Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Frisches Trinkwasser aus mehr als 100 Metern Tiefe
Lokales Lauenburg Frisches Trinkwasser aus mehr als 100 Metern Tiefe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:02 05.04.2017
Auf einem Acker am Schnakenbeker Papenkamp laufen Erkundungsbohrungen mit schwerem Gerät für einen neuen Trinkwasserbrunnen. Quelle: Timo Jann

Investiert wird das Geld in eine insgesamt 150 Meter tiefe Aufschlussbohrung im Bereich Papenkamp auf Schnakenbeker Gemeindegebiet.

Durchschnittlich 2000 Kubikmeter Wasser pro Tag werden vom Lauenburger Wasserwerk an der Findorffstraße verteilt – im Sommer sind es bis zu 20 Prozent mehr.

„Um die Trinkwasserversorgung für Lauenburg und das Amt Lütau langfristig zu sichern, erkunden wir auf einem Acker am Papenkamp einen neuen Brunnenstandort“, erklärt Christian Meyer, Technischer Leiter der VBE. „Derzeit wird das Trinkwasser aus vier Gewinnungsbrunnen in der Nähe des Wasserwerkes gefördert. Vor dem Hintergrund, dass einer der Brunnen in seiner Leistungsfähigkeit nachlässt, haben wir uns entschlossen den etwa 400 Meter weiter westlich gelegenen neuen Standort am Papenkamp auf seine geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse im Untergrund zu erkunden“, sagt er.

Aus dem 150 Meter tiefen Bohrloch (27 Zentimeter Durchmesser) wurde von jedem Meter der Tiefe eine Bodenprobe entnommen. „Die werden jetzt genau auf ihre Eigenschaften untersucht“, erklärt Peter Hempel vom Geologischen Büro Dr. Hempel in Kiel. Er leitet das Projekt im Auftrag der VBE und schätzt, dass die Analyse zwei Monate dauern wird. Bei entsprechender Eignung soll bis Mitte 2018 der neue Brunnen in Betrieb genommen werden. „Auf jeden Fall zeigt sich, dass sich über dem Trinkwasserleiter eine dicke Tonschicht befindet, die gut für eine Abschottung nach oben ist“, sagt Schnakenbeks Bürgermeister Christian Pehmöller, dem der betroffene Acker gehört. Er würde einen Teil des Feldes abtreten.

In der Investitionssumme sind auch neue Rohrleitungen zum Wasserwerk enthalten. „Die wasserführende Schicht wird in einer Tiefe von 90 bis 130 Metern vermutet“, erläutert Hempel. Die Aufschlussbohrung wird bis auf eine Tiefe von 150 Metern niedergebracht. Neben der Aufschlussbohrung im Papenkamp hat die Firma Nord Bohr und Brunnenbau aus Hamburg auch den Auftrag, die stillgelegten Trinkwasserbrunnen in der Gemeinde Krukow zurückzubauen. „Das ist wichtig, damit langfristig über die alten Brunnenbohrungen keine unerwünschten Stoffe wie Nitrat und jegliche Arten von Pflanzenschutzmittel in die tiefergelegenen Grundwasserschichten vordringen können“, sagt Meyer.

Sorgen bereitet ihm in dem Zusammenhang die verstärkt genutzte Erdwärmeförderung für Einfamilienhäuser. „Da wird für kleines Geld eine Energie angezapft, die langfristig zu verschlechterten Wasserqualitäten führen kann“, sagt Meyer. Weil die Rohre eben nicht gegen eindringende Fremdstoffe abgeschottet sind. Er würde sich in Schleswig-Holstein mehr Wasserschutzgebiete wünschen.

 Timo Jann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Amtsrichterhaus verlost fünf Freikarten.

05.04.2017

Die Erweiterung des Mutter-Kind-Hauses in Schwarzenbek kommt voran. Jetzt ruft der Träger, die Stiftung Freie Ev. Gemeinde Norddeutschland, am Sonnabend, 6. Mai, zum Sponsorenlauf auf.

05.04.2017

Die Flensburger machen es vor. Tafelhelfer dürfen kostenlos parken. Das ist nachahmenswert. Die ersten Städte im Kreis haben derartige Anerkennungen bereits.

05.04.2017
Anzeige