Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wisente reisen für WWF-Projekt nach Rumänien
Lokales Lauenburg Wisente reisen für WWF-Projekt nach Rumänien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 25.03.2018
Putzmunter in Springe: Die Wisentkuh „Flavia“ hat den Transport sichtlich gut überstanden und kann sich an die Wildnis gewöhnen. Quelle: Hennig/hfr
Fredeburg

„Ein wesentliches Ziel der Jäger ist die Artenvielfalt. Mit unserem Wisentgehege können wir auf eine ganz besondere Weise dazu beitragen“, sagt der KJS-Vorsitzende Andreas-Peter Ehlers. Insgesamt 19 Wisente werden in den kommenden Wochen aus deutschen Gehegen nach Rumänien gebracht, damit sie dort in den südlichen Karpaten in freier Wildbahn leben können. Bei dem Wiederansiedlungsprojekt der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) werden auch zwei Tiere aus dem Fredeburger Wisentgehege dabei sein, das von der KJS Herzogtum Lauenburg gemeinsam mit den Kreisforsten betrieben wird.

Die jungen Kühe „Flavia“ und „Flya“ wurden jetzt von den Jägern gemeinsam mit Revierförster Norbert Oldenburg sowie Thomas Hennig, Leiter des Wisentgeheges Springe, und Tierarzt Philipp Kloeve auf die Reise in die neue Heimat geschickt. „Erfreulich dabei ist, dass hier über den Tellerrand hinaus gedacht und die Zusammenarbeit international organisiert wird. Geburt bei uns – Freiheit in Rumänien“, erklärt Bernd Karsten von der KJS.

Die beiden Tiere, die im Jahr 2016 geboren wurden, sind vom Wisent-Experten Hennig unter tierärztlicher Aufsicht per Druckluftgewehr und Betäubungspfeil ins Schlummern versetzt worden. Die Dosis war so bemessen, dass die Rinder zwar rasch einschliefen, aber kurz nach dem Einladen in einen Spezialanhänger schon wieder auf den Beinen standen. Die Wisente, die auch als „Europäischer Bison“ bekannt sind, wurden zunächst ins Wisentgehege Springe gebracht, wo sie sich erst einmal an weitere Tiere aus anderen Gehegen beispielsweise aus Leipzig und Hessen gewöhnen sollen.

Dann geht es nach Südost-Europa. Hennig wird sie dabei begleiten und die Auswilderung beobachten. In der Herde von Fredeburg gibt es regelmäßig Nachwuchs, sodass das Fehlen der Umzügler rasch ausgeglichen wird. Die Herde einfach wachsen zu lassen, ist nicht möglich, da insbesondere Inzucht vermieden werden soll aber auch die zur Verfügung stehenden Weideflächen begrenzt sind.

Als einzige Kreisjägerschaft in Deutschland betreibt die KJS gemeinsam mit einem kommunalen Träger eines von 75 Wisentgehegen, in denen insgesamt rund 600 Tiere leben. Diese Aufgabe übernahmen die Jäger im Jahre 2015. Zwischen 10000 und 12000 Euro jährlich sowie jede Menge Arbeit investieren die Jäger. Nun steht beispielsweise die Renovierung und Erweiterung der Futterstelle an. Hinzu kommen Futter- und Tierarztkosten. Mindestens zweimal pro Tag schaut ein Mitarbeiter nach den sieben Tieren.

Naturschützer können sich auch vorstellen, dass Wisente in Deutschland in der Wildnis heimisch werden. Im Rothaargebirge lebt die erste freie Herde in Deutschland. Und vorigen Herbst durchschwamm ein wildes Wisent aus Polen die Oder, erstmals seit 250 Jahren.

 fg

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!