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Lauenburg Freude in Lauenburg: Die Post kann abgerissen werden
Lokales Lauenburg Freude in Lauenburg: Die Post kann abgerissen werden
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10:05 10.02.2016
So soll der Edeka-Neubau aussehen: Klinkerfassade mit viel Glas. Die Pläne liegen längst fertig in der Schublade der Planer. Nachdem dem Abriss des alten Post-Gebäudes nichts mehr im Wege zu stehen scheint, muss nun noch ein anderes Mietobjekt für die Post gefunden werden. Animation: hfr

Auch auf der anderen Straßenseite sollen Geschäfte entstehen und somit der Oberstadt ein ganz neues Gesicht geben.

Kettenreaktion: Von Edeka zur Marktgalerie

Zentrale Punkte für eine erfolgreiche Innenstadtentwicklung in Lauenburg sind neben dem Neubau von Edeka auch die geplante Marktgalerie auf der gegenüber liegenden Straßenseite sowie das im Fürstengarten geplante 5-Sterne-Hotel. Frank Kiefaber, Projektentwickler der Marktgalerie, auf einer SPD-Versammlung im Herbst 2015: „Wir brauchen Edeka als Kundenmagnet. Allein werden wir es nicht schaffen.“

Hintergrund: Der Zweckbau aus den 1960er Jahren war zu Jahresbeginn 2015 durch eine neue Gesetzeslage überraschend auf die Liste der Kulturdenkmale geraten, die der Stadt zum Zeitpunkt des Einspruches der unteren Denkmalbehörde gegen den geplanten Abriss der Post aber noch gar nicht bekannt war. In der Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Montag ging es um die 1. Änderung des B-Planes, zum zweiten Mal. Der Tagesordnungspunkt war nur eine Regularie, der allerdings intensive Gespräche zwischen Stadt und Kreis voraus gegangen waren. Einstimmig wurde beschlossen, die 1.

Änderung des Bebauungsplanes 83, Bereich zwischen Post, Büchener Weg und Reeperbahn, wieder in Kraft zu setzen. „Ein dolles Verfahren“, kommentierte Ausschussmitglied Dr. André Peylo (SPD). Mehr wurde an diesem Abend dazu nicht gesagt.

Hinter diesem Punkt verbirgt sich heftiger Ärger: Die Stadt hatte sich über die Einwendungen der unteren Denkmalschutzbehörde zum geplanten Abriss des Postgebäude hinweg gesetzt. Bürgermeister Andreas Thiede argumentierte, dass städtebauliche Belange über denen des Denkmalschutzes lägen. Zwar wurde die Stadt von Landrat Dr. Christoph Mager für ihr Verhalten gerügt, aber die Situation entwickelte sich dennoch günstig für Lauenburg. Mager kritisierte „beachtliche Mängel“ im Abwägungsvorgang und damit eine Verletzung der Verfahrensvorschriften. Die Fehler führten zur schwebenden Unwirksamkeit der 1. Änderung des B-Planes 83. Kreissprecher Karsten Steffen erklärt, wie Lauenburg sich durch die Hintertür nun doch durchsetzen konnte: „Durch das Ignorieren der Einwendungen hat Lauenburg einen Abwägungsfehler gemacht. Das wiederum führte dazu, dass der geänderte B-Plan rechtswidrig war und damit der alte Bebauungsplan Gültigkeit hat“, erklärt Kreissprecher Karsten Steffen die verfahrene Situation. Damals, bei Aufstellung des ursprünglichen B-Planes, waren keine Bedenken seitens der Denkmalbehörde erhoben worden. Ergo: Das Postgebäude an der Berliner Straße darf abgerissen werden. Dazu war erforderlich, die bereits beschlossene und dann „schwebende“ Änderung erneut zu beschließen.

Edeka will rund sieben Millionen Euro in den Neubau investieren. Bevor der Abrissbagger kommt, muss nun noch der Mietvertrag mit der Post aufgelöst werden — der Vertrag gilt bis 2018. Bisher von Edeka angebotene Ausweichobjekte wurden von der Post bislang abgelehnt.

Silke Geercken

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