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Lauenburg Franz Wohltorf ist „Eschebürger 2018“
Lokales Lauenburg Franz Wohltorf ist „Eschebürger 2018“
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18:41 14.02.2018
Franz Wohltorf (76) ist der „Eschebürger 2018“. Er wird im April offiziell für sein Engagement geehrt. Quelle: Foto: Timo Jann
Escheburg

Alljährlich wählt ein Gremium aus der Dorfgemeinschaft einen verdienten Bürger aus. Im April wird die Ehrung offiziell vollzogen. „Der ,Eschebürger des Jahres 2018‘ wird zurecht Franz Wohltorf.

Er hat sich stets darum gekümmert, das Leben im Dorf mitzugestalten. Dafür gebührt ihm außerordentlicher Dank“, begründet Bürgermeister Rainer Bork die Entscheidung. 2015 wurde die Chronistengruppe des Dorfes geehrt, 2016 Schwimmerin Maxine Wolters.

Franz Wohltorf lebt schon immer in Escheburg, ist auf einem Hof am Dorfplatz aufgewachsen und wohnt dort noch heute. „Ich weiß noch, wie Hamburg in Trümmern lag“, erinnert sich der 76-Jährige an Fahrten mit seinem Vater, der in der Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg Kartoffeln auslieferte. Land- und Kartoffelhandel betrieb die Familie früher, unter anderem wurde die Küche des Bergedorfer Bethesda-Krankenhauses versorgt.

Dann wurde der Maiblumen-Anbau als zusätzliches Standbein entwickelt, Wohltorf absolvierte in den Vierlanden eine Ausbildung zum Rosengärtner und machte sich dann mit dem Rosenanbau selbstständig.

„Urlaub kannten wir 25 Jahre lang nicht“, sagt er. Ehefrau Christa, mit der Franz Wohltorf seit 52 Jahren verheiratet ist, nickt.

Gefehlt hat ihm all die Jahre trotzdem nichts. „Es war ein tolles Gefühl, sich für die Dorfgemeinschaft zu engagieren“, blickt er zurück. 1959 trat er in die Feuerwehr ein. „Damals brannten in kurzer Zeit vier Höfe ab, später auch das Hansingheim“, erinnert sich Franz Wohltorf. Großbrände, die er mit seinen Kameraden bekämpfte. Dann ging er für die CDU in die Politik, gestaltete im Planungsausschuss und im Umweltausschuss die Entwicklung des Dorfes mit. Mehr als 25 Jahre war er Gemeindevertreter.

Auf dem Rosenhof richtete er einige Jahre einen gemütlichen Weihnachtsmarkt aus, mit Christa betreute er 13 Jahre den Seniorennachmittag. In all den Jahren saß er im Sommer immer auf dem Mähdrescher.

„Die meiste Zeit ohne Kabine, das war was“, sagt Wohltorf.

Mittlerweile tritt der 76-Jährige etwas kürzer und findet neben der Rosenzucht – der Hofladen öffnet im März wieder – Zeit für sein Hobby: ein alter Hanomag-Traktor, liebevoll restauriert. „Sind die Hühner platt wie’n Teller, war mein Trecker wieder schneller“ steht auf einem Schild in der gemütlichen Essküche des Wohltorf'schen Reetdachhauses am Dorfplatz. Wohltorf ist beim Trecker-Oldtimer-Club Hamburg eingetreten, bei Treffen und Ausfahrten dabei. „Mir haben die vielen Aufgaben in den ganzen Jahren immer sehr viel Spaß bereitet. Es war mir immer eine Freude, mich einzubringen“, blickt der „Eschebürger 2018“ auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. „Heute ist das leider anders, viele junge Leute grüßen ja nicht ’mal mehr. Fast alle machen ihr eigenes Ding“, sagt er.

Von Timo Jann

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