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Lauenburg Frohe Kunde aus Berlin: Ersatz für „Stier“ und „Steinbock“
Lokales Lauenburg Frohe Kunde aus Berlin: Ersatz für „Stier“ und „Steinbock“
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00:19 22.10.2016
Die beiden Eisbrecher „Stier“ und „Steinbock“ (Foto) sollen ersetzt werden. Sie kommen seit Jahrzehnten auf der Elbe, dem Elbe-Lübeck-Kanal und dem Elbe-Seiten-Kanal zum Einsatz. Quelle: Timo Jann

Millionen-Segen für die Eisbrecher-Flotte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA): Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat im Haushalt des Bundes für das kommende Jahr die ersten 500000 Euro von vorgesehenen sechs Millionen Euro für zwei neue moderne Eisbrecher eingestellt. „Das sollen möglichst Mehrzweckschiffe werden, die nicht nur zum Eisaufbruch genutzt werden können“, sagt Norbert Brackmann. Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lauenburg hatte sich die teilweise veraltete Flotte der Spezialschiffe 2014 mit Fraktionskollegen angesehen und sich jetzt für den Ersatz eingesetzt.

Auch Personal gebraucht

Lauenburgs WSA-Chefin Bettina

Kalytta in einer ersten Reaktion zur

frohen Kunde aus Berlin: „Wir müssen unseren Verpflichtungen zum Eisaufbruch ja weiterhin nachkommen, von daher ist es gut, dass nun investiert werden soll. Für Mehrzweckschiffe benötigen wir aber auch das ganze Jahr über Personal.“

Ersetzt werden sollen die Eisbrecher „Stier“ (Baujahr 1951) und „Steinbock“ (Baujahr 1954). „Die entsprechen ja nicht mehr den heutigen Anforderungen“, so Brackmann. 2011 hatte das WSA mit dem „Keiler“ erstmals seit 1987 wieder einen neuen Eisbrecher in Dienst gestellt. Fünf Millionen Euro hat dieser damals gekostet. Allerdings ist er mit 33,21 Metern Länge größer als die jetzt vorgesehenen Modelle, die 22 Meter lang sein sollen.

Zehn Eisbrecher sind im Geesthachter WSA-Hafen stationiert. In den vergangenen Jahren waren sie massiv gefordert, zuletzt 2012, als sich von Kirchwerder bis weit die Elbe hinauf eine Eisbarriere gebildet hatte und der Wasserabfluss blockiert war. Es bildete sich dramatisches Hochwasser, gerade noch rechtzeitig gelang der Durchbruch bis zum Stauwehr an der Geesthachter Elbbrücke, so dass das Eis aus dem Oberlauf der Elbe abfließen konnte.

Brackmann: „Bei unserer Entscheidung war uns wichtig, nicht nur für einen 1:1-Ersatz, also neue Eisbrecher für die alten Eisbrecher, zu sorgen. Vielmehr wollen wir gerne Mehrzweckschiffe in Dienst stellen, die man auch im Sommer für andere Aufgaben nutzen kann“. Die Hamburger Hafenbehörde hatte in den vergangenen Jahren vier solche Mehrzweckschiffe für den Einsatz im Hamburger Hafen auf der Lauenburger Hitzler-Werft bauen lassen. Dort war auch der „Keiler“ vom Stapel gelaufen.

 Die „Arbeitsschiffe mit Eisbrecheigenschaften“ genannten neuen Schiffe sind in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) 2006 durch die Bundesanstalt für Wasserbau Hamburg entwickelt und der Auftrag zum Bau eines ersten Prototypen an eine Firma in Wilhelmshaven erteilt worden. Nach einer umfangreichen Erprobungsphase und weiteren technischer Verbesserungen wurden diese Arbeitsschiffe vom Typ 1 beim WSA Rheine, Meppen, Magdeburg und Braunschweig in Dienst gestellt.

 Timo Jann

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