarbeit des Netzwerkes Breitenfelde spenden möchte, hat die Möglichkeit dazu auf diesem Spendenkonto der Kirchengemeinde: KSK Ratzeburg, BIC NOLADE21RZB, IBAN DE48 2305 2750 0000 1169 98. Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe KG Breitenfelde.

LN

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