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Lauenburg Freiwillige ins Moor!
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20:12 12.05.2017
Die Bürgermeister Hans-Peter Grell (v. l., Duvensee), Ernst-August Bruhns (Klinkrade), Alfred Petersen (1. stv. BM Duvensee), Ulrich Hardtke (Labenz) und Axel Funck (Lüchow) werben mit Plakat für ein freiwilliges Engagement zum Schutz des Duvenseer Moores. Quelle: Foto: Joachim Strunk
Duvensee

Um sich deutlich zu positionieren, setzten die Bürgermeister von Duvensee, Lüchow, Labenz und Klinkrade ihre Füße auf durchweichten Boden: Mit einem großen Plakat ließen sich Hans-Peter Grell und sein Stellvertreter Alfred Petersen, Axel Funck, Ulrich Hardtke und Ernst-August Bruhns im Duvenseer Moor ablichten. Die Aufschrift auf dem Poster lautet:

„Duvenseer Moor – Freiwillig geht vor! Kein NSG! Freiwilliger Naturschutz mit allen Bürgern“.

Grund für die Aktion und die Informationsveranstaltung für die Bewohner der vier Dörfer am kommenden Mittwoch (siehe Beistück), ist die Absicht des Landes, das Duvenseer Moor als Naturschutzgebiet (NSG) auszuweisen. Hier sehen die Bürgermeister und auch alle vier Gemeindevertretungen Probleme auf ihre Orte zukommen. Sie fürchten die rigiden Vorschriften, die mit einem Naturschutzgebiet verbunden sind. „Ein staatliches NSG mit den üblichen 20 Verboten in der Verordnung ist ein zu starres Konzept für die Dörfer, die sich weiterentwickeln wollen“, heißt es in einer Bürgerinformation, die vorab in den Gemeinden verteilt wurde. Insbesondere die Ausweisung von zukünftigen Bau- und Gewerbegebieten würde durch ein offizielles Naturschutzgebiet unmöglich gemacht werden, so die Befürchtung.

Das vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR in Flintbek) geplante NSG umfasst eine Fläche von 490 Hektar in der Duvenseeniederung und im östlich davon gelegenen Manauer Moor. „Über die Schutzwürdigkeit des Gebietes gibt es überhaupt keinen Streit“, sagt Ulrich Hardtke, Bürgermeister von Labenz. Aber eine Schutzbedürftigkeit festzustellen, sei in diesem Fall nicht notwendig. Die Leute hier hätten schon seit jeher ein wachsames Auge auf die Moorflächen.

So sei der Bach am einzigen Überlauf beim Schöpfwerk, das früher für die Austrocknung des Moores und eine Vertorfung des Bodens sorgen sollte, mit Brettern auf eine Höhe von 40 Zentimetern aufgestaut – mit Duldung der Wasserbehörden und der Grundstückseigentümer. „Was eigentlich den geltenden Wasserrichtlinien widerspricht“, erklärt Grell, der auch Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes ist. Damit sorge man dafür, dass die Fläche vernässt bleibe.

Eine komplette Wiedervernässung, wie es als Ziel in einem Gutachten des LLUR genannt wurde, wäre kontraproduktiv, so Grell, da damit der bestehende Spazierweg durchs Moor verschwinden würde und auch die Randbereiche nicht mehr gepflegt werden könnten. „Das wäre das Aus für ein offenes Gelände“, ergänzt Hardtke.

Für ihn und seine Kollegen ist der beste Weg die Gründung eines Naturschutzvereins auf freiwilliger Basis unter Einbeziehung aller Beteiligten – Bürger, Naturschutzverbände, Landwirte, Jäger oder Tourismusbetriebe. „Das sollte man doch einmal ausprobieren für zwei, drei Jahre. Wenn es nicht klappt, kann man das NSG immer noch ausweisen.“

Info-Termin

Am Mittwoch, 17. Mai, beginnt um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung für die Bewohner der betroffenen Gemeinden Duvensee, Lüchow, Labenz und Klinkrade im Dorfgemeinschaftshaus „Duvenseer Schmiede“, Dörpstraat 39, Duvensee.

Umweltminister Robert Habeck von den Grünen wird persönlich zugegen sein und sich den Fragen und Argumenten der Bewohner stellen. Ende der Veranstaltung ist gegen 21 Uhr.

Joachim Strunk

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