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Lauenburg Fraktionen klagen über Möllner Reinigungsmanagement
Lokales Lauenburg Fraktionen klagen über Möllner Reinigungsmanagement
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20:22 08.01.2016
Einige Flure in der Tanneck-Schule werden nur noch nach Bedarf geputzt.

Die Stadt Mölln hat Probleme mit ihrem Reinigungsmanagement — und das schon seit Jahren. Fraktionsübergreifend wurden im Hauptausschuss Klagen laut, dass die Verwaltung der schlechten Qualität der Dienstleistung von Fremdfirmen nicht entschlossen entgegenwirke. An der Sauberkeit wird gespart. Deutlich wird das unter anderem in der Grundschule Tanneck in Mölln. Dort wird zum Teil nur oberflächlich geputzt — in manchen Ecken gar nicht.

„In den vergangenen Jahren wurde der Umfang der Reinigung immer mehr zurück gefahren“, klagt Torsten Schöpp, Schulleiter der Grundschule Tanneck. Immer weniger Personal mit immer weniger Zeit kümmert sich in der Schule um die Sauberkeit. Die Folge: Einige Bereiche der Schule werden nur noch nach Bedarf geputzt, die Fenster nur noch ein Mal im Jahr, Böden zeitweise nur trocken gewischt — oder „mit runden Ecken“, sagt Hausmeister Holger Koop. Schulleiter Schöpp bemängelt zudem, dass das Personal nicht ausreichend geschult sei. Schlimmer sei jedoch, dass nur selten ein vorgesetzter Mitarbeiter komme — und sei es, um die Arbeit zu kontrollieren. Drei Kräfte arbeiten täglich jeweils eine Stunde und 50 Minuten in der Schule. Hinzu kommt eine Kraft für die Sporthalle. „Zu wenig“, sagt Schöpp.

Bürgermeister Jan Wiegels: „Die Firma hat wohl zu knapp kalkuliert.“ Auch die Einführung des Mindestlohns habe ihren Anteil daran, dass weniger Personal und Zeit zur Verfügung stehe.

Auf dem Schulberg gibt es eine neue Firma, sagt Jan Wiegels. Mehrere Firmen arbeiteten in den städtischen Gebäuden. „Auf dem Schulberg ist die Sauberkeit sichergestellt“, sagt   Hans-Joachim Lemmermann, Abteilungsleiter Liegenschaften der Stadt. Dort hatte in den Sommerferien spontan die Reinigungsfirma gekündigt. Heute arbeiten verschiedene Dienstleister in Eigen- und Fremdleistung auf dem Schulberg — teilweise sogar innerhalb einer Schule.

Uwe Schlegel (SPD) resümiert für die städtischen Liegenschaften: „Die Reinigung ist insgesamt schlecht.“ Und die Probleme sind nicht neu. „Wir haben dem Schul-, Sport-, Jugend- und Sozialausschuss schon vor eineinhalb Jahren Fotos vorgelegt“, sagt Anja Reimann (CDU). Christiane Gehrmann (CDU) befürchtet, dass es wieder bis zu einem Jahr dauere, bis sich etwas ändere. So auch Dieter Ruhland (FDP). Thomas Buhmann (Grüne) fragt: „Wenn wir unzufrieden sind, warum kündigen wir nicht?“ Bis sechs Wochen vor dem Quartalsende könne gekündigt werden, sagt Lemmermann. Dann müsse ein neuer Auftrag ausgeschrieben werden. „Dass die Politik nachfragt, kann ich verstehen“, sagt Bürgermeister Wiegels.“ Das Thema Reinigung sei ein historisch gewachsener Mix aus Eigen- und Fremdleistungen. Als Gründe dafür, dass es noch immer keine Lösung gibt, nennt Wiegels fehlende personelle Kapazitäten in der Verwaltung und die Suche nach einer Firma für den Schulberg im vergangenen Jahr.

Mit der Firma, die die Grundschule Tanneck und die Kindertagesstätte Großer Eschenhorst übernommen hatte, habe es schon einige Gespräche gegeben, berichten Wiegels und Schulleiter Schöpp. Ein weiterer Grund, warum es noch keinen Wechsel gab. Nachhaltig sei das jedoch nie gewesen, sagt Schöpp, betont aber auch: „Die Stadt ist wirklich bemüht.“

„Wir müssen da mal Grund rein bekommen“, sagt Wiegels. Ein Mix habe so keine Zukunftsperspektive. Deshalb habe die Stadt ein Beratungsunternehmen engagiert — für die Tanneck-Schule, die Kita Großer Eschehorst und bestenfalls für andere Liegenschaften. Jan Wiegels und seine Verwaltung setzen auf eine längerfristige und nachhaltigere Lösung. Auch deshalb wollten sie keine voreilige Entscheidung treffen.

„Es fällt noch kein Dreck von den Wänden“, sagt Torsten Schöpp. „Aber es ist aber auch ganz und gar nicht so, wie es wünschenswert wäre.“ Die Kita Großer Eschehorst möchte sich auf Anfrage der LN nicht zur Sauberkeit äußern und verweist an die Stadt Mölln als Träger. Jan Wiegels gehe davon aus, dass es in der Kita sauber sei, denn er habe nichts anderes gehört — auch bei seinem letzten Besuch nicht. Stimmen aus den Fraktionen und der Grundschule Tanneck lassen andere Schlüsse zu. Sie führten Grundschule und Kita exemplarisch für die Probleme an.

„In den vergangenen Jahren wurde der Umfang der Reinigung immer mehr zurück gefahren.“
Torsten Schöpp, Schulleiter der Grundschule Tanneck

Philip Schülermann

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